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Weltweite Ausbreitung von resistenten E.coli-Formen nimmt zu

19.02.2008
Wissenschaftler fordern genaue Überwachung

Wissenschaftler der University of Calgary fordern die Installation eines Systems, das die weltweite Ausbreitung der gegen Medikamente resistenten Form von E.coli beobachtet. ESBL E.coli kann eine tödliche Blutvergiftung hervorrufen. Eine Reihe von Ländern hat in den vergangenen Jahren Erkrankungen gemeldet. Die Symptome reichen von einer Blasenentzündung bis zu einer tödlichen Blutvergiftung. Die Forscher schreiben in The Lancet Infectious Diseases, dass es von entscheidender Bedeutung ist, die einzelnen Bakterienstämme zu beobachten.

Mittels Aufzeichnungen kann festgestellt werden, welche Bakterienstämme für welche Infektionen verantwortlich sind. Zusätzlich kann dann geklärt werden, ob es wirksamere Antibiotika zur Behandlung gibt. Derzeit scheinen ältere Menschen und insbesondere jene, die in Pflegeheimen leben, besonders gefährdet zu sein. Vor allem die resistenten Formen von E.coli bereiten den Gesundheitsexperten in Spanien, Israel, Italien, Griechenland, Großbritannien und Kanada Probleme. In all diesen Ländern wurden Fälle gemeldet, in denen E.coli gegen vier entscheidende Antibiotika resistent war. Die Anzahl der Blutvergiftungen verdoppelte sich allein in Großbritannien zwischen 1995 und 2005. Eine kleine, aber ansteigende Zahl dieser Erkrankungen steht in Zusammenhang mit dieser Resistenz. Die Untersuchung von 54 Todesfällen im Bezirk Shropshire ergab, dass die ESBL produzierende Bakterie direkt für 20 Prozent der Todesfälle verantwortlich war. Die Bakterie war auch der Auslöser für einen schweren Ausbruch von Infektionen der Harnwege in den Jahren 2003 und 2004. Es wird jedoch laut BBC angenommen, dass die Anzahl der Fälle in den letzten beiden Jahren nicht angestiegen ist.

Die Wissenschaftler verglichen die Bedrohung durch E.coli mit der öffentlich übertragenen Form von MSRA, die in vielen Teilen der Welt bereits zu einem Problem geworden ist. In Amerika verbreitet sich diese MSRA-Form außerhalb der Krankenhäuser durch Hautkontakt. Derzeit ist sie für zwölf Prozent aller Erkrankungen verantwortlich. Betroffen sind Menschen aller Altersgruppen. Laut den Wissenschaftlern sind ESBL-Infektionen derzeit selten. "Es ist aber möglich, dass in naher Zukunft Mediziner mit Fällen konfrontiert werden, die ähnliche Auswirkungen wie diese Form von MSRA aufweisen."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucalgary.ca
http://www.thelancet.com/journals/laninf

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