Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Treppen steigen, tanzen, nicht rauchen

22.09.2000


... mehr zu:
»Blutdruck »Übergewicht
Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit und des Robert Koch-Instituts anlässlich des 1. Weltherztages am 24.09.2000

Wie in allen hochentwickelten Industriestaaten sind die Herz-Kreislauf-Krankheiten auch in der Bundesrepublik Deutschland Volkskrankheit und Todesursache Nr. 1. Nach neueren Hochrechnungen des vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Herzinfarktregisters Augsburg ist pro Jahr von ca. 147.000 Herzinfarkten bei Männern und 131.000 Herzinfarkten bei Frauen in der Bundesrepublik Deutschland (1997) auszugehen.

Die wichtigsten Risikofaktoren, die auch zum Teil einander beeinflussen, sind bekannt: Rauchen, falsche Essgewohnheiten, mangelnde körperliche Aktivität, Übergewicht, nicht erkannter oder unzureichend behandelter Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und Diabetes mellitus.
Obwohl auch bekannt ist, wie sich die Risikofaktoren von Herz-Kreislauf-Krankheiten durch das eigene Verhalten beeinflussen lassen, ernähren sich viele zu kalorienreich und zu fett, sie sind körperlich zu wenig aktiv oder sie rauchen. Das belegen die Ergebnisse des Bundes-Gesundheitssurveys, einer 1997/99 vom Robert Koch-Institut durchgeführten repräsentativen Gesundheitsstudie bei 7.124 erwachsenen Bundesbürgern.
Zwar essen die Deutschen weniger fettreich als noch vor zehn Jahren, trotzdem ist im Durchschnitt der Fettanteil in der Ernährung noch höher als von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen. Auch überhöhter Alkoholkonsum wirkt sich nachteilig auf das Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko aus und führt zum Beispiel zu einem Anstieg des Blutdrucks und des Schlaganfallrisikos.

Nach Daten des aktuellen Bundes-Gesundheitssurveys trinken etwa 11 % der Frauen und 27 % der Männer mehr als ein bzw. zwei alkoholische Getränke pro Tag und liegen damit oberhalb des von der DGE angegebenen tolerablen Konsums (10 Gramm reiner Alkohol pro Tag bei Frauen, 20 Gramm bei Männern).
Regelmäßige Bewegung, das heißt mindestens eine halbe Stunde an den meisten Tagen der Woche, reduziert nachweisbar das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Am besten geeignet dazu sind Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen, Tanzen, Ballspiele, Fahrradfahren, aber auch ausgedehnte Spaziergänge oder regelmäßiges Treppen steigen bringen bereits gesundheitliche Vorteile. Eine (1999 im International Journal of Epidemiology, Band 28, S. 659-666 veröffentlichte) RKI-Studie zeigt, dass gerade bei älteren Menschen vermehrtes spazieren Gehen, Einkaufen oder Fahrrad Fahren schon mit günstigeren Werten für Blutdruck, Pulsrate und Körpergewicht einhergehen.

Eine Fehlbalance zwischen Bewegung und Ernährung kann zu Übergewicht führen. Zur Zeit ist über die Hälfte der Erwachsenen (Männer sogar zu 70 %) in Deutschland übergewichtig. Als Maßstab gilt ein Body Mass Index von 25 oder größer. Der Body Mass Index wird nach folgender Formel berechnet: Körpergewicht in kg dividiert durch die Körpergröße in Meter zum Quadrat.
Eine weitere Möglichkeit, das Herz-Kreislauf-Risiko sofort zu senken, ist die Aufgabe des Rauchens. Zwar hat nach den Ergebnissen des Bundes-Gesundheitssurveys ein Drittel aller Raucher einen ernsthaften Aufhörversuch innerhalb des letzten Jahres unternommen. Dennoch sind nach wie vor 37 % der Männer und 28 % der Frauen im Alter von 18 und 79 Jahren Raucher. Während bei den Männern der Raucheranteil stagniert (in den neuen Bundesländern) oder sogar sinkt (in den alten Bundesländern) ist die Entwicklung bei den Frauen bedenklich: Seit der vorangegangenen Survey-Erhebung 1990/92 erhöhte sich im Westen der Anteil der Raucherinnen um knapp einen Prozentpunkt, im Osten dagegen um acht Prozentpunkte (von 21 auf 29 %).

Annähernd jeder dritte Erwachsene hat einen erhöhten Blutdruck, eine Hypertonie, (Männer 30%, Frauen 27%), häufig ohne es zu wissen. Nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation sollte der systolische Wert unter 140 mm Hg (Millimeter Quecksilber), und der diastolische unter 90 mm Hg liegen, da mit zunehmendem Blutdruck auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten ansteigt. Ein mäßig erhöhter Blutdruck kann häufig auch ohne Medikamente, allein durch Gewichtsreduzierung, normalisiert werden. In der zeitlichen Entwicklung lässt sich kein positiver Trend erkennen: seit Anfang der Neunzigerjahre hat sich der Anteil der Hypertoniker bei den Erwachsenen um 3 Prozentpunkte erhöht.

Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer: "Alle Daten zeigen, dass bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor Präventionsbedarf besteht. Die Deutsche Herzstiftung hat sich stellvertretend für eine ganze Reihe nicht-staatlicher Organisationen bei der Prävention dieser Erkrankungen engagiert und verdient - wie alle auf dem Gebiet der Prävention Aktiven - hohe Anerkennung."

Begleitet werden die Aktivitäten von der Hoffnung, dass sich am 1. Weltherztag am 24. September, der sich des Themas Herz-Kreislauf-Erkrankungen und körperliche Aktivität annimmt, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Körperliche Bewegung dient übrigens nicht nur der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch der anderer Krankheiten.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Susanne Glasmacher |

Weitere Berichte zu: Blutdruck Übergewicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wie das Gehirn Ereignisse vorhersagt
17.01.2020 | Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik

nachricht Erstes robustes Zellkulturmodell für das Hepatitis-E-Virus
13.01.2020 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Miniatur-Doppelverglasung: Wärmeisolierendes und gleichzeitig wärmeleitendes Material entwickelt

Styropor oder Kupfer – beide Materialien weisen stark unterschiedliche Eigenschaften auf, was ihre Fähigkeit betrifft, Wärme zu leiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz und der Universität Bayreuth haben nun gemeinsam ein neuartiges, extrem dünnes und transparentes Material entwickelt und charakterisiert, welches richtungsabhängig unterschiedliche Wärmeleiteigenschaften aufweist. Während es in einer Richtung extrem gut Wärme leiten kann, zeigt es in der anderen Richtung gute Wärmeisolation.

Wärmeisolation und Wärmeleitung spielen in unserem Alltag eine entscheidende Rolle – angefangen von Computerprozessoren, bei denen es wichtig ist, Wärme...

Im Focus: Miniature double glazing: Material developed which is heat-insulating and heat-conducting at the same time

Styrofoam or copper - both materials have very different properties with regard to their ability to conduct heat. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz and the University of Bayreuth have now jointly developed and characterized a novel, extremely thin and transparent material that has different thermal conduction properties depending on the direction. While it can conduct heat extremely well in one direction, it shows good thermal insulation in the other direction.

Thermal insulation and thermal conduction play a crucial role in our everyday lives - from computer processors, where it is important to dissipate heat as...

Im Focus: Fraunhofer IAF errichtet ein Applikationslabor für Quantensensorik

Um den Transfer von Forschungsentwicklungen aus dem Bereich der Quantensensorik in industrielle Anwendungen voranzubringen, entsteht am Fraunhofer IAF ein Applikationslabor. Damit sollen interessierte Unternehmen und insbesondere regionale KMU sowie Start-ups die Möglichkeit erhalten, das Innovationspotenzial von Quantensensoren für ihre spezifischen Anforderungen zu evaluieren. Sowohl das Land Baden-Württemberg als auch die Fraunhofer-Gesellschaft fördern das auf vier Jahre angelegte Vorhaben mit jeweils einer Million Euro.

Das Applikationslabor wird im Rahmen des Fraunhofer-Leitprojekts »QMag«, kurz für Quantenmagnetometrie, errichtet. In dem Projekt entwickeln Forschende von...

Im Focus: Fraunhofer IAF establishes an application laboratory for quantum sensors

In order to advance the transfer of research developments from the field of quantum sensor technology into industrial applications, an application laboratory is being established at Fraunhofer IAF. This will enable interested companies and especially regional SMEs and start-ups to evaluate the innovation potential of quantum sensors for their specific requirements. Both the state of Baden-Württemberg and the Fraunhofer-Gesellschaft are supporting the four-year project with one million euros each.

The application laboratory is being set up as part of the Fraunhofer lighthouse project »QMag«, short for quantum magnetometry. In this project, researchers...

Im Focus: Wie Zellen ihr Skelett bilden

Wissenschaftler erforschen die Entstehung sogenannter Mikrotubuli

Zellen benötigen für viele wichtige Prozesse wie Zellteilung und zelluläre Transportvorgänge strukturgebende Filamente, sogenannte Mikrotubuli.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

11. Tagung Kraftwerk Batterie - Advanced Battery Power Conference am 24-25. März 2020 in Münster/Germany

16.01.2020 | Veranstaltungen

Leben auf dem Mars: Woher kommt das Methan?

16.01.2020 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2020

16.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Chemiker lassen Bor-Atome wandern

17.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Infektiöse Proteine bei Alzheimer

17.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Miniatur-Doppelverglasung: Wärmeisolierendes und gleichzeitig wärmeleitendes Material entwickelt

17.01.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics