Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Behandlungsansatz gegen Huntington-Krankheit

07.06.2006


RNA Interferenz im Labor erfolgreich getestet



Die Huntington-Krankheit könnte mit der Entwicklung eines Behandlungsansatzes, der die Produktion des verantwortlichen defekten Proteins ausschaltet, endlich einen würdigen Gegenspieler bekommen. Beverly Davidson von der University of Iowa berichtete auf einer Tagung der American Society of Gene Therapy von den Fortschritten bei der Entwicklung eines Behandlungsansatzes mittels RNA Interferenz (RNAi). Bei der Huntington-Krankheit handelt es sich um eine bisher nicht behandelbare vererbte Krankheit, bei der repetitive DNA Sequenzen zu der Produktion einer fehlerhaften Version des Proteins Huntingtin führen, das multiple Kopien der Animosäure Glutamin erhält. Die Betroffenen verlieren als Erwachsene ihre kognitiven Fähigkeiten, leiden unter unfreiwilligen Bewegungen und sterben meist nach einem Jahrzehnt.

... mehr zu:
»Gen »Huntington-Krankheit »Protein »RNA


RNAi nutzt kurze Sequenzen von RNA, die etwas über 20 Basen lang sind, um einen natürlichen Gen stilllegenden Mechanismus auszulösen, der die Produktion von spezifischen Proteinen verhindert. Die Produktion wird unterbunden in dem auf die RNA abgezielt wird, die die Informationen für ihre Herstellung in sich trägt. Letztes Jahr machte Davidson Menschen, die das Huntington-Gen in sich tragen Hoffnung, als sie manipulierte Viren für die Behandlung von Mäusen mit dem mutierten Gen einsetzte. Die Viren produzieren kleine störende RNA Sequenzen, die geschaffen wurden um die RNA zu blockieren, die die Informationen für die Bildung von Huntingtin in sich tragen. Bei der Injektion in die Gehirne von Mäusen, verringerten die Viren die Menge des Proteins und verbesserten die Verhaltenssymptome der Tiere.

Patienten mit Huntington verfügen über eine mutierte und eine normale Kopie des Huntington Gens. Die RNA, die Davidson anfänglich einsetzte, zielt auf die abnorme und die normale Kopie des Gens gleichermaßen ab. Das Protein spielt laut NewScientist eine wichtige Rolle für die embryonale Entwicklung. Seine Funktion im erwachsenen Gehirn ist bisher nicht erforscht. Derzeit sucht Davidson nach Verfahren nur das abnorme Gen außer Gefecht zu setzen. Für jene 40 Prozent der Betroffenen, die eine bestimmte Version des Gens in sich tragen, dürfte die Wissenschafterin eine Lösung gefunden haben. Diese Version verfügt über eine zweite Mutation, auf die das Team jetzt ausschließlich mit einer kleinen störenden RNA Sequenz abzielen konnte. Bisher wurden die Experimente nur mit Zellkulturen durchgeführt. Davidson warnt, dass es noch mehrere Jahre dauern kann, bis klinische Tests an Menschen durchgeführt werden können.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.medicine.uiowa.edu/davidsonlab
http://www.asgt.org

Weitere Berichte zu: Gen Huntington-Krankheit Protein RNA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Narkolepsie: Wissenschaftler entlarven den Übeltäter der rätselhaften Schlafkrankheit
20.09.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue CBMC-Geräteschutzschaltervarianten

22.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

ISO-27001-Zertifikat für die GFOS mbH und die GFOS Technologieberatung GmbH

21.09.2018 | Unternehmensmeldung

Kundenindividuelle Steckverbinder online konfigurieren und bestellen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics