Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

SimuScape: Virtuelle Trainingsumgebung für medizinische Alltagssituationen

20.11.2008
Am 20. November 2008 eröffnete die Medizinische Fakultät der Universität Münster den 2. Bauabschnitt für ihr europaweit einzigartiges Studienhospital.

Hier können angehende Ärzte in einer realitätsnahen Umgebung typische Situationen ihres späteren Berufslebens trainieren. Fraunhofer FIRST wurde im Rahmen des Bauvorhabens mit der Entwicklung eines Simulators für virtuelle Trainingsumgebungen beauftragt.

Münster, Hauptstraße, Donnerstagabend 23.00 Uhr, Sirenengeheul, ein Krankenwagen kommt heran, auf dem Asphalt liegt ein bewusstloser Mann neben seinem Fahrrad, um ihn herum eine Menge Schaulustiger. Eine junge Ärztin begibt sich zielstrebig auf den Verletzten zu - Studienalltag in der Medizinischen Fakultät der Universität Münster. Was so dramatisch aussieht, findet jedoch in einer geschützten Umgebung statt: Der Patient ist Schauspieler, die dramatische Szene eine virtuelle Trainingsumgebung. Hier üben angehende Ärzte, wie sie in typischen Alltagssituationen am besten reagieren.

Möglich wird die realistische Gestaltung durch eine Panoramaprojektion von Fraunhofer FIRST, die Schauspieler und Studierende durch einen Darstellungswinkel von 270 Grad mitten ins Geschehen stellt. Das Bild wird von sieben Projektoren erzeugt, die in einer Höhe von drei Metern angebracht sind, und realistische Szenen an die Wände des zylinderförmigen Übungsraums werfen. Die Akteure können sich innerhalb der Projektion in einem Durchmesser von drei bis vier Metern frei bewegen und verschiedene Szenen proben. "Für uns war es hochinteressant, mit den Medizinern der Medizinischen Fakultät der Universität Münster zusammenzuarbeiten und zu sehen, wie sie unsere Technologien für ihr Training nutzen. Wir glauben, dass interaktive, virtuelle Trainingsumgebungen erheblich zu einer Verbesserung der Ausbildung beitragen können", sagt Herbert Rüsseler, Abteilungsleiter Interaktive Systeme bei Fraunhofer FIRST.

Technisch stellen Panoramaprojektionen nach wie vor eine große Herausforderung dar. Einzelne Projektoren reichen für eine derart weitwinklige Darstellung nicht aus. Daher benutzt man Projektorcluster. Die Bilder der einzelnen Projektoren müssen haargenau aufeinander abgestimmt und an die gekrümmte Projektionsfläche angepasst werden. Um diesen Prozess zu erleichtern, hat Fraunhofer FIRST eine Software entwickelt, die die automatische Feineinstellung der Projektoren unterstützt. Zwei Kameras nehmen dazu zunächst die Geometrie der Projektionsfläche auf und übermitteln die Position der noch unverzerrten Bilder an einen Computer. Dieser errechnet dann die optimale Position, verzerrt die Bilder entsprechend der Projektionsfläche und legt sie pixelgenau aneinander. Der gesamte Prozess dauert nur wenige Minuten. Ergänzt wird die Software durch einen Player, der es erlaubt, verschiedene Szenen auszuwählen und abzuspielen sowie weitere Geräte anzusteuern. Für die Medizinische Fakultät der Universität Münster wurde ein 5.1-Soundsystem integriert. In einem weiteren Schritt soll ein Aufnahmesystem für Surround-Video und Surround-Sound entwickelt werden, das Bild und Ton 1:1 umsetzt.

Bedeutsam wird ein solcher Simulator vor allen Dingen durch die Erkenntnisse der Lerntheorie, die einen deutlich höheren Lehr- und Lerneffekt nahe legen, wenn das Lernen in einer realitätsnahen Lernumgebung stattfindet. Auch der Stress, unter dem die angehenden Mediziner in einer solch simulierten Problemsituation stehen, hilft beim "Lebenslangen Lernen". Das "was wäre wenn" einmal konkret auszuprobieren, ohne stets ein "nun stellen Sie sich einmal vor" zu gebrauchen, ist Ziel von Initiator und Studiendekan Dr. B. Marschall an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster: "Dies können wir nun aufgrund der ausgezeichneten Bildqualität und der komfortablen Handhabung des Fraunhofer Visualisierungssystems ,SimuScape' einfach und eigenständig in viele Situationen der klinischen Ausbildung integrieren."

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:

Pressekontakt Fraunhofer FIRST:
Mirjam Kaplow
Tel.: 030/6392-1823
E-Mail: mirjam.kaplow@first.fraunhofer.de
Pressekontakt Medizinische Fakultät der Universität Münster:
Dr. Thomas Bauer
Tel.: 0251/83-58937
E-Mail: thbauer@uni-muenster.de

Mirjam Kaplow | idw
Weitere Informationen:
http://www.first.fraunhofer.de/home

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gangmessdaten visualisieren und analysieren
16.07.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht „Small meets smaller“ – Nanopartikel beeinflussen Schimmelpilzinfektion der Atemwege
05.07.2018 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

17.07.2018 | Physik Astronomie

Künstliche neuronale Netze helfen, das Gehirn zu kartieren

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weltgrößte genetische Studie zu allergischem Schnupfen

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics