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Virtueller Blick ins Herz

25.11.2002


Siemens-Forscher mit revolutionärer Technik der Computertomographie für Deutschen Zukunftspreis 2002 nominiert



Siemens-Forscher haben eine revolutionäre Technik zur Untersuchung des schlagenden Herzens entwickelt und sind deshalb für den Deutschen Zukunftspreis 2002 nominiert worden. Bundespräsident Johannes Rau wird den mit 250.000 Euro dotierten Preis am 3. Dezember in Berlin verleihen.



Mit dem Verfahren der Siemens-Wissenschaftler Bernd Ohnesorge, Thomas Flohr und Richard Hausmann können jetzt der Herzmuskel und die Herzkranzgefäße ohne Katheter untersucht werden. Stattdessen verwenden sie einen Computertomographen (CT), der dreidimensionale Bilder des Herzens anfertigt. Bei der Untersuchung müssen die Patienten nur für 15 Sekunden die Luft anhalten; sie können anschließend wieder nach Hause gehen. Vor dem Legen eines Herzkatheters haben viele Patienten Angst, da sie stationär im Krankenhaus bleiben müssen und die Prozedur mit Risiken verbunden ist. Nach rund der Hälfte aller Herzkatheteruntersuchungen - rund 500.000 in Deutschland - schließt sich keine Operation an, sie sind rein diagnostisch. Die neue Methode ist ideal dafür geeignet, den Körper ohne Eingriff von außen zu untersuchen. Herzinfarkt ist eine der Haupttodesursachen in den westlichen Industrieländern: Im Jahr 2000 starben daran rund eine Million Menschen in Europa und den USA. Die meisten Herzinfarkte entstehen durch Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen, die sich lösen und Blutgefäße verschließen können.

Das System beruht auf einer CT-Technik, die maßgeblich von Siemens-Forschern in der Medizintechnik in Erlangen/Forchheim und am Standort in Princeton (USA) entwickelt wurde. Sie liefert mittels eines ringförmigen Röntgendetektors Schnittbilder des Menschen. Der Ring rotiert mit einer Umlaufgeschwindigkeit von 0,4 Sekunden um den Körper. Die besondere Art der Bildaufnahme und Berechnung friert das Herz gewissermaßen im Schlag ein; nur 100 Millisekunden beträgt die Zeitauflösung, die bei einem Fotoapparat der Verschlusszeit entspricht. Um diese Wimpernschlagdiagnostik zu ermöglichen, ist das CT-Gerät an ein Elektrokardiogramm gekoppelt. Durch diese Synchronisation werden nur Bilder während der Ruhephase des Herzens aufgenommen, die rund 150 Millisekunden dauert. Auf den dreidimensionalen Röntgenaufnahmen sind noch Strukturen von einem halben Millimeter Größe zu erkennen. Das System ist damit auch zur Vorsorge für Patienten mit Herzbeschwerden geeignet. Kleinere Erkrankungen in den Herzkranzgefäßen könnten so früh erkannt werden, dass eine Therapie möglich ist, bevor Symptome oder ein Infarkt auftreten. Fragen über die Methode beantworten Siemens-Mitarbeiter unter der kostenlosen Telefonnummer 0800-007-4000.

(Fotos unter http://www.siemens.com/med-bilder/medct200210009 )


Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens NewsDesk
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/newsdesk

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