Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kaltes Licht stoppt die Entzündung

14.07.2006
Universitäts-Hautklinik Heidelberg bietet effektive, schonende Bestrahlungstherapie für Patienten mit Neurodermitis und anderen Hauterkrankungen an

Die Universitäts-Hautklinik Heidelberg bietet seit kurzem eine neue effektive, aber schonende Behandlung für Patienten mit akuter schwerer Neurodermitis und anderen chronischen Hauterkrankungen an: die Bestrahlung mit langwelligem UV-Licht. Klinische Studien haben gezeigt, dass die UVA1-Therapie bei über 80 Prozent der Patienten zu einer Besserung führt, die über Monate anhalten kann. In ihrer renovierten ausgestatteten Bestrahlungsabteilung werden Patienten mit modernen Geräten in angenehmem Ambiente behandelt.

"Die Phototherapie (Wellenlänge 340-400 nm) mit UVA1-Kaltlichtgeräten ist besonders schonend, da der Infrarotanteil herausgefiltert wurde und nur der langwellige Anteil eingesetzt wird," erklärt Professor Dr. Alexander Enk, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik Heidelberg. Auch eine Erhitzung wird vermieden: Aufwendige Filter- und Kühlsysteme verhindern die Wärmeabgabe der Bestrahlungsröhren, die Patienten schwitzen während der Bestrahlung nicht, sondern empfinden diese als angenehm.

Aufgrund der hohen Wellenlänge dringt das Licht tief in die Haut ein und löst dort in den Entzündungszellen (T-Zellen) der Haut einen programmierten Zelltod (die so genannte 'Apoptose') aus und lässt die Entzündungsreaktion abklingen.

Geringere Risiken als ein ausgiebiges Sonnenbad

Die UVA1-Therapie kann als Ganzkörpertherapie eingesetzt werden - auch bei anderen generalisierten Erkkrankungen wie der Sklerodermie - oder als begrenzte Therapie bei umschriebenen Verhärtungen der Haut (Morphea), aber auch bei Handekzemen. "Je nach Ausprägung werden niedrige bis hohe Dosen eingesetzt", sagt Professor Enk. Die Patienten werden drei bis vier Mal in der Woche in steigender Dosierung bestrahlt. Insgesamt sind zwischen 15 und 30 Bestrahlungen notwendig. Die Risiken der Behandlung - Hautkrebs und Hautalterung - sind geringer als bei einem ausgiebigen Sonnenbad in natürlichem Sonnenlicht.

Möglich sind auch Behandlungen der Psoriasis (Schuppenflechte), Vitiligo (Weißfleckenerkrankung), chronische Ekzemformen (z.B. Hand-/ Fußekzeme), Lichtdermatosen, Lichen ruber (Knötchenflechte), Sklerodermie, granulomatösen Erkrankungen (z.B. Granuloma anulare), Parapsoriasis, Mycosis fungoides (T-Zell-Lymphom). Die Übernahme der Behandlungskosten muss im Einzelfall mit der Krankenkasse abgestimmt werden.

Eine enge Zusammenarbeit mit anderen Spezialsprechstunden der Hautklinik wie dem Allergietestlabor und der immunologischen Ambulanz ist gewährleistet.

Kontakt:
Professor Dr. Alexander Enk
Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik Heidelberg
Telefon: 06221 / 56 8501 (Sekretariat)
E-Mail: alexander.enk@med.uni-heidelberg.de
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Weitere Berichte zu: Bestrahlung Neurodermitis Sklerodermie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Menge der abgegebenen Antibiotika in der Tiermedizin sinkt weiter
23.07.2018 | Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

nachricht Die Gene sind nicht schuld
20.07.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 467 km/h in Los Angeles: TUM-Hyperloop-Team bleibt Weltmeister

Mit grandiosen 467 Stundenkilometern ist die dritte Kapsel des WARR-Hyperloop-Teams in Los Angeles durch die Teströhre auf dem Firmengelände von SpaceX gerast. Die Studierenden der Technischen Universität München (TUM) bleiben damit auch im dritten Hyperloop Pod Wettbewerb in Los Angeles ungeschlagen und halten den Geschwindigkeitsrekord für den Hyperloop Prototyp.

Der SpaceX-Gründer Elon Musk hatte die „Hyperloop Pod Competition“ 2015 ins Leben gerufen. Der Hyperloop ist das Konzept eines Transportsystems, bei dem sich...

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natur in der Stadt – was sie leistet und wie wir sie schützen können

23.07.2018 | Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Suchmaschine für «Smart Wood»

23.07.2018 | Informationstechnologie

Das Geheimnis der Höhlenkrebse entschlüsselt

23.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Natur in der Stadt – was sie leistet und wie wir sie schützen können

23.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics