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Erfolge bei der Behandlung der Leberentzündung, aber noch viel Forschungsbedarf

29.11.2005


Experten des Kompetenznetzes Hepatitis Süd-West tagen am 30. November 2005 in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg



Die virusbedingte Leberentzündung (Hepatitis) ist eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. In Deutschland leiden annähernd eine Million Menschen an einer chronischen Hepatitis, verursacht durch die Viren B, C und D.



In den vergangenen Jahren konnte die Behandlung dieser gefährlichen Erkrankung durch neue Medikamente und ihre kombinierte Anwendung wesentlich verbessert werden: Mehr als die Hälfte der Patienten mit chronischer Hepatitis C und etwa 30 bis 50 Prozent der Patienten mit chronischer Hepatitis B können heute erfolgreich therapiert werden - das Virus wird dabei komplett aus dem Körper eliminiert und die Patienten sind somit geheilt. Für Patienten, bei denen die Viruselimination nicht gelingt, stehen jedoch eine zunehmende Anzahl von Medikamenten zur Verfügung, die die Vermehrung des Virus hemmen und damit weitere Leberschäden vermeiden.

Wesentlichen Anteil an der verbesserten Versorgungsqualität in Deutschland hat das bundesweite Kompetenznetzwerk Hepatitis. Es koordiniert zudem Laborstudien und klinische Studien, die dringend erforderlich sind, um noch mehr Patienten helfen zu können.

Bei einer Tagung des regionalen Kompetenznetzes Hepatitis Süd-West am 30. November 2005 diskutieren 20 Experten den Stand der "Aktuellen Diagnostik und Therapie der viralen Hepatitis" in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. Gastgeber ist die Abteilung Gastroenterologie, Infektionskrankheiten und Vergiftungen unter der Leitung ihres Ärztlichen Direktors, Professor Dr. Wolfgang Stremmel.

Hepatitisviren schädigen die Leber und führen zu einer schwelenden Entzündung des Organs, das sich in narbiges Bindegewebe umbaut (Leberzirrhose) und ohne Behandlung schließlich versagen kann. Eine weitere Gefahr: Es entsteht Leberkrebs - das hepatozelluläre Karzinom (HCC).

Modellregion Südwest des Kompetenznetzwerk Hepatitis wurde 2005 eingerichtet

Das Kompetenznetz Hepatitis (Hep-Net) ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt, das die Aufgabe hat die aktuelle Zahl der infizierten Personen, die Übertragungswege und Risikogruppen in Deutschland aufzuklären. Kernstück des Netzwerkes sind die Modellregionen, in denen flächendeckend Ärzte und Wissenschaftler zusammenarbeiten, epidemiologische Daten sammeln und einen kontinuierlichen Informationsaustausch pflegen.

Die Modellregion Süd-West wurde im Frühjahr 2005 eingerichtet und umfasst neben den Regionen der Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg insbesondere klinische Zentren in Homburg/Saar, Frankfurt a. M., Mainz, Heidelberg, Mannheim und Freiburg. An dem Netzwerk sind zahlreiche weitere erfahrene Hepatologen von Hochschul- und Krankenhausambulanzen sowie niedergelassene Gastroenterologen der gesamten Region beteiligt.

Online-Zugriff aller Partner auf eine Experten-Datenbank

Zentrale Instrumente der Modellregion Süd-West sind die Vernetzung der beteiligten Ärzte und die Datenerhebung über eine Online-Anwendung mit Zugriff aller vernetzten Partner auf eine Datenbank. Therapieerfolge bei Hepatitis C-infizierten Patienten, die durch niedergelassene Ärzte oder Krankenhausambulanzen der Modelregion Süd-West behandelt werden, werden erfasst.

Praktizierende Ärzte können kostenlos zertifiziertes Mitglied des Kompetenznetzes Hepatitis werden. Alle Mitglieder erhalten monatlich online Updates zum neuesten Erkenntnisstand der Hepatitis-Forschung durch regelmäßige Fortbildungen, Zeitschriften, Telefon-Hotlines und die Homepages des Kompetenznetzes.

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.kompetenznetz-hepatitis.de
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pressestelle/pdf/heidelberg051130.pdf
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

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