Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tim (Total imaging matrix) beweist weltweit sein Können

05.09.2005


Erste klinische Erfahrungen mit Total imaging matrix offenbaren neue Diagnosemöglichkeiten

Im Jahr 2004 läutete Siemens Medical Solutions (Med) eine neue Ära in der Magnetresonanztechnologie (MR) ein: Unter dem Namen Tim (Total imaging matrix) hat das Unternehmen damals ein neuartiges Verfahren präsentiert, das erstmals Ganzkörperaufnahmen in exzellenter Bildqualität in nur einer einzigen Untersuchung ermöglichte. Mittlerweile sind weltweit fast 600 Tim-Systeme installiert und die ersten klinischen Erfahrungen zeigen das breite Leistungsspektrum dieser Technologie.

Die Tim-Technologie, die Möglichkeit zur Nutzung einer 32-Kanal-Spule und neue Messverfahren wie AutoViability und Cine-late Enhancement, das erstmals die bewegte Darstellung des Infarktareals ermöglicht, erleichtern Herzuntersuchungen und damit die Diagnose kardiovaskulärer Erkrankungen mit MR deutlich. Nicht nur eine höhere Auflösung kann erzielt werden, auch der Workflow verbessert sich entscheidend: Eine komplette Herzuntersuchung eines Infarktpatienten mit MR kann heute beispielsweise innerhalb von 15 bis 30 Minuten abgeschlossen werden. Die in Zusammenarbeit mit Raymond Kim von der Duke University, Raleigh Durham, North Carolina/USA, entwickelte und inzwischen in den USA patentierte Technik zur präzisen Infarktdarstellung mittels Delayed Enhancement wird von mehreren Kooperationspartnern weltweit bereits zur Diagnose und Differenzierung der verschiedenen Typen von Kardiomyopathie verwendet. Mit Hilfe dieser Untersuchung können erstmals auch Aussagen über das Risiko eines Patienten, unbehandelt an plötzlichem Herztod zu sterben, getroffen werden. Das zeigten Arbeiten von Professor Dudley Pennell vom Royal Brompton Hospital in London. Diese Kalkulation ist ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Implantation eines Herzschrittmachers.

Pennell war es außerdem erstmals möglich, bei Thalassämie-Patienten die Überwachung der Therapie von einer invasiven Methode – mittels Biopsie der Leber – auf eine nichtinvasive Methode mit Hilfe der MR umzustellen. Gleichzeitig konnte er die Überlebensrate dieser Patienten erhöhen. Thalassämie, eine besondere Form der Kardiomyopathie, ist eine im Mittelmeerraum und in Asien verbreitete genetische Erkrankung, die bisher unbehandelt zum Tode führte. Deren Behandlung allerdings hat eine Eisenanlagerung in Herz und Leber zur Folge, welche zu Herzversagen und plötzlichem Herztod führen kann. Damit dies nicht geschieht, muss der Eisengehalt im Herzen genau kontrolliert werden. Bisher ging das nur durch Biopsien, die allerdings nicht im Herzen, sondern in der Leber durchgeführt wurden. Da jedoch das Herz der entscheidende Faktor dieser Erkrankung ist, war die Sterberate bei diesen Patienten trotz Behandlung sehr hoch. Jetzt ist es mit der Magnetresonanztomographie und Tim erstmals möglich, den Eisengehalt im Herzen nicht-invasiv innerhalb von nur fünf Minuten zu bestimmen und so die Behandlung genau zu steuern. Das lässt die Sterberate deutlich sinken.

Weiterhin ermöglicht Tim erstmals die ganzheitliche, systemische Untersuchung kardiovaskulärer Erkrankungen, zum Beispiel von Arteriosklerose und Diabetes, die nicht nur das Herz, sondern auch andere Organe und das Gefäßsystem betreffen. So können bei Diabetes die Nieren in Zusammenhang mit dem Herzen und dem gesamten Gefäßsystem problemlos in nur einem Schritt untersucht werden. Der Arzt kann schon frühzeitig Gefäßveränderungen diagnostizieren und therapeutisch eingreifen, bevor es zu einer Schädigung des Herzmuskels kommt.

Obwohl durch Tim Patienten mit einer Größe bis zu 2,05 Metern untersucht werden können, bietet die Technik ebenfalls spezielle Vorteile für die Untersuchung von Kindern: Mit Messtechniken wie GRAPPA und T-SENSE kombiniert mit den 32 Hochfrequenzkanälen von Tim sind schnelle Herzraten bei Kindern und kleinste anatomische Strukturen keine Herausforderung mehr. Darum werden die Tim-Systeme häufig in Spezialkliniken und -abteilungen für Kinderkardiologie zur Diagnose und Operationsplanung von angeborenen Herzfehlern eingesetzt. Denn sie erlauben eine vierdimensionale Darstellung des Herzens und der Gefäße mit besserer räumlicher Auflösung von unter einem Millimeter in einer noch kürzeren Aufnahmezeit.

Mittlerweile steht die Tim-Technologie neben dem Magnetom Avanto auch anderen Siemens-MR-Systemen zur Verfügung. So wurden vor kurzem die ersten beiden 3-Tesla-MR, Magnetom Trio, mit der Tim-Technologie in USA und Deutschland in Betrieb genommen. Das Magnetom Espree, das weltweit kürzeste 1,5-Tesla-System mit einer sehr weiten Tunnelöffnung von 70 Zentimetern, wurde bereits letzten Sommer vorgestellt.

In Kombination mit Tim erlaubt es erstmals, die Auswirkungen von Übergewicht und Fettleibigkeit auf Herz, Gefäße und andere Organe mit höherer Bildqualität als bei herkömmlichen offenen Systemen zu untersuchen. Immerhin haben Übergewichtige ein etwa dreifach höheres Risiko, an Herzinfarkt zu sterben. Weiterer Effekt des größeren Tunnels ist der breitere Raum um den Patienten herum. Das erlaubt einen besseren Zugang des Arztes zum Patienten, was insbesondere bei Herzuntersuchungen mit pharmakologischen Stressmitteln ein entscheidender Faktor ist.

Siemens Medical Solutions (Med) ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum von bildgebenden Systemen für Diagnose und Therapie, über die Elektromedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Mithilfe dieser Lösungen ermöglicht Med seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen, als auch im administrativen Bereich zu erzielen – so genannte „Proven Outcomes“. Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken und Praxen und führen zu mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Med beschäftigt weltweit rund 31 000 Mitarbeiter und ist in 120 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2004 (30. September) erzielte Med einen Umsatz von 7,07 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 8,12 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,05 Mrd. €.

Anja Suessner | Siemens AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/medical

Weitere Berichte zu: Herztod Magnetom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt
19.07.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

nachricht Schonend, schnell und präzise: Innovative Herz-Bildgebung in Freiburg
18.07.2018 | Universitätsklinikum Freiburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics