Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sonderforschungsbereich zu Herzerkrankung weiter gefördert!

06.06.2008
Jetzt mit Beteiligung der Kardiologie des Tübinger Uniklinikums

Der von der Deutschen Forschunggemeinschaft (DFG) eingerichtete Sonderforschungsbereich (SFB) Transregio 19 "Inflammatorische Kardiomyopathie - Molekulare Pathogenese und Therapie" wird für weitere 4 Jahre verlängert und mit insgesamt 10 Millionen Euro gefördert. Neu ist die Beteiligung der Kardiologie des Universitätsklinikums Tübingen, die bisher nicht vertreten war.

Entzündungen des Herzmuskels gehören zu den häufiger auftretenden Herzerkrankungen und können in eine dilatative Kardiomyopathie (DCM) übergehen. Die DCM, eine Herzmuskelerkrankung, ist durch eine Einschränkung der Herzfunktion bei gleichzeitiger Erweiterung der linken und rechten Herzkammern charakterisiert. Neueren Untersuchungen zufolge ist eine Entzündung des Herzmuskels und/oder eine Virusinfektion (inflammatorische Kardiomyopathie) die häufigste Ursache einer DCM.

Wissenschaftler aus Berlin, Greifswald und Tübingen arbeiten seit 2004 gemeinsam an der Erforschung der entzündlichen Herzmuskelerkrankung, an der mindestens 500.000 Patienten in Deutschland leiden. Prof. Meinrad Gawaz, Ärztlicher Direktor der Kardiologie am Uniklinikum Tübingen: "Infolge der großen klinischen Relevanz dieses Krankheitsbildes besteht großer Handlungsbedarf zur Entwicklung neuer Diagnose- und Therapieverfahren." Jüngsten Studien zufolge stellt die DCM neben der koronaren Herzkrankheit die häufigste Ursache einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) dar.

Die Erkrankung tritt meistens im Alter zwischen dreißig und fünfzig Jahren auf und geht mit einer Vergrößerung der beiden Herzkammern einher, was eine eingeschränkte Pumpfunktion zur Folge hat. Die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels sinkt, es kommt zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz)." Oft ist diese Krankheit mit einer Virusinfektion verbunden. Erste Anzeichen der Erkrankung sind beispielsweise Luftnot bei Belastung, z.B. beim Treppensteigen. Oft kommt es zu Wassereinlagerungen in der Lunge oder in den Beinen. Es kann zu Herzrhythmusstörungen kommen. Müdigkeit und Schwindelanfälle, Bewusstlosigkeit oder Herzstillstand können auftreten. Prof. Gawaz: "Trotz der Häufigkeit der Erkrankung gibt es bis heute keine wirklich erfolgreiche Therapie für unsere Patienten, die an dieser Krankheit leiden" und betont "hier besteht großer Handlungsbedarf in der Grundlagen- und klinischen Forschung.

Im SFB sollen auf zellulärer und molekularer Ebene die konkreten Ursachen für die Inflammatorische Kardiomyopathie erforscht werden. Prof. Dr. Reinhard Kandolf, Ärztlicher Direktor der Abteilung Molekulare Pathologie am Tübinger Institut für Pathologie: "Wir wollen herausfinden, wie sich bei der viral verursachten Form der Erkrankung das Virus zum/im Menschen verhält und sind zuversichtlich, hierbei wirksame Behandlungen zu entwickeln. Auf dem Gebiet der entzündlichen Herzerkrankung sind wir hier in Tübingen international führend, was die kardiopathologische Diagnostik, die Erforschung der Krankheitsursachen und die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien betrifft und wurden nicht zuletzt deshalb von der Deutschen Forschungsgemeinschaft durch die Förderung ausgezeichnet, wobei neben der engen Zusammenarbeit mit der Kardiologie die Tübinger theoretischen Institute für Physiologie (Prof. Dr. Florian Lang) und Immunologie (Prof. Dr. Hans-Georg Rammensee, Prof. Dr. Stephan Stevanovic) von zentraler Bedeutung sind."

Für die Einrichtung des Sonderforschungsbereiches Transregio haben sich Universitätsklinika sowie universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Berlin, Greifswald und Tübingen zusammengeschlossen.

Ansprechpartner für nähere Informationen

Universitätsklinikum Tübingen
Medizinische Klinik, Kardiologie und Kreislauferkrankungen
Prof. Meinrad Gawaz
Tel. 0 70 71 / 29-8 36 88, Fax 0 70 71 / 29-57 49
Universitätsklinikum Tübingen
Institut für Pathologie, Molekulare Pathologie
Prof. Dr. Reinhard Kandolf
Tel. 0 70 71/29-8 22 64, Fax 0 70 71/29-53 34

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.sfb-transregio-19.de/page/index.php
http://www.medizin.uni-tuebingen.de/Forschung/Forschungsschwerpunkte/Sonderforschungsbereiche/Transregio+19-p-1573.html

Weitere Berichte zu: DCM Herzerkrankung Herzmuskel Kardiologie Kardiomyopathie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die Gene sind nicht schuld
20.07.2018 | Technische Universität München

nachricht Staus im Gehirn: FAU-Forscher identifizieren eine Ursache für Parkinson
20.07.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics