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Vogelgrippe breitet sich unter Wandervögeln aus

07.07.2005


Erstmals Virusübertragung zwischen wilden Vögeln nachgewiesen



Ein Ausbruch von Vogelgrippe unter wilden Gänsen in Westchina hat Befürchtungen geweckt, dass das verantwortliche Virus sich bald über den asiatischen Raum hinaus verbreiten könnte. Wissenschafter argumentieren, dass der Nachweis des Krankheitserregers H151 bei den Gänsen von großer Bedeutung ist, da diese Wandervögel problemlos große Distanzen überwinden können. Die Berichte in Science und Nature weisen erstmals eine Virusübertragung zwischen wilden Vögeln nach. Zuvor kam es nur zwischen normalem Geflügel und Wildtieren zu einer Ansteckung.

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Die Verbreitung des Virus zwischen wilden Gänsen macht die Vogelgrippe zu einer noch ernsteren weltweiten Bedrohung. Laut Yi Guan von der University of Hongkong können diese Vögel an einem Tag bis zu 1.000 Meilen weit fliegen. Eine Meile entspricht 1.609 Metern. Der Wissenschafter erklärte gegenüber der BBC, das bedeute, dass das Virus die Möglichkeit habe, sich auch auf derzeit virusfreie Regionen auszubreiten. Der entscheidende Ausbruch wurde erstmals am 30. April bei Streifengänsen (Anser indicus) am Lake Qinghaihu in der chinesischen Provinz Qinghaihu entdeckt. Die Tiere wiesen die klassischen Symptome wie Zittern, Durchfall, hängende Köpfe und Lähmungen auf. Bis zum 20. Mai waren rund 1.500 Tiere verendet. Das Team um Yi Guan berichtet in Nature, dass zusätzlich auch Fischmöwen (Larus ichthyaetus) und Braunkopfmöwen (Larus brunnicephalus) betroffen waren.

Genetische Analysen des von den toten Tieren stammenden Virus zeigten, dass es eng mit jenem Virenstamm verwandt ist, der in Thailand und Vietnam Erkrankungen bei Menschen verursacht hat. Lake Qinghaihu gilt als eines der Brutzentren von Wandervögeln. Das Team um Jinhua Liu schreibt in Science, dass Streifengänse dafür bekannt sind, dass sie südlich nach Burma weiterwandern und nördlich über den Himalaya nach Indien gelangen. Die Wissenschafter untersuchten eine Reihe von Vögeln, die an diesem See vorkommen. Es gelang ihnen vier Unterstämme des Virus H5N1 zu isolieren. Tests mit Mäusen und Hühnern zeigten, dass sie höchst ansteckend waren. 15 der 16 Versuchstiere waren nach drei Tagen verendet.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.science.com
http://www.nature.com

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