Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit neuer Technik gegen Krebs

21.10.2005


DFG finanziert vier Großgeräte für Tomotherapie


Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat vier Tomotherapiegeräte zur strahlentherapeutischen Behandlung von Tumoren bewilligt. Die Geräte gehen an die Charité Universitätsmedizin Berlin, die Universitätskliniken von Essen und Heidelberg sowie an das Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Dies beschloss der Hauptausschuss der DFG in seiner Sitzung am 20. Oktober 2005. Damit wird diese viel versprechende, aber noch wenig erforschte neue Technik erstmals in Deutschland zur Anwendung gebracht und konkret evaluiert. Die Geräte haben einen Wert von jeweils etwa 3,5 Millionen Euro.

Jährlich erkranken in Deutschland circa 400 000 Menschen an Krebs, etwa 60 Prozent davon werden strahlentherapeutisch behandelt. Durch die Tomotherapie, eine innovative Weiterentwicklung der Tumorbestrahlung mit Photonen (Röntgenstrahlen), könnten die Risiken von Nebenwirkungen für Krebspatienten deutlich minimiert und die Heilungschancen verbessert werden.


Bei dieser neuen Generation von Strahlentherapiegeräten eines US-amerikanischen Herstellers handelt es sich um die direkte Kombination eines Linearbeschleunigers mit einem Computertomographen (CT) in einem Gerät. Der Linearbeschleuniger läuft ähnlich wie die Röntgenröhre in einem CT um den Patienten herum und wird hier zusätzlich für die medizinische Bildgebung genutzt, so dass die Überprüfung der Tumorposition und die nachfolgende Behandlung ohne aufwändige Umrechnungs- und Anpassungsprozesse erfolgen können. Durch die mit dieser Technik erreichte bessere Verteilung der Strahlendosis wird eine weitere Reduzierung der Nebenwirkungen erwartet, also eine Zerstörung des Tumors bei noch besserer Schonung von den Tumor umgebendem gesunden Gewebe und Risikoorganen. Allerdings steht die Tomotherapie in ihrer Entwicklung noch am Anfang.

Mit den bewilligten Geräten soll den Wissenschaftlern an den vier Standorten ermöglicht werden, im internationalen Maßstab wesentliche Forschungsbeiträge zur Evaluierung der Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes der Tomotherapie sowohl aus medizinischer als auch aus medizin-physikalischer und radiobiologischer Sicht zu leisten. Die Anträge der Kliniken in Berlin, Essen, Heidelberg und München wurden durch eine internationale Gutachtergruppe auf Basis der vorgelegten, qualitativ hochwertigen Forschungsprogramme ausgewählt. Entsprechend dem Anliegen der DFG, neue Techniken gerade in einem so sensiblen Bereich wie der Krebstherapie genau zu evaluieren, müssen die vier Zentren im Rahmen aufeinander abgestimmter Forschungsprogramme die Frage beantworten, welchen Stellenwert die Tomotherapie im Gesamtspektrum der Strahlentherapie in Zukunft haben wird.

Mit ihrer Großgeräte-Initiative trägt die DFG der Tatsache Rechnung, dass der Strahlentherapie bei der Behandlung von Tumorerkrankungen auch in Zukunft ein sehr hoher Stellenwert zukommen wird. Für die Mehrzahl der Patienten wird trotz der Entwicklung neuer strahlentherapeutischer Techniken, wie Bestrahlung mit Protonen oder Schwerionen, auch in Zukunft die Präzisionsbestrahlung mit Photonen das Mittel der Wahl sein, zumal die Möglichkeiten dieses Ansatzes bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind.

Weiterführende Informationen
Ansprechpartnerin bei der DFG ist
Dr. Karin Zach,
Gruppe Wissenschaftliche Geräte und Informationstechnik,
Tel.: 0228/885-2324,
E-Mail: Karin.Zach@dfg.de

Dr. Eva-Maria Streier | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Berichte zu: Linearbeschleuniger Photon Strahlentherapie Tomotherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kokosöl verlängert Leben bei peroxisomalen Störungen
20.06.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics