Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zu viele Kilos schwächen das Herz

02.08.2002

Übergewicht trägt bekanntlich zu herzschädigenden Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck bei, die das Risiko für eine Herzschwäche erhöhen.

Wie US-Forscher aber jetzt entdeckten, steigert auch das überschüssige Gewicht an sich das Risiko für die gefährliche Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Eine Herzschwäche ist eine Erkrankung, die unbehandelt relativ schnell zum Tode führen kann.

Dr. Ramachandran S. Vasan von den National Institutes of Health und seine Kollegen haben fast 5900 Erwachsene im Schnitt 14 Jahre lang beobachtet. Dabei verfolgten sie das Gewicht der Studienteilnehmer sowie das eventuelle Auftreten einer Herzschwäche. Die Wissenschaftler notierten den Body Mass Index (BMI) der Patienten, der sich als Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat berechnet. Bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 sprechen Mediziner von Übergewicht, bei einem BMI von mehr als 30 von Fettsucht.

Im Verlauf der Studie entwickelten 496 Studienteilnehmer eine Herzinsuffizienz. Wie sich nach Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren zeigte, ließ sich das mit dem Gewicht zunehmende Risiko für eine Herzschwäche genau berechnen: Für Männer stieg es mit jedem BMI-Punkt um fünf Prozent, für Frauen sogar um sieben Prozent. Bislang hatten Mediziner vermutet, dass erst eine krankhafte Fettsucht (ein BMI von 40 und mehr) zu einer Herzschwäche führt, leichtere Formen von Übergewicht hingegen nur indirekt – etwa über die Steigerung des Blutdrucks – dazu beitragen.

Die Ergebnisse sind auf jeden Fall ein Grund mehr, lästigen Speckröllchen den Kampf anzusagen. Aber Achtung: Crash-Diäten sind der falsche Weg, unter Umständen sitzt durch den gefürchteten Jo-Jo-Effekt hinterher sogar mehr auf den Rippen. Besser deshalb: den Lebensstil langsam umzustellen, hin zu einer gesünderen Ernährung und – ganz wichtig – mehr Bewegung. Wer zu viel Gewicht mit sich herumschleppt, sollte am besten zunächst seinen Arzt konsultieren und das Training unter Anleitung aufnehmen. Denn wer es anfangs übertreibt, verliert oft schnell die Lust und schadet unter Umständen seiner Gesundheit.

The New England Journal of Medicine (2002) Vol. 347, No.5, pp. 305 – 313, 358 – 359

mc | MedCon Health Contents AG

Weitere Berichte zu: BMI Herzinsuffizienz Herzschwäche Übergewicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Telomerverlängerung entscheidend für Krankheitsverlauf
07.12.2018 | Uniklinik Köln

nachricht Frischfleisch schnell und mobil kontrollieren
06.12.2018 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

Von „Frequenzkämmen“ spricht man bei speziellem Laserlicht, das sich optimal für chemische Sensoren eignet. Eine revolutionäre Technik der TU Wien erzeugt dieses Licht nun viel einfacher und robuster als bisher.

Ein gewöhnlicher Laser hat genau eine Farbe. Alle Photonen, die er abstrahlt, haben genau dieselbe Wellenlänge. Es gibt allerdings auch Laser, deren Licht...

Im Focus: Topological material switched off and on for the first time

Key advance for future topological transistors

Over the last decade, there has been much excitement about the discovery, recognised by the Nobel Prize in Physics only two years ago, that there are two types...

Im Focus: Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub

Verspiegelte Objektträger ermöglichen jetzt deutlich schärfere Bilder / 20fach bessere Auflösung als ein gewöhnliches Lichtmikroskop - Zwei Forschungsteams der Universität Würzburg haben dem Hochleistungs-Lichtmikroskop einen Auflösungsschub verpasst. Dazu bedampften sie den Glasträger, auf dem das beobachtete Objekt liegt, mit maßgeschneiderten biokompatiblen Nanoschichten, die einen „Spiegeleffekt“ bewirken. Mit dieser einfachen Methode konnten sie die Bildauflösung signifikant erhöhen und einzelne Molekülkomplexe auflösen, die sich mit einem normalen Lichtmikroskop nicht abbilden lassen. Die Studie wurde in der NATURE Zeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.

Die Schärfe von Lichtmikroskopen ist aus physikalischen Gründen begrenzt: Strukturen, die näher beieinander liegen als 0,2 tausendstel Millimeter, verschwimmen...

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

Fachforum über intelligente Datenanalyse

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

11.12.2018 | Physik Astronomie

Besser Bohren – Neues Nanokomposit stabilisiert Bohrflüssigkeiten

11.12.2018 | Geowissenschaften

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics