Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Joint Venture von Universitätsklinikum Heidelberg und Cytonet gegründet

29.09.2000


Erstmals in seiner Geschichte beteiligt sich das Klinikum an einer Unternehmensgründung - Unter Verwendung menschlicher Zellen werden Therapieprodukte für die Wiederherstellung krankhafter oder verlorener
Organfunktionen entwickelt

Das Universitätsklinikum Heidelberg hat sich erstmals in seiner Geschichte an einer Unternehmensgründung beteiligt. Zusammen mit der Cytonet-Gruppe in Weinheim wurde ein Joint Venture, die Cytonet Heidelberg GmbH, gegründet. Ziel des Unternehmens ist die Entwicklung und Herstellung zelltherapeutischer Produkte für die Behandlung chronischer und anderer schwerwiegender Erkrankungen.

Dr. Dr. Wolfgang Rüdinger, Geschäftsführer der Cytonet Heidelberg GmbH, erläuterte die Schwerpunkte des Joint Ventures: "Ausgangspunkt des Unternehmens ist die intensive Verflechtung mit dem gesamten Universitätsklinikum Heidelberg, die eine hervorragende Position für die Entwicklung überlegener Zelltherapieprodukte schafft. Unter Verwendung menschlicher Zellen werden Therapieprodukte für die Wiederherstellung krankhafter oder verlorener Organfunktionen entwickelt."

In einem ersten Schritt stellt Cytonet Heidelberg besondere Blutstammzellpräparate her, die im Rahmen von Tumortherapien benötigt werden. In der Folge werden neue Verfahren zur gezielten Tumorzerstörung durch das eigene Immunsystem entwickelt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung von körpereigenem Knorpel- und Knochenersatz aus Stammzellen zur Behandlung von Gelenkschäden und Knochenheilungsstörungen. Daneben wird für die verbesserte Behandlung schwerer Harnwegserkrankungen an zellulären Organersatzprodukten gearbeitet.

Für diese Entwicklungen wird das bestehende GMP-Speziallabor (Good Manufacturing Practice) des Universitätsklinikums Heidelberg in das Joint Venture eingebracht. In diesem Labor werden die Zellpräparate unter kontrollierten und dem Arzneimittelgesetz entsprechenden Richtlinien hergestellt. Zusätzlich werden für Cytonet Heidelberg weitere 650 qm im 3. Bauabschnitt des Technologieparks Heidelberg eingerichtet. Die Cytonet-Gruppe stellt die finanziellen Mittel für die benötigte technische Einrichtung der Laboranlage bereit. Die Erweiterungslabors werden im 2. Halbjahr 2001 bezogen.

Die Unternehmensgründung - eine echte Partnerschaft

Für beide Gesellschafter von Cytonet Heidelberg ist die Partnerschaft von Vorteil. "Das Universitätsklinikum Heidelberg gewinnt den Zugang zu industrieller Entwicklung und Produktion zelltherapeutischer Produkte. Somit können die Forschungsergebnisse aus dem eigenen Hause in die klinische Routine gebracht werden und damit das Behandlungsspektrum des Klinikums erweitert werden", betonte Manfred Rummer, Verwaltungsdirektor des Universitätsklinikums Heidelberg. Die geplante Erweiterung des GMP-Speziallabors belaste außerdem in keiner Weise das Investitionsbudget des Universitätsklinikums. Darüber hinaus wird die Cytonet-Gruppe die notwendigen finanziellen Mittel und personellen Ressourcen für die Umsetzung ausgewählter Entwicklungsprojekte bereitstellen.

Für die Cytonet-Gruppe ist der Zugang zu innovativen Produktansätzen, die das Technologie- und Produktportfolio des Unternehmens verstärken, attraktiv. Cytonet konzentriert sich dabei auf Produktansätze, die ihr überlegenes therapeutisches Potenzial bereits in der Forschung bewiesen haben und nun gemeinsam mit den klinischen Forschern und Cytonet in führende Produkte umgesetzt werden.

Die Cytonet-Gruppe

Die Cytonet-Gruppe ist ein medizinisch-biotechnologisches Unternehmen. Ziel des Unternehmens ist die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung zelltherapeutischer Produkte, die - unter Nutzung speziell aufbereiteter menschlicher Zellen - bei vielen Erkrankungen erstmals die Anwendung tatsächlich heilender Therapieverfahren ermöglichen. Die Zelltherapie wird so in vielen medizinischen Bereichen traditionelle Therapieverfahren ablösen und sich zu einer der wichtigsten Therapieformen des 21. Jahrhunderts entwickeln. Durch Partnerschaften mit führenden Universitätskliniken werden hierfür durch die Cytonet-Gruppe die erforderlichen industriellen und medizinisch-wissenschaftlichen Kompetenzen zusammengeführt. In dem schnell wachsenden Markt werden so die Voraussetzungen für die Sicherung einer führenden Marktposition geschaffen.

Seit der Gründung der Cytonet-Gruppe Ende März 2000 konnte im Rahmen der etablierten Partnerschaft mit der Medizinischen Hochschule Hannover im operativen Kerngeschäft bereits ein Umsatz von 0,9 Mio. DM erzielt werden. Im Gegensatz zu anderen Biotechnologieunternehmen werden mit diesen Umsätzen von Beginn an Erträge erwirtschaftet. Weitere Partnerschaften mit führenden Universitätskliniken werden die Cytonet-Gruppe in den kommenden Jahren verstärken. Die dabei erfolgende Bündelung der Kompetenzen in der Entwicklung, Produktion, Qualitätssicherung und Vermarktung humaner Zelltherapieprodukte lässt erhebliche Potenziale für die Umsetzung und Standardisierung verbesserter Therapieformen erwarten.

"Mit dieser Kooperation zeigt die Bioregio Rhein-Neckar ein weiteres Mal ihre wachsende Stärke im Bereich der Biotechnologie", betonte Dr. Jürgen Schwiezer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Roche Diagnostics GmbH und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Cytonet-Holding. Erneut werde ein Unternehmen aus der Region zum Pionier biotechnologischer Produktentwicklungen.

Hintergrund der Unternehmensgründung - Herausforderungen der heutigen Medizin

In einem Umfeld stark steigender Gesundheitskosten ist die Medizin gefordert, neue Therapieformen zu entwickeln, die zu überlegenen Behandlungsergebnissen und dadurch zu einer nachhaltigen Senkung der Gesundheitskosten führen. Dies kann nur erreicht werden, wenn Erkrankungen vollständig oder zumindest langanhaltend geheilt werden. So ist eine Verkürzung oder gar die Vermeidung von Krankenhausaufenthalten - dem größten und am stärksten wachsenden Kostenblock im Gesundheitsbereich - möglich.

Ein neuer medizinischer Ansatz - die Zelltherapie - verfolgt zur Erreichung dieses Ziels einen wegweisenden Ansatz. Die Zelltherapie zielt auf eine kausale Heilung von Erkrankungen, indem sie durch den Einsatz menschlicher Zellen krankhafte oder beeinträchtigte Zellfunktionen ersetzt. Durch die Verwendung von (Stamm-) Zellen, wie z. B. Blutstammzellen, werden Krankheiten nicht nur entlang ihrer Symptome behandelt - wie es heute häufig noch der Fall ist -, sondern gezielt der Wiederaufbau von Organfunktionen oder ganzer Organe ermöglicht. Auf diesem Weg werden neuartige Behandlungsfelder vor allem für die Heilung chronischer und anderer schwerer Krankheiten erschlossen (z.B. Leberversagen, chronische Wunden, Erkrankungen des Immunsystems, Tumorerkrankungen, degenerative Nervenerkrankungen, Knochen-/Knorpeldefekte).

Rückfragen bitte an:
CYTONET Heidelberg GmbH i.Gr.,
Dr. Dr. Wolfgang Rüdinger - Dr. Walter v. Horstig - Eva-Maria Langer-Münch,
Tel. 06201 25980, Fax 259829
http://www.cytonet.de
heidelberg@cytonet.de

oder:
Dr. Michael Schwarz,
Pressesprecher der Universität Heidelberg,
Tel. 06221 542310, Fax 542317 
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Michael Schwarz | idw

Weitere Berichte zu: Cytonet Unternehmensgründung Zelltherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Bekannte Arzneimittel – neue Wirkung im Kampf gegen Infektionen?
06.06.2019 | Paul-Ehrlich-Institut - Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel

nachricht Erste zugelassene Gentherapie in der Augenheilkunde am Klinikum der LMU München durchgeführt
05.06.2019 | Klinikum der Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erfolgreiche Praxiserprobung: Bidirektionale Sensorik optimiert das Laserauftragschweißen

Die Qualität generativ gefertigter Bauteile steht und fällt nicht nur mit dem Fertigungsverfahren, sondern auch mit der Inline-Prozessregelung. Die Prozessregelung sorgt für einen sicheren Beschichtungsprozess, denn Abweichungen von der Soll-Geometrie werden sofort erkannt. Wie gut das mit einer bidirektionalen Sensorik bereits beim Laserauftragschweißen im Zusammenspiel mit einer kommerziellen Optik gelingt, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT auf der LASER World of PHOTONICS 2019 auf dem Messestand A2.431.

Das Fraunhofer ILT entwickelt optische Sensorik seit rund 10 Jahren gezielt für die Fertigungsmesstechnik. Dabei hat sich insbesondere die Sensorik mit der...

Im Focus: Successfully Tested in Praxis: Bidirectional Sensor Technology Optimizes Laser Material Deposition

The quality of additively manufactured components depends not only on the manufacturing process, but also on the inline process control. The process control ensures a reliable coating process because it detects deviations from the target geometry immediately. At LASER World of PHOTONICS 2019, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be demonstrating how well bi-directional sensor technology can already be used for Laser Material Deposition (LMD) in combination with commercial optics at booth A2.431.

Fraunhofer ILT has been developing optical sensor technology specifically for production measurement technology for around 10 years. In particular, its »bd-1«...

Im Focus: Additive Fertigung zur Herstellung von Triebwerkskomponenten für die Luftfahrt

Globalisierung und Klimawandel sind zwei der großen Herausforderungen für die Luftfahrt. Der »European Flightpath 2050 – Europe’s Vision for Aviation« der Europäischen Kommission für Forschung und Innovation sieht für Europa eine Vorreiterrolle bei der Vereinbarkeit einer angemessenen Mobilität der Fluggäste, Sicherheit und Umweltschutz vor. Dazu müssen sich Design, Fertigung und Systemintegration weiterentwickeln. Einen vielversprechenden Ansatz bietet eine wissenschaftliche Kooperation in Aachen.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und der Lehrstuhl für Digital Additive Production DAP der RWTH Aachen entwickeln zurzeit eine...

Im Focus: Die verborgene Struktur des Periodensystems

Die bekannte Darstellung der chemischen Elemente ist nur ein Beispiel, wie sich Objekte ordnen und klassifizieren lassen.

Das Periodensystem der Elemente, das die meisten Chemiebücher abbilden, ist ein Spezialfall. Denn bei dieser tabellarischen Übersicht der chemischen Elemente,...

Im Focus: The hidden structure of the periodic system

The well-known representation of chemical elements is just one example of how objects can be arranged and classified

The periodic table of elements that most chemistry books depict is only one special case. This tabular overview of the chemical elements, which goes back to...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Rittal und Innovo Cloud sind auf Supercomputing-Konferenz in Frankfurt vertreten

18.06.2019 | Veranstaltungen

Teilautonome Roboter für die Dekontamination - den Stand der Forschung bei Live-Vorführungen am 25.6. erleben

18.06.2019 | Veranstaltungen

KI meets Training

18.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Universität Jena mit innovativer Lasertechnik auf Photonik-Messe in München vertreten

19.06.2019 | Messenachrichten

Meilenstein für starke Zusammenarbeit: Neuer Standort für Rittal und Eplan in Italien

19.06.2019 | Unternehmensmeldung

Katalyse: Hohe Reaktionsraten auch ohne Edelmetalle

19.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics