Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wachstumsfaktoren mit therapeutischen Ansatzpunkten

13.12.2001


Franz-Loogen-Preis 2001 für Ulmer Kardiologen

Die Gesellschaft zur Förderung der Herz-Kreislauf-Forschung Essen e.V. verleiht seit 1995 jährlich den Franz-Loogen-Preis. Der Namenspatron, Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Loogen, ist emeritierter Professor für Kardiologie und war Direktor der Medizinischen Klinik B der Universität Düsseldorf. Die Düsseldorfer Schule hat durch ihn der Kardiologie in Deutschland wichtige Impulse gegeben. Mit dem Franz-Loogen-Preis werden Wissenschaftler ausgezeichnet, die früh eine neue Entwicklung im Bereich der Kardiologie gesehen, begründet und/oder verfolgt und so ein neues Wissensgebiet eröffnet haben. Preisträger 2001 ist PD Dr. Johannes Waltenberger, Oberarzt der Abteilung Innere Medizin II (Schwerpunkte Kardiologie, Angiologie, Nephrologie und Pneumonologie) der Universität Ulm, der sich seit zwölf Jahren mit Fragen des Gefäßwachstums und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten für die Kardiologie auseinandersetzt. Das Thema hat zentrale Bedeutung für das Verständnis von Durchblutungsstörungen und für neue darauf gerichtete therapeutische Ansätze.

Dr. Waltenberger gelang als Gastwissenschaftler am Ludwig-Institut for Cancer Research in Uppsala, Schweden, (1990 bis 1993) die Identifikation und Charakterisierung neuer Wachstumsfaktor-Rezeptoren am Endothel, die ihm die Grundlage für weitere wissenschaftliche Arbeiten am Universitätsklinikum Ulm geliefert haben. Unter seiner Leitung ist hier seit 1993 die Arbeitsgruppe Molekulare Kardiologie in der Abteilung Innere Medizin II (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Vinzenz Hombach) aktiv. Sie hat zahlreiche Beiträge zur Rolle von Wachstumsfaktoren bei der Arteriosklerose wie auch bei der Ausbildung neuer Blutgefäße (Gefäßsprossung bzw. Angiogenese sowie Kollateralenbildung bzw. Arteriogenese) geleistet.

Neben Aspekten der Grundlagenforschung über die Signaltransduktion von Wachstumsfaktoren im Endothel und in den glatten Muskelzellen stehen bei diesen Arbeiten vor allem Fragen der Wachstumsfaktor-Funktion bei pathologischen Prozessen sowie der Suche nach sich hieraus möglicherweise ergebenden therapeutischen Ansatzpunkten im Vordergrund. So vermochten Waltenberger und Mitarbeiter beispielsweise zu zeigen, daß die Gefäßregeneration in Regionen der Mangeldurchblutung verstärkt ablaufen und die Fähigkeit zur Ausbildung von Kollateralen beim Vorliegen eines Diabetes mellitus reduziert sein kann. Im letzteren Fall führten die Untersuchungen zur erstmaligen Beschreibung eines Prinzips: daß nämlich der gestörte Regenerationsprozess beim Diabetiker auf einen Defekt der Signalweiterleitung innerhalb der Gefäßzellen zurückzuführen ist. Diese Erkenntnisse wurden im Rahmen von Patientenstudien gewonnen. Der nächste Schritt, die therapeutische Anwendung von Wachstumsfaktoren, ist inzwischen konkret vorbereitet und steht unmittelbar bevor. Die Arbeiten PD Dr. Johannes Waltenbergers wurden schon mehrfach als preiswürdig befunden. So erhielt der Kardiologe unter anderem den Merckle-Forschungspreis 1996 und den Wissenschaftspreis der Stadt Ulm 1999.

Peter Pietschmann | idw

Weitere Berichte zu: Kardiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gefährlichen Darmbakterien auf der Spur
22.08.2019 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Graphen Nanoflocken: ein neues Instrument für die Präzisionsmedizin
19.08.2019 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physicists create world's smallest engine

Theoretical physicists at Trinity College Dublin are among an international collaboration that has built the world's smallest engine - which, as a single calcium ion, is approximately ten billion times smaller than a car engine.

Work performed by Professor John Goold's QuSys group in Trinity's School of Physics describes the science behind this tiny motor.

Im Focus: Die verschränkte Zeit der Quantengravitation

Die Theorien der Quantenmechanik und der Gravitation sind dafür bekannt, trotz der Bemühungen unzähliger PhysikerInnen in den letzten 50 Jahren, miteinander inkompatibel zu sein. Vor kurzem ist es jedoch einem internationalen Forschungsteam von PhysikerInnen der Universität Wien, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie der Universität Queensland (AUS) und dem Stevens Institute of Technology (USA) gelungen, wichtige Bestandteile der beiden Theorien, die den Verlauf der Zeit beschreiben, zu verbinden. Sie fanden heraus, dass die zeitliche Abfolge von Ereignissen echte Quanteneigenschaften aufweisen kann.

Der allgemeinen Relativitätstheorie zufolge verlangsamt die Anwesenheit eines schweren Körpers die Zeit. Das bedeutet, dass eine Uhr in der Nähe eines schweren...

Im Focus: Quantencomputer sollen tragbar werden

Infineon Austria forscht gemeinsam mit der Universität Innsbruck, der ETH Zürich und Interactive Fully Electrical Vehicles SRL an konkreten Fragestellungen zum kommerziellen Einsatz von Quantencomputern. Mit neuen Innovationen im Design und in der Fertigung wollen die Partner aus Hochschulen und Industrie leistbare Bauelemente für Quantencomputer entwickeln.

Ionenfallen haben sich als sehr erfolgreiche Technologie für die Kontrolle und Manipulation von Quantenteilchen erwiesen. Sie bilden heute das Herzstück der...

Im Focus: Quantum computers to become portable

Together with the University of Innsbruck, the ETH Zurich and Interactive Fully Electrical Vehicles SRL, Infineon Austria is researching specific questions on the commercial use of quantum computers. With new innovations in design and manufacturing, the partners from universities and industry want to develop affordable components for quantum computers.

Ion traps have proven to be a very successful technology for the control and manipulation of quantum particles. Today, they form the heart of the first...

Im Focus: Towards an 'orrery' for quantum gauge theory

Experimental progress towards engineering quantized gauge fields coupled to ultracold matter promises a versatile platform to tackle problems ranging from condensed-matter to high-energy physics

The interaction between fields and matter is a recurring theme throughout physics. Classical cases such as the trajectories of one celestial body moving in the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

GAIN 2019: Das größte Netzwerktreffen deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler startet in den USA

22.08.2019 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz auf der MS Wissenschaft

22.08.2019 | Veranstaltungen

Informatik-Tagung vom 26. bis 30. August 2019 in Aachen

21.08.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Evolution des Sehvermögens auf der Spur

22.08.2019 | Biowissenschaften Chemie

Erstmals entschlüsselt: Wie Licht 
chemische Reaktionen in Gang hält

22.08.2019 | Biowissenschaften Chemie

Starke Magnetfelder mit Neutronen sichtbar machen

22.08.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics