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Neue Substanz zur Verbesserung der Inselzelltransplantation erforscht

28.07.2010
Aminosäuren-Kombination erhöht Lebensdauer und Funktion der verpflanzten Insulin-produzierenden Zellen

Die Medizinische Klinik und Poliklinik III des Dresdner Universitätsklinikums hat bundesweit das zurzeit einzig aktive Inselzelltransplantations-Programm. Jetzt wurde hier eine neuartige Methode erforscht, mit der sich Funktion und Lebensdauer Insulin-produzierender Zellen nachhaltig verbessern lassen. Anzahl und Qualität von Inselzellen stehen in engem Zusammenhang mit Wachstumshormonen.

Regt man deren Produktion mit Hilfe einer speziellen Substanz an, verbessern sich Wachstum und Lebensdauer der Insulin-poduzierenden Zellen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan R. Bornstein und mit Unterstützung des amerikanischen Medizin-Nobelpreisträgers Prof. Andrew V. Schally hat die Dresdner Wissenschaftlerin Dr. Barbara Ludwig dies jetzt erstmals im Tiermodell nachgewiesen. Inselzellen von Ratten erhielten vor der Transplantation die speziell entwickelte Substanz, mit der die Ausschüttung des Hormons angeregt wurde. Die anschließend in Mäuse transplantierten Inselzellen zeigten im Organismus eine deutlich verbesserte Leistungsfähigkeit. Dieser Ansatz könnte in Zukunft den Erfolg von Inselzelltransplantationen nachhaltig verbessern.

Die Transplantation von Insulin-produzierenden Zellen aus einem Spenderorgan stellt für Menschen, die an Typ I Diabetes erkrankt sind und trotz medikamentöser Behandlung an starken Schwankungen ihres Zuckerhaushalts leiden, eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität dar. Leider weisen die transplantierten Inselzellen nicht immer die erhoffte Lebensdauer und Leistungsfähigkeit auf. Mitverantwortlich für deren Lebensdauer und Fähigkeit zur Vermehrung ist ein körpereigenes Wachstumshormon. Daran setzt nun ein aktuelles Forschungsprojekt des Uniklinikums Dresden an, das unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan R. Bornstein, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III und Kodirektor des Paul-Langerhans-Instituts Dresden, und mit Unterstützung des amerikanischen Nobelpreisträgers Prof. Andrew V. Schally Ergebnisse präsentiert, die Hoffnung für die zukünftige Behandlung von Diabetes bringen: Im Tiermodell konnten die Wissenschaftlerin Dr. Barbara Ludwig und Mitarbeiter nachweisen, dass Inselzellen, die vor der Transplantation mit einer speziell entwickelten – und inzwischen patentierten – Substanz zur vermehrten Produktion des Wachstumshormons behandelt wurden, eine deutlich verbesserte Leistungsfähigkeit, Lebensdauer sowie Fähigkeit zur Vermehrung aufweisen. Der Zuckerstoffwechsel der an Diabetes leidenden Mäuse verbesserte sich nach der Transplantation der behandelten Inselzellen deutlich mehr als bei den Tieren, deren Transplantat nicht mit der Substanz behandelt worden war. So zeigten in der behandelten Gruppe fast alle Mäuse einen stark verbesserten bis gesunden Zuckerstoffwechsel, während nur 50 Prozent der anderen Gruppe eine Verbesserung aufwiesen.

Die biologische Substanz wurde speziell als Impulsgeber für die Produktion des Wachstumshormons entwickelt. Sie setzt sich aus 29 körpereigenen Aminosäuren zusammen, wird künstlich erzeugt und ist potenter und länger wirksam als das ursprüngliche Wachstumshormon.

Bis die neue Therapie beim Menschen angewendet werden kann, bedarf es noch weiterer Forschung. Gelingt es den Dresdner Wissenschaftlern, die Methode auf die Behandlung menschlicher Inselzellen zu übertragen, würde dies einen nachhaltigeren Erfolg für die Inselzelltransplantation bringen. Die Forschungsergebnisse wurden im Juli in der hochrangig eingestuften Fachzeitschrift PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences) publiziert. Die Dresdner Medizinische Klinik und Poliklinik III hat das zurzeit einzig aktive Inselzelltransplantations-Programm in Deutschland.

Kontakt:
Technische Universität Dresden
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
Medizinische Klinik und Poliklinik III
Prof. Dr. med. Stefan R. Bornstein
Tel.: +49 0351 458 5955
E-Mail: Stefan.Bornstein@Uniklinikum-Dresden.de

Konrad Kästner | idw
Weitere Informationen:
http://mk3.uniklinikum-dresden.de

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