Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Reiseinfekten durch einfache Regeln vorbeugen

11.07.2012
Unerwünschte Urlaubssouvenirs
DGVS: Vor Reisedurchfall schützen einfache Regeln

Bis zu 50 Prozent aller Reisenden in tropischen oder subtropischen Ländern ziehen sich während ihres Urlaubs eine Durchfallerkrankung zu. Besonders häufig sind Touristen in Afrika, Südasien, Süd- und Mittelamerika betroffen. Aber auch in einigen Ländern Süd- und Ost-Europas kommt es – aufgrund fehlender Hygienestandards – häufig zu Reiseinfektionen.

Urlauber können sich durch das Einhalten einiger Vorsichtsmaßnahmen schützen, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

„Durchfallinfektionen gehen in der Regel von verunreinigten Lebensmitteln oder Getränken aus“, erklärt DGVS-Experte Professor Dr. med. Ansgar Lohse, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, zu der auch die für Tropenmedizin zuständige Bernhard-Nocht-Klinik gehört. Häufigste Auslöser seien verwandte des EHEC-Erregers, sogenannte enterotoxinbildende Escherichia coli-Stämme, kurz ETEC. Aber auch Campylobacter, Salmonellen, Shigellen und bestimmte Virenarten können Durchfälle auslösen.
Probleme tauchen insbesondere dann auf, wenn Essen und Getränke nicht kühl gelagert werden: „Die meisten Bakterien wachsen bei Temperaturen zwischen 10 und 60 Grad“, so der Infektionsmediziner. Durch Erhitzen auf mindestens 60 Grad würden die Keime abgetötet.

Generell gilt: Halten Sie sich an die bewährte Regel „Boil it, cook it, peel it or forget it“, zu deutsch: „Koch es, schäl es oder vergiss es“. Auf rohe Milch- und Eierspeisen, wie Speiseeis, Pudding oder Mayonnaise und Rohkostprodukte, wie Salate, sollte am besten ganz verzichtet werden. Von schälbarem Obst hingegen geht keine Gefahr aus. Gemüse, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sind frei von Erregern, wenn sie ausreichend erhitzt wurden. Wichtig ist es, auch beim Trinken achtsam zu sein.

„Verzichten Sie auf Fruchtsäfte und Eiswürfel, trinken Sie nur aus originalverschlossenen Flaschen und kochen Sie Wasser ab, bevor sie es trinken“, rät Lohse.

Kommt es – trotz aller Vorsicht – zu einer Infektion, ist das zwar lästig, häufig aber nicht bedrohlich: „Die meisten Durchfallerkrankungen klingen nach ein bis drei Tagen von alleine wieder ab“, erklärt Gastroenterologe Lohse. „Gehen Sie aber zum Arzt, wenn die Krankheit länger dauert, Fieber oder starke Schmerzen auftreten oder sich Blut oder Schleim im Stuhl findet.“

Menschen, die an einer chronischen Krankheit wie Diabetes, Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn leiden, sollten Durchfallerkrankungen besonders ernst nehmen. Und auch bei Kleinkindern und älteren Menschen kann Durchfall mitunter schwer verlaufen und schnell dazu führen, dass der Körper austrocknet.

Deshalb ist es besonders wichtig, viel zu trinken. Beim Ausgleich von Salz und Wasserhaushalt helfen Elektrolytlösungen. Wer diese nicht in der Reiseapotheke hat, kann acht Teelöffel Zucker und einen gestrichenen Teelöffel Salz auf einen Liter abgekochtes Wasser geben. Medikamente mit dem Wirkstoff Loperamid könnten den Darm für einige Stunden beruhigen, helfen aber nicht gegen die Infektion.

Eine generelle Antibiotika-Prophylaxe halten Experten nicht für zweckmäßig. „Auch eine Selbsttherapie mit Antibiotika sollte nur im äußersten Notfall erfolgen“, erklärt Lohse. Für eine wirksame Behandlung sei ein Arztbesuch unverzichtbar. Hinweise auf die Herkunft der Keime, Stuhluntersuchung und Erregerdiagnostik geben mitunter schnell Aufschluss.

Bei Reisen in tropische und subtropische Länder empfiehlt die DGVS eine Beratung durch einen Reise- oder Tropenmediziner. Von ihm erhalten Reisende auch Informationen darüber, wann etwa Impfungen gegen Cholera, Typhus oder Hepatitis sinnvoll sind. Adressen von Reisemedizinischen Beratungsstellen finden Interessierte auf der Internetseite des Centrums für Reisemedizin unter http://www.crm.de/beratungsstellen/

Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als 5000 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen der DGVS ist die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane – zum Wohle des Patienten.

Pressekontakt für Rückfragen:
DGVS Pressestelle
Anna Julia Voormann
Irina Lorenz-Meyer
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Berliner Büro im Langenbeck Virchow-Haus:
Luisenstraße 59
10117 Berlin
Tel: 0711 8931-552/-642
Fax: 0711 8931-984
lorenz-meyer@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.dgvs.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die Gene sind nicht schuld
20.07.2018 | Technische Universität München

nachricht Staus im Gehirn: FAU-Forscher identifizieren eine Ursache für Parkinson
20.07.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics