Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europaweit erster 7-Tesla-Kernspintomograph kommt nach Magdeburg

22.03.2002


Leibniz-Institut für Neurobiologie (IfN)


Bundesförderung für Magdeburger Zukunftsprojekte in der Hirnforschung durch konsequente Unterstützung des Landes

Neues Forschungszentrum der Universität und des Leibniz-Instituts erhält Zuschlag für europaweit ersten 7-Tesla-Kernspintomographen

In nur acht Jahren hat sich Magdeburg zu einem der bedeutendsten Standorte der Hirnforschung in Deutschland und Europa entwickelt. Kultusminister Dr. Gerd Harms, der sich für den Ausbau der neurologischen Forschung in Magdeburg auf höchstem Niveau beim Bund nachdrücklich eingesetzt hat, wertet dies auch als einen besonderen Erfolg der Forschungspolitik des Landes. Diese ist gekennzeichnet durch ausgeprägte Schwerpunktbildung und Konzentration der Ressourcen durch Herausbildung effektiver Forschungsprofile auf aktuellen Gebieten sowohl der Grundlagen- als auch der anwendungsorientierten Forschung. Der Aufbau der Hirnforschung in Magdeburg wurde ermöglicht durch konzertierte und nachhaltige Förderung von Bund und Land Sachsen-Anhalt und eine kreative Partnerschaft von Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Leibniz-Institut für Neurobiologie (IfN).

Die internationale Anerkennung dieser erfolgreichen Bilanz findet ihren Ausdruck in zwei neuen Entscheidungen, die der Hirnforschung in Magdeburg völlig neue Möglichkeiten einräumen und Impulse verleihen werden.

Eine internationale Gutachterkommission hat kürzlich der Bundesministerin für Forschung und Bildung empfohlen, Magdeburg und vier weitere Standorte in den alten Bundesländern als Centers of Excellence für die nicht-invasive Bildgebung des Gehirns auszubauen. Die Förderung beinhaltet u. a. die Anschaffung eines Hochleistungsrechners und jährlich 500.000 EURO für Personalmittel (Koordinator Prof. Hans-Jochen Heinze, Klinik für Neurologie II).

Die neue auf Supraleitung beruhende Bildgebungstechnologie der funktionellen Kernspintomographie und Magnetenzephalographie ermöglicht es, die Arbeit von Nervenzellen und ihre Störungen in jedem Winkel des Gehirns berührungslos und ohne schädliche Nebenwirkungen zu beobachten. Die Techniken beginnen international, die bisher bescheidenen Kenntnisse menschlicher Hirnmechanismen zu revolutionieren. Die Magdeburger Forscher haben daran ihren Anteil mit Entdeckungen, die in den bedeutendsten Journalen publiziert wurden. Bisherige Arbeitsgrundlage sind mehrere dieser Großgeräte, darunter ein Kernspintomograph mit 3-Tesla-Hochfeld, mit dessen Installation bereits 1993 in Deutschland Pionierarbeit geleistet wurde.

Die zweite bahnbrechende Entscheidung stellt Weichen, diese Pionierarbeit auf Weltniveau fortzusetzen. Großräumige Kernspintomographen mit 7 Tesla Feldstärke sind heute technisch beherrschbar und geeignet, die Erforschung des menschlichen Gehirns weiter voranzutreiben. "Deutschland sollte den Aufbau eines solchen Geräts für die Hirnforschung in Angriff nehmen, und das Magdeburger Zentrum ist dafür der geeignetste Ort." Dies hat eine Expertenkommission ebenfalls im Bundesministerium vor wenigen Tagen empfohlen. Damit wird Magdeburg der erste Standort in Europa, wo die Möglichkeiten dieser Technologie erkundet werden. Bis zu 10 Mio. EURO werden aus Mitteln der EU, des Landes und des Bundes für dieses Projekt bereitgestellt. Koordinator des Projektes ist Prof. Dr. Henning Scheich, Leibniz-Institut.

