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Protein beeinträchtigt Schmerzempfinden von Diabetikern

17.12.2004


Neue Behandlungsformen auf Basis von RAGE



Das Schlüsselprotein RAGE ist dafür verantwortlich, dass bei Diabetikern das Schmerzempfinden schwindet. Forscher des Universitätsklinikums Heidelberg.de haben RAGE als Ursache für derartige Nervenschäden identifiziert. Frühere Studien hatten das Protein mit verschiedenen chronischen Entzündungs- und Alterungsprozessen, z.B. der Sepsis (Blutvergiftung), in Verbindung gebracht.

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Bei dem Regulatormolekül handelt es sich um einen so genannten Rezeptor, der sich auf der Oberfläche von Zellen befindet. Er identifiziert und bindet bestimmte Eiweißstoffe, vor allem "AGE" (Advanced Glycation End products). Zusätzlich wird das Molekül NFkappaB aktiviert, das Entzündungsprozesse auslöst. "Wir konnten zeigen, dass die Menge an RAGE und an aktiviertem NFkappaB in Nervenzellen von Diabetespatienten mit Neuropathie eindeutig erhöht ist", so die Wissenschaftlerin Angelika Bierhaus.

Den Forschern ist es gelungen, die Entzündungs-Kaskade bei Mäusen zu unterbrechen. Zu diesem Zweck wurde genetisch veränderten Diabetes-Mäusen eine lösliche Form von RAGE zugeführt, das so genannte sRAGE (soluble RAGE). Dieses greift die Bindemoleküle AGE auf, bevor sie zum in der Zellmembran verankerten RAGE gelangen. So wird auch die Aktivität von NFkappaB eingeschränkt und die Mäuse weisen ein signifikant verbessertes Schmerzempfinden auf.

Diabetische Mäuse ohne RAGE-Rezeptoren haben trotz der Krankheit ein gutes Schmerzempfinden, was den RAGE-Einfluss verdeutlicht. "Bisher gibt es kaum Therapiemöglichkeiten für Patienten mit chronischer Nervenentzündung", so der Forscher Peter Nawroth. Damit erweckt das Schlüsselmolekül RAGE die Hoffnung für die Entwicklung neuer Behandlungsformen.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-heidelberg

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