Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

UKM-Lungenexperten gelingt erfolgreiche Entfernung von 81 Metastasen im Lungenflügel

15.03.2010
Thoraxchirurg PD Dr. Karsten Wiebe: Komplette Entfernung enorm wichtig für Tumorpatienten / Patient geht es gut

Lungenspezialisten des Universitätsklinikums Münster (UKM) ist es gelungen, bei einem krebskranken Patienten erfolgreich 81 Metastasen aus einem Lungenflügel chirurgisch zu entfernen.

„Die Herausforderung bestand darin, möglichst viel Lungengewebe zu erhalten, um die Lungenfunktion nicht zu stark zu beinträchtigen“, erklärt Thoraxchirurg Privatdozent Dr. Karsten Wiebe, der den Eingriff durchgeführt hat. Zwar sind schon mehrfach erfolgreich über 30 Metastasen pro Lungenflügel entfernt worden, die hohe Anzahl von „81 entfernten Metastasen sei jedoch bislang nicht dokumentiert“, so Wiebe.

Der Patient leidet ursprünglich an einem Knochentumor (Osteosarkom). Ende 2009 wurde dann bei einer Kontrolle eine starke Zunahme der Anzahl und der Größe der Lungenmetastasen festgestellt, die einen schnellen chirurgischen Eingriff nötig machte. Wiebe: „Sarkome metastasieren häufig in die Lunge, nicht jedoch in andere Organe. Eine Chemotherapie kann unterstützen, die langfristige Prognose des Patienten hängt jedoch von der kompletten chirurgischen Entfernung der Metastasen ab. Durch ein optimales chirurgisches Vorgehen gelingt es bei ca. einem Drittel der Sarkompatienten mit Lungenmetastasen noch eine dauerhafte Heilung zu erreichen.“ Aus diesem Grunde ist eine komplette Entfernung der Lungenmetastasen enorm wichtig – und natürlich die regelmäßige Kontrolle der Metastasen.

In dem konkreten Fall war dies jedoch angesichts der großen Anzahl eine besondere chirurgische Herausforderung. UKM-Lungenexperte Wiebe: „Unklar ist nach wie vor die Frage, wie viele Metastasenentfernungen eine Lunge verkraftet. Wann funktioniert sie noch? Wann wird sie zu stark geschädigt?“ Wichtig sind daher bei solchen Eingriffen so genannte parenchymsparende Operationstechniken (Parenchym = spezielle Funktionszellen), damit möglichst viel Lungengewebe erhalten bleibt. Denn häufig werden diese Patienten im Verlauf ihrer Erkrankung mehrmals an der Lunge operiert, speziell wenn sehr viele Metastasen vorhanden sind. Dabei werden die Metastasen mit Lasern und Elektromessern mit einem minimalen Sicherheitsabstand aus dem gesunden Gewebe „ausgeschält“ (Enukleation). Mit speziellen Nähten werden dann die „Löcher“ in der Lunge wieder verschlossen.

Wiebe: „Bei vielen Metastasen ist die Operation sehr zeitaufwändig. Entscheidend dabei ist es, das Lungengewebe immer wieder systematisch durchzutasten, um alle Metastasen, auch die nur zwei Millimeter großen, zu entdecken und zu entfernen.“ Die nun durchgeführte Operation dauerte fünf Stunden. Das Wichtigste: Der 50-jährige Patient konnte das UKM inzwischen verlassen und befindet sich erfolgreich in einer Anschlussnachbehandlung.

Stefan Dreising | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de

Weitere Berichte zu: Lunge Lungenflügel Lungengewebe Lungenmetastase Metastase

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht MHH-Forscher entdeckt: Ein Muskelprotein hilft bei der Eizellteilung
14.10.2019 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Forscher entschlüsseln Wirkung von Ebola-Impfstoff - Virologen der Uniklinik Köln identifizieren neue Antikörper
08.10.2019 | Uniklinik Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Insekten teilen den gleichen Signalweg zur dreidimensionalen Entwicklung ihres Körpers

18.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Volle Wertschöpfungskette in der Mikrosystemtechnik – vom Chip bis zum Prototyp

18.10.2019 | Physik Astronomie

Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria

18.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics