Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sonografie-Diagnostik beim Fötus: Unterentwicklung der Lunge mittels 3-D-Ultraschall erkennen

18.11.2011
Die Lungenhypoplasie ist eine schwere, oftmals tödlich verlaufende Unterentwicklung der Lunge bei Föten.

Etwa eines unter tausend Neugeborenen leidet daran. Moderne Ultraschallverfahren ermöglichen es, diese mangelnde Ausreifung der Lunge in einem frühen Stadium der Schwangerschaft zu diagnostizieren.

Eine frühe Diagnose ermöglicht betroffenen Eltern und Ärzten, die erforderlichen Vorbereitungen für die Entbindung zu treffen und mögliche Therapien zu planen. Dies berichtet die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM).

Eine Lungenhypoplasie kann zahlreiche Ursachen haben: Ein Fruchtwassermangel, eine angeborene Skeletterkrankung, eine Fehlbildung des Zwerchfells oder eine Flüssigkeitsansammlung in der Brusthöhle des Fötus können die Entwicklung der Lunge schwer und nachhaltig beeinträchtigen. Je nachdem, wie stark die Unterentwicklung ausgeprägt ist, führt die Erkrankung nach der Geburt zu schwerer Atemnot, verläuft jedoch häufig auch tödlich.

„Studienergebnisse zeigen, dass es mittels moderner Ultraschallverfahren möglich ist, Lungenhypoplasien bereits in einem sehr frühen Stadium der Schwangerschaft zu erkennen“, sagt Professor Dr. med. Eberhard Merz, Direktor der Frauenklinik am Krankenhaus Nordwest, Frankfurt am Main.

Um die Lungen-Unterentwicklung festzustellen zu können, bestimmten Mediziner mittels 3-D-Ultraschall das Lungenvolumen von über 300 Föten. Die Mütter der ungeborenen Babys waren dabei zwischen 18 und 34 Schwangerschaftswochen. Aus den gewonnenen Daten erstellten die Experten Normkurven, die Aufschluss darüber gaben, wie groß das durchschnittliche Lungenvolumen von Föten je nach Alter – oder Schwangerschaftsdauer – ist.

„Die Messungen zeigten, dass das Lungenvolumen ungeborener Babys etwa ab 22 Schwangerschaftswochen kontinuierlich zunimmt“, sagt Professor Merz, der die Studie gemeinsam mit Kollegen durchgeführt hat. Für die Studie wurden auch zwölf Feten untersucht, die aufgrund angeborener Krankheiten ein erhöhtes Risiko für eine Lungenhypoplasie aufwiesen. Bei elf der zwölf ungeborenen Kinder nahm das Lungenvolumen kaum zu und lag deutlich unter dem altersabhängigen Durchschnittswert.

„Bereits vor der 24. Schwangerschaftswoche legte die sonografische Untersuchung bei diesen Feten den Verdacht einer Hypoplasie nahe“, so Merz. Das Ergebnis bestätigte sich nach der Geburt der Kinder, die tatsächlich eine auffällige Unterentwicklung der Lunge aufwiesen.

Die Früherkennung fetaler Erkrankungen ist besonders wichtig, um Geburtshilfe- und Therapiemaßnahmen je nach Art der Erkrankung des Babys planen und vorbereiten zu können. „Wird beispielsweise eine Lungenhypoplasie vor der Geburt diagnostiziert, sollte die Entbindung unbedingt in einem Perinatalzentrum erfolgen, wo die zur Therapie notwendigen neonatologischen Spezialisten zur Verfügung stehen“, so Merz.

Quelle:
Miric TesanicD, Merz E, Wellek S,
Fetal Lung Volume Measurements using 3D Ultrasonography
Ultraschall in der Medizin 2011; 32: 373-380
DOI: 10.1055/s-0029-1245832
Ihr Kontakt für Rückfragen:
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
Pressestelle
Anna Julia Voormann
Julia Hommrich
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-423
Fax: 0711 8931-167
hommrich@medizinkommunikation.org

Anna Julia Voormann | idw
Weitere Informationen:
http://www.degum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Immer mehr Patienten profitieren von Innovationen in der Gefäßmedizin
08.06.2018 | Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.

nachricht Doppelschichtstents in der Halsschlagader schützen vor Schlaganfall
07.06.2018 | Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Phänomene im magnetischen Nanokosmos

22.06.2018 | Physik Astronomie

Roboter zeichnet Skizzen von Messebesuchern

22.06.2018 | Messenachrichten

Wärmestrahlung bei kleinsten Teilchen

22.06.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics