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"Hitliste der Erkältungserreger" ab sofort im Internet

05.05.2006


Erkältungserreger nicht im Sommerurlaub



Welche Erkältungsviren und -bakterien von "Nase zu Nase" wandern, überwachen die Wissenschaftler des Forschungsnetzwerkes PID-ARI.net das ganze Jahr über. Seit dem 16. Januar haben sie wöchentlich eine Zusammenfassung ihrer Surveillance-Daten veröffentlicht, die "Hitliste der Erkältungserreger". Für das Sommerhalbjahr wird der Service eingestellt. "Wir wollen diesen erfolgreichen Informationsdienst aber im kommenden Herbst auf jeden Fall wieder anbieten", kündigte Prof. Heinz-J. Schmitt, der Netzwerksprecher aus Mainz an. "Natürlich verschwinden die Erreger nicht einfach im Sommerurlaub. Interessierte Ärzte und Patienten sehen weiterhin auf unserer wöchentlich aktualisierten Website, welche Erreger aktiv sind."

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Ausführliche Informationen, Steckbriefe zu einzelnen Erregern sowie Grafiken im Internet unter http://www.pid-ari.net.

Zahlreiche Viren und Bakterien können eine schwere "Erkältung" oder - wie Fachleute sagen - tiefe Atemwegsinfektion auslösen. Schätzungsweise 78.000 Kinder müssen laut PID-ARI.net jedes Jahr in Deutschland ins Krankenhaus wegen Bronchitis, Lungenentzündung oder anderen Folgen einer Atemwegsinfektion.

PID-ARI.net ist ein Forschungsnetzwerk über akute Infektionen der unteren Atemwege bei Kindern. Der Name steht für "Pediatric Infectious Diseases Network on Acute Respiratory Tract Infections". Es ist ein Zusammenschluss aus Universitätskliniken, Krankenhäusern, Arztpraxen und dem öffentlichen Gesundheitsdienst. An drei Standorten in Deutschland (Kiel, Mainz und Freiburg) wird innerhalb eines begrenzten Gebietes fortlaufend untersucht, an welchen Erregern Kinder unter 16 Jahren erkranken. Die Ergebnisse erlauben Rückschlüsse auf die aktuelle Situation in ganz Deutschland.

Seit 1996 sind die Wissenschaftler des Netzwerkes PID-ARI.net den Übeltätern auf der Spur. Mit einem weltweit einzigartigen Test können sie insgesamt 19 Viren und Bakterien aufspüren, das ist ein Großteil der heute bekannten "Erkältungs"-Erreger. Geschaut wird nur nach jenen Viren und Bakterien, die nicht ständige "Untermieter" in unseren Atemwegen sind. Wird also einer der 19 Erreger nachgewiesen, macht er sehr wahrscheinlich auch krank. Zu rund 70% verursachen Viren die Infektionen, Antibiotika helfen daher nur selten.

PID-ARI.net wurde bis 2005 durch das Bundesforschungsministerium finanziert. Die Stiftung Präventive Pädiatrie unterstützt PID-ARI.net weiterhin. Es kann seine Arbeit aber nur dann in vollem Umfang fortsetzen, wenn es weitere Kooperationspartner oder Sponsoren findet.

Heike Thiesemann-Reith | idw
Weitere Informationen:
http://www.pid-ari.net

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