Was sind die Hoffnungen? Sicher ist, dass auch schwächere Signale aus dem Gehirn erfassbar werden. Damit sind wahrscheinlich subtilere Verarbeitungsschritte in Hirnstrukturen erkennbar, oder umgekehrt bisher nicht erkennbare Störungen normaler Aktivität diagnostizierbar. Noch wichtiger für Neurologie und Psychiatrie ist die methodische Variante derselben Geräte, die man Spektroskopie nennt. Damit lassen sich durch den Schädel hindurch Moleküle des Hirnstoffwechsels bestimmen, quasi berührungslose Chemie. Erst im Bereich von 7 Tesla werden theoretisch so viele Substanzen gleichzeitig sichtbar, dass man den Hirnstoffwechsel im Detail verfolgen kann. Dadurch ließen sich Fehlsteuerungen und neue Therapiewege, z.B. bei Schlaganfall, Hirnverletzungen, Alzheimer, Epilepsie sowie Schizophrenie und Depression, identifizieren.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Hans-Jochen Heinze, Direktor der Klinik für Neurologie II, Medizinische Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg, Tel. 0391/67 13431, E-Mail: hans-jochen.heinze@medizin.uni-magdeburg.de

Prof. Dr. Henning Scheich, Direktor des Leibniz-Institutes für Neurobiologie (IfN) Brenneckestr. 6, 39118 Magdeburg, Tel. 0391/626 3219, -3329 E-Mail: henning.scheich@ifn-magdeburg.de

Waltraud Riess | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifn-magdeburg.de/

Weitere Berichte zu: Hirnforschung Neurologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Heilende Wirkung von Radon
14.01.2019 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Braunalgenextrakt als neuer therapeutischer Ansatz bei Lungenhochdruck
14.01.2019 | Deutsches Zentrum für Lungenforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultra ultrasound to transform new tech

World first experiments on sensor that may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles

The new sensor - capable of detecting vibrations of living cells - may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles.

Im Focus: Fliegende optische Katzen für die Quantenkommunikation

Gleichzeitig tot und lebendig? Max-Planck-Forscher realisieren im Labor Erwin Schrödingers paradoxes Gedankenexperiment mithilfe eines verschränkten Atom-Licht-Zustands.

Bereits 1935 formulierte Erwin Schrödinger die paradoxen Eigenschaften der Quantenphysik in einem Gedankenexperiment über eine Katze, die gleichzeitig tot und...

Im Focus: Flying Optical Cats for Quantum Communication

Dead and alive at the same time? Researchers at the Max Planck Institute of Quantum Optics have implemented Erwin Schrödinger’s paradoxical gedanken experiment employing an entangled atom-light state.

In 1935 Erwin Schrödinger formulated a thought experiment designed to capture the paradoxical nature of quantum physics. The crucial element of this gedanken...

Im Focus: Implantate aus Nanozellulose: Das Ohr aus dem 3-D-Drucker

Aus Holz gewonnene Nanocellulose verfügt über erstaunliche Materialeigenschaften. Empa-Forscher bestücken den biologisch abbaubaren Rohstoff nun mit zusätzlichen Fähigkeiten, um Implantate für Knorpelerkrankungen mittels 3-D-Druck fertigen zu können.

Alles beginnt mit einem Ohr. Empa-Forscher Michael Hausmann entfernt das Objekt in Form eines menschlichen Ohrs aus dem 3-D-Drucker und erklärt: «Nanocellulose...

Im Focus: Nanocellulose for novel implants: Ears from the 3D-printer

Cellulose obtained from wood has amazing material properties. Empa researchers are now equipping the biodegradable material with additional functionalities to produce implants for cartilage diseases using 3D printing.

It all starts with an ear. Empa researcher Michael Hausmann removes the object shaped like a human ear from the 3D printer and explains:

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

16. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

17.01.2019 | Veranstaltungen

Erstmalig in Nürnberg: Tagung „HR-Trends 2019“

17.01.2019 | Veranstaltungen

Wie Daten und Künstliche Intelligenz die Produktion optimieren

16.01.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leistungsschub für alle Omicron Laser

17.01.2019 | Messenachrichten

16. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

17.01.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Blutgefäßen aus Stammzellen gegen Volkskrankheit Diabetes

17.01.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics