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Erstmals Langzeitdaten zu HPV-Impfstoff veröffentlicht

11.05.2006


Infektion mit krebserregenden HPV-Typen 16 und 18 kann zuverlässig und dauerhaft verhindert werden

Der GlaxoSmithKline-Kandidatimpfstoff zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs zeigt auch in einer Langzeit-Untersuchung über 4,5 Jahre einen zuverlässigen Schutz vor einer Infektion mit onkogenen HPV-Typen 16 und 18. Erstmals wurden jetzt die Ergebnisse einer großen randomisierten Langzeitstudie der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. "Bei keiner der geimpften Frauen kam es zu präkanzerösen Läsionen im Zervixepithel", betonte die Studienleiterin Diane Harper von der Dartmouth Medical School (USA) auf dem EUROGIN-Kongress 2006 in Paris.

"Mit den Ergebnissen verdichten sich die Hinweise, dass sich das Zervixkarzinom zukünftig per Impfung erheblich reduzieren lässt", sagte Harper. Nach 4,5 Jahren waren bei allen mit CervarixTM geimpften Frauen noch Antikörper gegen HPV 16 und HPV 18 nachweisbar.

Im Vergleich zur natürlichen Immunantwort lagen die Antikörperkonzentrationen bei den geimpften Frauen um den Faktor 17 (HPV 16) bzw. um den Faktor 14 (HPV 18) höher. Präkanzeröse Läsionen wurden bei allen Frauen in der Impfgruppe verhindert. "Der Impfstoff bietet einen nachhaltigen Schutz vor den gefährlichen Infektionen durch HPV 16 und 18 und die daraus entstehenden präkanzerösen Läsionen im Zervixepithel", so Harper. Darüber hinaus scheint der Impfstoff auch vor Infektionen mit den HPV-Typen 45 und 31 zu schützen, die ebenfalls eine Rolle bei der Pathogenese des Zervixkarzinoms spielen. In die aktuelle Auswertung der Follow-up-Untersuchung gingen Daten von knapp 800 Frauen ein, die bereits an der primären Phase II-Wirksamkeitsstudie teilgenommen hatten.

Innovatives Adjuvans unterstützt die Immunantwort

Wesentlichen Anteil an den guten Ergebnissen der Studie hat das Adjuvans AS04, eine innovative Substanz, die von GSK entwickelt und patentiert wurde. Das Adjuvans wird dem Impfstoff zugegeben, um die körpereigene Immunantwort zusätzlich zu stimulieren, so dass höhere Antikörperkonzentrationen erreicht werden. Ein traditionelles Adjuvans ist Aluminiumsalz. Das GSK-Adjuvans AS04 war dem Aluminiumsalz in klinischen Untersuchungen deutlich überlegen und induzierte eine wesentlich stärkere und lang anhaltende Immunantwort. Das Adjuvans AS04 besteht aus 500 Mikrogramm Aluminiumhydroxid plus 3-deacyliertes Monophosphoryl Lipid A (MPL®).

Bei dem Impfstoff selbst handelt es sich um eine gentechnisch hergestellte Substanz, die aus virusähnlichen Partikeln besteht, die zwar immunogen, aber nicht infektiös sind. Hauptprotein ist das Kapsidprotein L1, das die körpereigene Immunantwort induziert.

Zuverlässiger Schutz durch frühzeitige Impfung

Die HPV-Impfung ist für Frauen jeden Alters geeignet. Experten sind sich einig, dass von ihr sowohl Mädchen vor dem ersten sexuellen Kontakt profitieren werden, als auch alle bereits sexuell aktiven Frauen, da immer eine potentielle Infektionsgefahr besteht. Die Impfung wird die Krebsfrüherkennung mittels Zervixabstrich (Pap-Abstrich) nicht ersetzen, da nicht alle Zervixkarzinome durch HPV 16 und 18 verursacht werden.

Jedes Jahr wird bei ungefähr 6.500 Frauen in Deutschland die Diagnose ’Zervixkarzinom’ gestellt. Das Zervixkarzinom gehört bei Frauen unter 45 Jahren zu den häufigsten Tumorerkrankungen. In 99,7% aller Gewebeproben von Frauen mit Zervixkarzinom lag eine HPV-Infektion vor. Von den mehr als 100 verschiedenen Vertretern der HP-Viren gelten u. a. die Virustypen 16 und 18 als Hochrisikoviren für die Entstehung eines Zervixkarzinoms. Sie führen über virale Onkogene zu einer ungeregelten Zellproliferation, die zur Ausbildung präkanzeröser Läsionen im Epithel (CIN2/3; Cervical Intraepithelial Neoplasien) und im weiteren Verlauf zu einem manifesten Zervixkarzinom führen kann. Ausgangspunkt für diese Entwicklung ist z. B. eine persistierende Infektion mit HPV 16/18. Auf diese beiden HPV-Typen sind mehr als 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebsfälle in Europa zurück zu führen.

GlaxoSmithKline hat am 6. März 2006 die europäische Zulassung von CervarixTM bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMEA beantragt. Die Markteinführung wird für das Frühjahr 2007 erwartet.

Quellen:

1 Muñoz N, Bosch FX, Castellsagué X, Diaz M, de Sanjose S, Hammouda D, Shah KV, Meijer CJLM. Against which human papillomavirus types shall we vaccinate and screen? The international perspective. Int J Cancer 2004; 111: 278-285.

2 Giannini SL et al. Superior Immune Response Induced by Vaccination with HPV 16/18 L1 VLP Formulated with AS04 Compared to Aluminum Salt Only Formulation. Poster B68, presented at the 4th Annu.Int.Conf. on Frontiers in Cancer Prevention Research (AACR), October 30 - November 2, 2005, Baltimore, MD, USA

3 Harper DM , Franco EL, Wheeler C, Ferris DG et al. Efficacy of a bivalent L1 virus-like particle vaccine in prevention of infection with human papillomavirus types 16 and 18 in young women: a randomised controlled trial. Lancet 2004;364:1757-65.

4 Ferlay J, Bray P, Pizani P, Parkin DM. Cancer incidence, mortality and prevalence worldwide. Erhältlich bei GLOBOCAN 2002. Abgerufen 20. September 2005.

Unternehmensinformation

GlaxoSmithKline - eines der weltweit führenden forschungsorientierten Arzneimittel- und Healthcare-Unternehmen - engagiert sich für die Verbesserung der Lebensqualität, um Menschen ein aktiveres, längeres und gesünderes Leben zu ermöglichen.

Daria Munsel | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.glaxosmithkline.de

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