Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Große Mandeln - schlechte Schulnoten? MHH-Wissenschaftler führen eine Studie durch

19.02.2001


Ein Forscherteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) will in einer groß angelegten Studie ermitteln, wie verbreitet das Schlafapnoe-Syndrom ist und wie die Krankheit möglicherweise die
Leistungen von Hannoveraner Grundschülern beeinflusst. Die Wissenschaftler wollen etwa 1500 Eltern von acht- bis neunjährigen Schülerinnen und Schülern über Schlaf- und Atemstörungen ihrer Kinder befragen.

Gaumen- und Rachenmandeln gehören zu unserem Immunsystem und spielen besonders bei kleinen Kindern eine wichtige Rolle in der Abwehr von Infektionen. Sind die Mandeln vergrößert, können sie allerdings die Atmung behindern und Schnarchen, angestrengtes Atmen sowie häufige Atempausen im Schlaf hervorrufen. Dieses so genannte obstruktive Schlafapnoe-Syndrom verursacht Sauerstoffmangel und beeinträchtigt ganz erheblich die notwendige nächtliche Erholung. Die betroffenen Kinder sind meist unausgeschlafen, müde und aggressiv. Keine guten Voraussetzungen, um sich konzentrieren zu können und Spaß am Lernen zu haben. Einer amerikanischen Studie zu Folge leidet jedes fünfte Kind mit schlechten Schulnoten unter gestörter Atmung im Schlaf. Wurden die Mandeln entfernt, stiegen die schulischen Leistungen deutlich.

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom ist bei Erwachsenen gut erforscht: Man weiß heute, dass es schon in jungen Jahren zu Herzinfarkt und Gehirnschlag führen kann; außerdem ist es für zahlreiche Autounfälle durch Einschlafen am Steuer verantwortlich. Bei Kindern hingegen ist noch nicht einmal bekannt, wie oft die Krankheit auftritt - vermutlich bei etwa drei Prozent.

Ein Forscherteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) unter Leitung von Dr. Michael Urschitz und Professor Dr. Christian F. Poets will nun in einer groß angelegten Studie ermitteln, wie verbreitet die Erkrankung ist und wie sie möglicherweise die Leistungen von Hannoveraner Grundschülern beeinflusst. Im Rahmen der Studie wollen die Wissenschaftler etwa 1500 Eltern von acht- bis neunjährigen Schülerinnen und Schülern über Schlaf- und Atemstörungen ihrer Kinder befragen. Anschließend wird eine Heim-Pulsoximetrie durchgeführt, eine einfache und völlig schmerzlose Untersuchung, die die Kinder selbst über Nacht zu Hause vornehmen können. Damit lässt sich feststellen, ob es zu Sauerstoffmangel aufgrund gestörter Atmung kommt. Die Auswertung der Schulnoten von Kindern mit einem Schlafapnoe-Syndrom soll dann zeigen, ob und in welchem Ausmaß nächtliche Atemstörungen Einfluss auf Schulleistungen haben.

Die Studie ist bereits angelaufen, erste Ergebnisse werden im Herbst erwartet. Detaillierte Informationen sind über die Abteilung Kinderheilkunde I der MHH erhältlich, Telefon: (0511) 532-9122.

Christa Möller | idw

Weitere Berichte zu: MHH Schlafapnoe-Syndrom obstruktive Schlafapnoe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Prüfmethode für die Trinkwassertechnik
21.02.2020 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Zwei Fliegen mit einer Klappe: Entzündung gehemmt, Knochenheilung gefördert
20.02.2020 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics