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Gängiger Alkoholtest versagt vor allem bei Frauen

13.12.2001


Wenn in einer Klinik geprüft werden muss, ob ein Patient Alkoholiker ist oder nicht, kommt unter anderem der so genannte CDT-Test zum Einsatz. Doch der ist offenbar nicht sehr zuverlässig, wie Mediziner von der Universität Würzburg berichten.

Bei dem im klinischen Alltag routinemäßig verwendeten CDT-Test wird die Blutkonzentration des Eiweißstoffes Carbohydrat-defizientes Transferrin (CDT) bestimmt. Dieser Stoff liegt bei erhöhtem Alkoholkonsum vermehrt vor. Schon mehrere Studien haben den diagnostischen Wert und die Qualität des CDT-Tests in Frage gestellt - vor allem dann, wenn er bei Frauen angewendet wird.

Diese Zweifel sind offenbar berechtigt: Wissenschaftler von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uni Würzburg haben Patientinnen mit psychiatrischen Krankheitsbildern getestet, die zu einer Gewichtsabnahme führen. Bei 63 Prozent dieser Frauen waren die CDT-Werte krankhaft erhöht - und das, obwohl die Patientinnen weder regelmäßig noch vermehrt Alkohol konsumierten.

Außerdem stellten die Wissenschaftler fest, dass der CDT-Test bei tatsächlich alkoholkranken Frauen nur in 33 Prozent der Fälle ein richtiges Ergebnis lieferte. Hierzu Studienleiter Dr. Andreas Reif: "Angesichts dessen scheint CDT alleine zumindest bei Frauen nach einer Gewichtsabnahme kein geeigneter Screening-Test für Alkoholmissbrauch zu sein."

Diese Erkenntnis stellten die Würzburger Forscher Ende November 2001 auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde in Berlin vor. Ihr Präsentationsposter wurde mit einem Preis von 1.000 Mark ausgezeichnet.

Weitere Informationen: Dr. Andreas Reif, T (0931) 201-7600, Fax (0931) 201-7755, E-Mail: 
andreas.reif@mail.uni-wuerzburg.de

Die Arbeit wurde im November 2001 im Fachblatt "Alcohol and Alcoholism", 36 (6), Seiten 603 - 607, veröffentlicht: A. Reif, H. Keller, M. Schneider, S. Kamolz, A. Schmidtke, A.-J. Fallgatter: "Carbohydrate-deficient Transferrin is Elevated in Catabolic Female Patients".

Robert Emmerich | idw

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