Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochdruckliga: Salz in Lebensmitteln muss gekennzeichnet werden

10.02.2010
Die weiße Gefahr: Salz in Lebensmitteln muss gekennzeichnet werden

Eine wesentliche Ursache für Bluthochdruck ist ein zu hoher Kochsalzkonsum. Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht sich dadurch. Weniger Salz kann somit Leben retten. Das belegt eine aktuelle Studie im New England Journal of Medicine (NEJM).

Demnach würde, alleine in den USA, eine drei Gramm niedrigere Tagesration 44 000 bis 92 000 Todesfälle pro Jahr vermeiden. Damit Menschen eine Chance haben, ihren Salzkonsum zu reduzieren, müssten sie wissen, in welchen Lebensmitteln Salz zu finden ist. Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) fordert deshalb eine Ampel-Kennzeichnung von verstecktem Salz in Lebensmitteln.

Vor allem Fertigprodukte, Fastfood und häufiges Nachsalzen erhöhen die empfohlene tägliche Salzdosis. Durch Veränderungen der Essgewohnheiten in den westlichen Gesellschaften ist der durchschnittliche tägliche Kochsalzkonsum gestiegen. In Deutschland beispielsweise auf durchschnittlich zehn Gramm pro Tag. Demgegenüber liegt der eigentliche Bedarf an Kochsalz bei weniger als drei Gramm pro Tag.

Zahlreiche Fachgesellschaften und die WHO empfehlen deshalb den Kochsalzkonsum auf jeden Fall unter sechs Gramm pro Tag einzuschränken. "Ein hoher Salzkonsum entsteht häufig gar nicht durch das eigene Nachsalzen, sondern durch den hohen Salzgehalt prozessierter Nahrung. Denn viele Produkte, die wir tagtäglich bedenkenlos essen, haben einen hohen Salzanteil. Das gilt nicht nur für die sogenannten 'üblichen Verdächtigen', wie Fertigpizza oder Tütensuppe. Auch Brot, Käse und Wurst sind sehr salzhaltig. Die wenigsten wissen jedoch, dass auch Schokolade viel Salz enthalten kann", warnt Professor Dr. med. Joachim Hoyer, Vorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e. V. (DHL) und Leiter der Klinik für Innere Medizin, Schwerpunkt Nephrologie an der Medizinischen Fakultät der Philipps-Universität in Marburg.

"Eine deutliche Senkung des Salzkonsums kann bei Hypertonikern außerdem dazu führen, dass die Anzahl der blutdrucksenkenden Medikamente drastisch vermindert werden kann", so der Experte weiter. Laut NEJM-Studie zieht eine Reduktion des Salzkonsums noch weitere positive Effekte nach sich: 60 000 bis 120 000 weniger neue Fällen chronischer Herzkrankheiten, 54 000 bis 99 000 weniger akute Herzinfarkte und 32 000 bis 66 000 weniger Schlaganfälle pro Jahr, alleine in den USA.

"Jeder Mensch sollte die Chance haben, seinen Salzkonsum und damit sein Krankheitsrisiko zu reduzieren. Dafür müssen wir jedoch wissen, in welchen Lebensmitteln Salz zu finden ist. Damit dies gelingt, muss der Salzgehalt in Lebensmitteln gekennzeichnet werden", so Hoyer. Besonders geeignet sind nach Einschätzung der Hochdruckliga dafür Ampelfarben in Verknüpfung mit Text. Diese Kombination ist entscheidend für die Verständlichkeit von Nährwertinformationen auf Lebensmitteln. "Wie erfolgreich diese Methode ist, zeigen Finnland, England und Portugal. Denn dort findet eine Kennzeichnung und eine intensive Gesundheitsaufklärung bereits statt", erläutert Hoyer.

Quelle:
Kirsten Bibbins-Domingo, Ph.D., M.D., Glenn M. Chertow, M.D., M.P.H., Pamela G. Coxson, Ph.D., Andrew Moran, M.D., James M. Lightwood, Ph.D.,Mark J. Pletcher, M.D., M.P.H., and Lee Goldman, M.D., M.P.H.: Projected Effect of Dietary Salt Reductions on Future Cardiovascular Disease (10.1056/nejmoa0907355) 20. Januar 2010 in NEJM.org.N Engl J Med 2010.
Pressekontakt
Deutsche Hochdruckliga e.V.
Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-163
Fax: 0711 8931-167
jakobi@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://www.medizinkommunikation.org
http://awmf.org

Weitere Berichte zu: DHL Hochdruckliga Kochsalzkonsum NEJM Nachsalzen Salz Salzgehalt Salzkonsum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Erkenntnisse zur Schlaganfall-Rehabilitation: Entspannung besser als Laufbandtraining?
19.09.2019 | Universität Greifswald

nachricht Forscher entwickeln "Landkarte" für Krebswachstum
19.09.2019 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer Cluster of Excellence auf der K 2019: Frischer Wind für die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen

Der weltweite Eintrag von Kunststoffen in die Umwelt muss gestoppt werden. Wie ein Kunststoff beschaffen sein muss, damit er kreislauffähig, schnell und rückstandlos abbaubar wird oder im besten Fall nicht in die Umwelt gelangt, ist Thema des Fraunhofer Cluster of Excellence »Circular Plastics Economy«. Auf der K 2019 präsentieren die beteiligten fünf Fraunhofer-Institute am Beispiel Kunststoff den Forschungsansatz, der Energie- und Materialströme einer Wertstoffkette in eine zirkuläre Wirtschaftsform überführen soll. Halle 7, Stand SC1.

350 Millionen Tonnen Kunststoff wurden 2017 weltweit produziert, rund 65 Millionen Tonnen davon in Europa. Kunststoff ist unverzichtbar für...

Im Focus: 'Nanochains' could increase battery capacity, cut charging time

How long the battery of your phone or computer lasts depends on how many lithium ions can be stored in the battery's negative electrode material. If the battery runs out of these ions, it can't generate an electrical current to run a device and ultimately fails.

Materials with a higher lithium ion storage capacity are either too heavy or the wrong shape to replace graphite, the electrode material currently used in...

Im Focus: Nervenzellen feuern Hirntumorzellen zum Wachstum an

Heidelberger Wissenschaftler und Ärzte beschreiben aktuell im Fachjournal „Nature“, wie Nervenzellen des Gehirns mit aggressiven Glioblastomen in Verbindung treten und so das Tumorwachstum fördern / Mechanismus der Tumor-Aktivierung liefert Ansatzpunkte für klinische Studien

Nervenzellen geben ihre Signale über Synapsen – feine Zellausläufer mit Kontaktknöpfchen, die der nächsten Nervenzelle aufliegen – untereinander weiter....

Im Focus: Stevens team closes in on 'holy grail' of room temperature quantum computing chips

Photons interact on chip-based system with unprecedented efficiency

To process information, photons must interact. However, these tiny packets of light want nothing to do with each other, each passing by without altering the...

Im Focus: Happy hour für die zeitaufgelöste Kristallographie

Ein Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD), der Universität Hamburg und dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) hat eine neue Methode entwickelt, um Biomoleküle bei der Arbeit zu beobachten. Sie macht es bedeutend einfacher, enzymatische Reaktionen auszulösen, da hierzu ein Cocktail aus kleinen Flüssigkeitsmengen und Proteinkristallen angewandt wird. Ab dem Zeitpunkt des Mischens werden die Proteinstrukturen in definierten Abständen bestimmt. Mit der dadurch entstehenden Zeitraffersequenz können nun die Bewegungen der biologischen Moleküle abgebildet werden.

Die Funktionen von Biomolekülen werden nicht nur durch ihre molekularen Strukturen, sondern auch durch deren Veränderungen bestimmt. Mittels der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte internationale Konferenz zur Erforschung von Gebärdensprachen an der Universität Hamburg

23.09.2019 | Veranstaltungen

92. Neurologie-Kongress: Mehr als 6500 Neurologen in Stuttgart erwartet

20.09.2019 | Veranstaltungen

Frische Ideen zur Mobilität von morgen

20.09.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neues Analyse-Tool für Datenbankmanagementsysteme: Mowgli weist den Weg im Datenbanken-Dschungel

23.09.2019 | Informationstechnologie

Fraunhofer Cluster of Excellence auf der K 2019: Frischer Wind für die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen

23.09.2019 | Messenachrichten

Qualitätskontrolle in der Immunkommunikation: Chaperone erkennen unfertige Signalmoleküle im Immunsystem

23.09.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics