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Bundesweites Pilotprojekt: Marien-Hospital Marl setzt bei Steinzertrümmerung Akupunktur ein

09.02.2005

In einem bundesweiten Modellprojekt setzt die Abteilung Urologie des Marien-Hospitals Marl Akupunktur zur Schmerzlinderung bei der Nierensteinzertrümmerung (Lithotripsie) ein. Um gesicherte Erkenntnisse über die Wirksamkeit des Verfahrens zu erhalten, wird dieses Projekt gleichzeitig wissenschaftlich begleitet. Dr. Hans-Jörg Sommerfeld, urologischer Chefarzt am Marler Krankenhaus, erläutert die Gründe, warum man sich zur Schmerzblockade mit Nadeln entschied: "Die Stoßwellenbehandlung mit dem Lithotripter verursacht ab einer bestimmten Behandlungsenergie Schmerzen. Wir verabreichen dann Medikamente, die einige Patienten jedoch schlecht vertragen. Sie klagen über Schwindel, Kopfschmerzen oder Atemprobleme." Alternativen waren gefragt. So entstand die Idee, neben herkömmlichen Medikamenten auch Akupunktur einzusetzen. Mit Dr. Habib Pourvali-Ipek verfügt das Krankenhaus über einen Mediziner, der das B-Diplom für Akupunktur erworben hat und damit die notwendigen Fachkenntnisse besitzt.

Von Anfang an war auch klar, dass das Projekt wissenschaftlich begleitet werden sollte. Entschieden wird nach dem Zufallsprinzip. Patienten mit geraden Anmeldenummern werden mit herkömmlichen Schmerzmitteln behandelt, denen mit ungeraden wird Akupunktur angeboten (wissenschaftliche Randomisierung). An der Begleitstudie ist neben dem Marien-Hospital auch noch eine urologische Facharztpraxis in Wesel beteiligt.

Nach rund 100 Behandlungen mit Akupunktur ziehen die Mediziner eine erste Bilanz. "Nur in zehn Prozent aller Fälle verlangten die Patienten trotz Nadeln nach einem zusätzlichen Schmerzmittel. Kein Patient klagte anschließend über Nebenwirkungen", fasst Sommerfeld das vorläufige, positive Fazit zusammen. "Wir werden im September auf dem Deutschen Urologen-Kongress unsere Studie detailliert vorstellen."

Dr. Mechthild Quernheim | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.katholische-kliniken.de/

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