Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nuklearmedizinische Herzuntersuchungen – Neue Techniken, größere Präzision

09.04.2018

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems stellen die häufigste Todesursache in Deutschland und den westlichen Industrienationen dar. Allerdings ist die Sterblichkeit rückläufig. Die Erfolge der Medizin in diesem Bereich sind auch auf eine rasante Entwicklung in der Diagnose dieser Erkrankungen zurückzuführen. Hier spielen nuklearmedizinische Methoden eine entscheidende Rolle.

Die Hauptursache von Herzerkrankungen liegt in der Arteriosklerose, der Veränderung der Gefäßwände. Sie betrifft insbesondere die Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Blut versorgen. In einem fortgeschrittenen Stadium können diese Veränderungen zu Durchblutungsstörungen des Herzmuskels – zur so genannten „Ischӓmie“ – oder sogar zu einem kompletten Gefäßverschluss mit der Folge eines Herzinfarktes führen. Die nuklearmedizinische Herz-Szintigraphie stellt hier ein etabliertes Verfahren zum Nachweis oder zum Ausschluss solcher Durchblutungsstörungen des Herzmuskels dar.


Diese Untersuchungsmethode macht sichtbar, wo und wie stark die Nährstoffversorgung des Herzens eingeschränkt ist. Mit neuesten digitalen und halbleiterbasierten Kamerasystemen, die ganz auf das Herz fokussiert sind, können nun schnellere, schonendere und noch präzisere Aufnahmen erstellt werden. Ohne einen Eingriff in den Körper wird mit der Herz-Szintigraphie so bereits im Vorfeld festgestellt, ob eine bedeutend risikoreichere und daher problematischere Untersuchung mittels Herzkatheter oder sogar ein chirurgischer Eingriff an einer Herzkranzarterie überhaupt erforderlich ist.

Die Durchblutung des Herzens wird dabei nicht nur im Bild erfasst sondern auch in absoluten Werten gemessen. Hierdurch kann das Erkrankungsrisiko von Patienten genauer erkannt und ihre Behandlung optimiert werden.

Aktuelle Forschungsergebnisse lassen hoffen, dass durch neue Verfahren der Nuklearmedizin auch andere Herzerkrankungen in Zukunft noch früher erkannt werden. Nuklearmedizinische Methoden bringen beispielsweise bei Verdacht auf Entzündungen oder Infektion von Herzklappen oder Implantaten wie Schrittmachern Klarheit über den aktuelle Zustand.

Entzündungsaktivitäten können genau beurteilt und frühzeitig erkannt werden. Auch bei einer Herzbeteiligung durch systemische Erkrankungen wie beispielsweise der Sarkoidose oder der Amyloidose, die ein erhebliches Risiko für betroffene Patienten darstellt, werden neue nuklearmedizinische Techniken immer stärker in der Krankenversorgung eingesetzt.

Die Hoffnung in der Herzmedizin ist, dass durch eine frühzeitige Erkennung und durch eine genaue Erfassung der Aktivität von Herzerkrankungen eine entsprechend rechtzeitige präventive Behandlung in die Wege geleitet und die Entstehung von Komplikationen vermieden werden kann. Den neuen nuklearmedizinischen Verfahren zur Erfassung von Durchblutung, Entzündung und anderen biologischen Abläufen im Herzen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.

Herzerkrankungen bilden ein Schwerpunktthema auf der 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin. Die Tagung findet vom 18. bis 21. April 2018 in Bremen statt. Die Kombination aus Kongress – für den national und international renommierte Referenten gewonnen werden konnten – und einem interaktiven Fortbildungsprogramm sowie der in Deutschland größten, branchenspezifischen Industrieausstellung bietet eine ideale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Weiterbildung.

Damit zählt die NuklearMedizin 2018 zu den international bedeutendsten und größten Tagungen für Nuklearmedizin. In diesem Jahr werden rund 2.000 Teilnehmer – Mediziner, Naturwissenschaftler und medizinisch-technisches Personal – erwartet.

Sämtliche Informationen zur NuklearMedizin 2018 finden Sie auf der Kongresshomepage http://nukmed18.nuklearmedizin.de. Dort ist auch die Presseakkreditierung zum Kongress möglich.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V.
Pressereferat, Stefanie Neu
Nikolaistraße 29, D-37073 Göttingen
Tel. 0551 / 48857-402, info@nuklearmedizin.de
http://www.nuklearmedizin.de

DGN e.V. Pressestelle | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Der implantierte Code: Produktkennzeichnung für jahrzehntelange Nachverfolgung entwickelt
03.06.2020 | Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU

nachricht Neu: Diamanttechnik im Herzkatheterlabor
03.06.2020 | Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Magnetische Kristallschichten für den Computer von Morgen

Ist die Elektronik, so wie wir sie kennen, am Ende?

Der Einsatz moderner elektronischer Schaltkreise für immer leistungsfähigere Rechentechnik und mobile Endgeräte stößt durch die zunehmende Miniaturisierung in...

Im Focus: K-State study reveals asymmetry in spin directions of galaxies

Research also suggests the early universe could have been spinning

An analysis of more than 200,000 spiral galaxies has revealed unexpected links between spin directions of galaxies, and the structure formed by these links...

Im Focus: Neue Messung verschärft altes Problem

Seit Jahrzehnten rätseln Astrophysiker über zwei markante Röntgen-Emissionslinien von hochgeladenem Eisen: ihr gemessenes Helligkeitsverhältnis stimmt nicht mit dem berechneten überein. Das beeinträchtigt die Bestimmung der Temperatur und Dichte von Plasmen. Neue sorgfältige, hoch-präzise Messungen und Berechnungen mit modernsten Methoden schließen nun alle bisher vorgeschlagenen Erklärungen für diese Diskrepanz aus und verschärfen damit das Problem.

Heiße astrophysikalische Plasmen erfüllen den intergalaktischen Raum und leuchten hell in Sternatmosphären, aktiven Galaxienkernen und Supernova-Überresten....

Im Focus: New measurement exacerbates old problem

Two prominent X-ray emission lines of highly charged iron have puzzled astrophysicists for decades: their measured and calculated brightness ratios always disagree. This hinders good determinations of plasma temperatures and densities. New, careful high-precision measurements, together with top-level calculations now exclude all hitherto proposed explanations for this discrepancy, and thus deepen the problem.

Hot astrophysical plasmas fill the intergalactic space, and brightly shine in stellar coronae, active galactic nuclei, and supernova remnants. They contain...

Im Focus: Neuartiges Covid-19-Schnelltestverfahren auf Basis innovativer DNA-Polymerasen entwickelt

Eine Forschungskooperation der Universität Konstanz unter Federführung von Professor Dr. Christof Hauck (Fachbereich Biologie) mit Beteiligung des Klinikum Konstanz, eines Konstanzer Diagnostiklabors und des Konstanzer Unternehmens myPOLS Biotec, einer Ausgründung aus der Arbeitsgruppe für Organische Chemie / Zelluläre Chemie der Universität Konstanz, hat ein neuartiges Covid-19-Schnelltestverfahren entwickelt. Dieser Test ermöglicht es, Ergebnisse in der Hälfte der Zeit zu ermitteln – im Vergleich zur klassischen Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR).

Die frühe Identifikation von Patienten, die mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert sind, ist zentrale Voraussetzung bei der globalen Bewältigung...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gebäudewärme mit "grünem" Wasserstoff oder "grünem" Strom?

26.05.2020 | Veranstaltungen

Dresden Nexus Conference 2020 - Gleicher Termin, virtuelles Format, Anmeldung geöffnet

19.05.2020 | Veranstaltungen

Urban Transport Conference 2020 in digitaler Form

18.05.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Magnetische Kristallschichten für den Computer von Morgen

03.06.2020 | Informationstechnologie

Wundheilung detailliert aufgeschlüsselt

03.06.2020 | Biowissenschaften Chemie

Ein einzelnes Gen bestimmt das Geschlecht von Pappeln

03.06.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics