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Fettzellen verhalten sich wie Organe

02.09.2010
Hinweise auf Krankheitspotenzial von Bauchfett

Ein Forscherteam der Universität von Maastricht hat entdeckt, dass Fettzellen im Bauch- und Nabelbereich weit mehr sind als nur Speicher von überschüssigen Kalorien. Viel mehr sind diese Zellen ein aktives Organ, das chemische Botenstoffe in andere Körperteile schickt.

Diese sorgen wahrscheinlich dafür, dass das Risiko für gefährliche Erkrankungen wie Herzanfälle oder Krebs steigt. Die Forscher berichten in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Journal of Proteome Research über ihre Erkenntnisse.

"Wir haben mehr als 20 Hormone und verschiedene andere bisher unbekannte Substanzen gefunden, die vom Körperfett ins Blut abgegeben werden", so Studienautor Johan Renes von Department of Human Biology an der Maastricht Universität im pressetext-Interview. "In Untersuchungen haben wir das beweisen können", erklärt der Forscher.

Die verkannte Substanzen-Fabrik

Unter den von den Fettzellen produzierten Hormonen befinden sich etwa das appetitsteuernde Leptin und das Adiponektin, das zusammen mit dem Leptin, dem Insulin und anderen Hormonen das Hungergefühl und Nahrungsaufnahme reguliert. Es verstärkt auch die Wirkung des Insulins an den Fettzellen. "Bisher ist ungeklärt, was die Proteine, die von Milliarden von Fettzellen gebildet werden, im Körper anrichten", sagt Renas.

Insgesamt konnten die Forscher 80 verschiedene Proteine, die von Fettzellen gebildet werden, identifizieren. Darunter waren sechs neue Proteine und 20, die bisher in menschlichen Fettzellen nicht bekannt waren.

Studien geben Hinweise

Erst Anfang 2010 hat Rudolf Weiner vom Krankenhaus Sachsenhausen in Frankfurt/Main über seine Erfahrungen mit bariatrischer Chirurgie zur Beseitigung schwerer Adipositas berichtet. Besonders eindrucksvoll fielen dabei die Verbesserungen des Gesundheitszustandes nach einer erfolgten Operation aus. In der Gruppe aller 284 Patienten hat sich die Zahl der Hypertoniker halbiert und die der Diabetes-Patienten war auf ein Drittel zurückgegangen. Am ausgeprägtesten waren jedoch die positiven Effekte auf die Leber.

Für Renas könnte die Reduzierung der Fettzellen ein wesentlicher Grund dafür sein, dass sich der Gesundheitszustand der Betroffenen so rasch verbessert hat. Dennoch rät er zu einer nachhaltigen Lebensstil-Veränderung nach einer erfolgten Operation. "Wenn ein Betroffner nach einem solchen Eingriff seinen Lebensstil nicht ändert, tritt nur eine vorübergehende Besserung ein. Danach verschlechtert sich der Gesundheitszustand jedoch dramatisch", erklärt der Experte.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unimaas.nl

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