Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universitätsspital Basel nimmt das weltweit erste xSPECT-System in Betrieb

10.02.2014
Symbia Intevo von Siemens ist das weltweit erste Bildgebungssystem, das die Einzelphotonen-Emissions-Computertomographie (SPECT) und die Computertomographie (CT) vollständig integriert.

So wird es möglich, die hohe Auflösung der CT zu nutzen, um Läsionen genauer zu charakterisieren und die Behandlung frühzeitig nachzuverfolgen. Die Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des Universitätsspitals Basel hat das System als weltweit erstes Spital installiert und Ende 2013 den ersten Patientenscan durchgeführt.

Symbia Intevo nutzt xSPECT, ein neues Verfahren, das die vollständigen SPECT- und CT-Datensätze integriert. Mit der resultierenden Detailgenauigkeit lassen sich Erkrankungen präziser unterscheiden, wie beispielsweise degenerativer Knochenschwund von einer bösartigen Veränderung. Das System ermöglicht zudem erstmals eine quantitative Bildgebung, damit der Behandlungserfolg zuverlässiger überwacht und bewertet werden kann.

Bislang basierte SPECT/CT auf einer jeweils separaten Rekonstruktion der SPECT- und CT-Bilder, die dann zusammengeführt werden. Diese SPECT/CT-Bilder sind verschwommen, da sie das Ergebnis eines Kompromisses sind: Die hochauflösenden CT-Bilder müssen dem Bezugsrahmen des SPECT-Bildes mit niedriger Auflösung angepasst werden.

Mit dieser Methode kann eine Erkrankung zwar grundlegend anatomisch lokalisiert werden, aber es ist schwierig, sie zu charakterisieren und ihren Verlauf darzustellen. Bislang haben Mediziner deshalb die CT-Bilder zur Lokalisierung und die SPECT-Bilder zur Identifizierung von metabolischer Aktivität verwendet und dabei die Lokalisierung innerhalb der SPECT-Bilder mithilfe der CT-Daten intuitiv korrigiert. Das neue System von Siemens macht diese „gedachte Korrektur“ überflüssig, denn die neue Technologie verwendet CT anstatt SPECT als Bezugsrahmen. So werden die SPECT- und CT-Daten vollständig integriert.

Diese Methode basiert auf einem iterativen Rekonstruktionsalgorithmus, der Parameter wie Detektor-bewegung, Grösse und Form der Bohrungen im Kollimator oder die Entfernung des Patienten von den Detektoren berücksichtigt. Die bei der SPECT und CT erfassten Rohdaten werden mit einem modernen 64-bit-Rechner verarbeitet, der eine hochauflösende Bildrekonstruktion ermöglicht.

In der Skelettszintigraphie sind die Begrenzung konventioneller SPECT/CT und das Potenzial von xSPECT sofort augenfällig. So lassen sich mit xSPECT Bone metabolisch aktive Herde besser den verschiedenen Knochenbestandteilen zuordnen und pathologische Befunde präziser lokalisieren.

Das erleichtert die Differenzierung von malignen (bösartigen) und benignen (gutartigen) Prozessen und senkt die Anzahl unklarer Befunde. Der genaue Abgleich von SPECT- und CT-Daten mit xSPECT ermöglicht zudem eine absolute Tracer-Quantifizierung, die bislang nur mit PET/CT möglich war. Wenn man die Menge des aufgenommenen Tracers genau quantifizieren kann, erhält der Arzt eine numerische Angabe über die Stoffwechselaktivität eines Tumors. Mit der Funktion xSPECT Quant kann diese quantitative Information bei der Beurteilung des Therapieverlaufs helfen.

Prof. Damian Wild, Leiter der Abteilung Nuklearmedizin am Universitätsspital Basel, erhofft sich zahlreiche Vorteile: „Ich erwarte mit der Kombination von xSPECT Bone und xSPECT Quant eine relevante Verbesserung der Verlaufsbeurteilung sowie eine bessere Beurteilung der Malignität bzw. Benignität. Dies ist meiner Meinung nach die wichtigste Innovation im Bereich der SPECT/CT-Geräte und Softwareentwicklung der letzten Jahre. Da xSPECT Bone bei uns aber noch nicht installiert wurde, haben wir auch xSPECT Quant noch nicht wirklich benutzt. Es braucht nun gute klinische Studien, um den klinischen Wert von xSPECT Bone und xSPECT Quant zu evaluieren.“

Reduzierte Strahlendosis
Obwohl Symbia Intevo mehr CT-Daten als je zuvor verwendet, kann Siemens die Patientendosis durch die CARE-Technologie (Combined Applications to Reduce Exposure) begrenzen. Zu diesen Siemens-eigenen Applikationen zählt die Technik CARE Dose4D, mit der die Strahlendosis bei der Computertomographie für Patienten um bis zu 68 Prozent verringert werden kann.
Ansprechpartner
Eray Müller
Tel. +41 (0)585 585 844
eray.mueller@siemens.com
Leseranfragen bitte an:
Siemens Schweiz AG
Healthcare Sector
Freilagerstrasse 40
8047 Zürich
Tel. +41 585 581 599
healthcare.ch@siemens.com

Eray Müller | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.ch/healthcare

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Grünen Star effektiv therapieren: Wächter über den Augeninnendruck
02.07.2018 | Fraunhofer Institute for Microelectronic Circuits and Systems IMS

nachricht Künstliche Bauchspeicheldrüse bewährt sich im Spital
26.06.2018 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics