Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Prüfmaschine zur Charakterisierung von tribologischen Vorgängen an der TU Chemnitz

01.03.2010
  • TU Chemnitz erhält neue Universalprüfmaschine Inspekt 150 mit Spezialvorrichtungen von Hegewald & Peschke GmbH
  • Zug- und Druckversuche von Blechen und Stäben sowie Modellumformversuche
  • Hochtemperatureinrichtung ermöglicht temperierte Versuche
  • Ermittlung tribologischer Werkstoffkennwerte durch Tribometer möglich

Die Hegewald & Peschke Meß- und Prüftechnik GmbH hat vom Institut für Werkzeugmaschinen und Produktionsprozesse (IWP) der TU Chemnitz den Auftrag für die Entwicklung einer Spezialprüfmaschine erhalten. Mit dieser Anlage können die Chemnitzer Wissenschaftler nicht nur klassische Zugversuche durchführen, sondern bspw. auch Reibungseffekte bei hohen Temperaturen untersuchen.

Die Anlage beinhaltet eine Universalprüfmaschine vom Typ Inspekt 150, eine Hochtemperatureinrichtung sowie eine Spezialvorrichtung zur Untersuchung tribologischer Vorgänge (Reibung). Mit Hilfe der neuen Anlage kann die Forschung am IWP auf dem Gebiet der Tribologie experimentell erweitert werden. Die Wissenschaftler erhalten so eine Möglichkeit, die Reibwerte und den Verschleiß von Blechen aus hochfesten Stahlwerkstoffen sowie zukünftig von Massivteilen aus Aluminium- und Stahlwerkstoffen zu ermitteln.

Nachdem die Universalprüfmaschine Inspekt 150 im November 2009 geliefert wurde, hat nun die komplette Spezialprüfmaschine inklusive Hochtemperaturofen und Tribometer ihren Betrieb aufgenommen.

Tribologische Untersuchungen mit der neuen Prüfmaschine

Das Forschungsgebiet der sogenannten Tribologie umfasst die Analyse von wechselwirkenden Oberflächen in relativer Bewegung. Die Mitarbeiter des IWP untersuchen hierbei die Zusammenhänge der Parameter Reibung, Verschleiß und Schmierung innerhalb eines sog. tribologischen Systems, das aus den vier Elementen Grundkörper, Gegenkörper, Zwischenstoff und Umgebungsmedium besteht. Für die genaue Analyse dieser Beziehungen setzen sie die Inspekt 150 mit zusätzlichem Tribometer ein. Hinzu kommt eine spezielle Hochtemperatureinrichtung, mit der die Wissenschaftler zudem das Tribosystem unter Temperatureinfluss betrachten können, um beispielsweise Schmiedeprozesse abzubilden. Somit können nicht nur Zugversuche bei Raumtemperatur durchgeführt werden, sondern auch temperierte Zugversuche an Blechen und Stäben.

Speziell auf die Prüfmaschine angepasste Werkzeuge ermöglichen außerdem zukünftig die Durchführung von Modellumformversuchen wie beispielsweise Biegeversuche.

Mit der Prüfanlage können die Wissenschaftler verschiedene Beanspruchungsparameter wie Kraft, Relativgeschwindigkeit, Schmierung, Temperatur etc. exakt definieren und variieren. Dadurch wird die Abbildung industrieller Umformparameter gewährleistet, was in Aggregate- oder Feldversuchen häufig nicht möglich ist.

Forschung für Industrie und Lehre

Unter den stetig steigenden Anforderungen der Industrie und Wirtschaft, wie z. B. der Verringerung des Schmiermitteleinsatzes oder der Standzeiterhöhung von Werkzeugen, können mit der neuen Prüfmaschinen nunmehr neue Werkzeug- und Werkstückbeschichtungen sowie Schmiermittel getestet und bewertet werden. Des Weiteren werden die Ergebnisse der Analyse auch zur Simulation herangezogen und bilden so die Basis für die Optimierung von Berechnungsmodellen.

Die Inspekt 150 wird von den wissenschaftlichen Mitarbeitern des IWP bereits für die Bearbeitung von Forschungsprojekten genutzt. Zukünftig strebt das Institut darüber hinaus die Einbeziehung der Maschine in die Lehre an und plant die Nutzung der Anlage auch in anderen Fachbereichen.

Über die Hegewald & Peschke Meß- und Prüftechnik GmbH

Der Mess- und Prüftechnik-Spezialist mit Sitz in Nossen bei Dresden entwickelt, produziert und vertreibt seit 1990 hochwertige Maschinen, Komponenten und Softwarelösungen zur Werkstoff-, Bauteil- und Komponentenprüfung. Hierzu gehören z. B. Universalprüfmaschinen, Härteprüfgeräte, Bauteil- und Möbelprüfstände sowie verschiedene Längenmessvorrichtungen für Industrie und Forschung. Die 50 Mitarbeiter des Unternehmens mit Vertriebsbüros in ganz Deutschland bieten zudem verschiedene Services rund um das Thema Prüfen und Messen sowie die Nachrüstung von Universalprüfmaschinen. In den Bereichen Konstruktion und Softwareentwicklung pflegt Hegewald & Peschke enge Kooperationen mit Hochschulen und Fraunhofer-Instituten, wodurch das hohe Niveau der Produkte sowie deren technische Aktualität sichergestellt werden. Hegewald & Peschke wurde nach ISO 9001 zertifiziert und betreibt ein eigenes DKD-Kalibrierlabor. Weitere Informationen über die Hegewald & Peschke GmbH finden Sie im Internet unter www.hegewald-peschke.de.

Über das Institut für Werkzeugmaschinen und Produktionsprozesse an der TU Chemnitz

Die Professur für Werkzeugmaschinenkonstruktion und Umformtechnik ist auf dem Gebiet des Werkzeugmaschinenbaus und der Umformtechnik tätig. Neben grundlegenden Themenstellungen aus den Bereichen Konstruktion, Simulation und Eigenschaftsanalyse zur Verbesserung von Produktivität, Qualität und Zuverlässigkeit der Werkzeugmaschinen wurde weiterhin ein besonderer Schwerpunkt auf den Einsatz und die Weiterentwicklung von Methoden der Virtuellen Realität in der Produktionstechnik gelegt. Eine weitere Schwerpunktsetzung erfolgt auf den Gebieten der Umformtechnik und Mechatronik. Das Arbeitsgebiet Umformtechnik beschäftigt sich mit den Themenbereichen der Erweiterung umformtechnischer Verfahrensgrenzen, der Entwicklung flexibler Fertigungsverfahren sowie der FEM-Simulation in Forschung und Lehre mit Blick auf die Automobil- und Zulieferindustrie. Forschungsgegenstand des Gebietes Mechatronik sind die Applikation von Bewegungssteuerungen, Identifikation und Modellierung von technischen Systemen und der Inbetriebnahme und Entwurf von Regelungen mechatronischer Systeme. In den Kernbereichen Werkzeugmaschinen und Umformtechnik wird in Vorlesungen, Seminaren und Praktika ein fundiertes methodisches Grundlagenwissen vermittelt, welches die Basis für die fachspezifische Ausbildung, in der besonderes anwendungsorientiertes Detailwissen und neueste Erkenntnisse aus Wirtschaft und industrieller Praxis vermittelt werden, bildet. Das Spektrum der bearbeiteten Projekte auf den Gebieten der Werkzeugmaschine und Umformtechnik orientiert sich an den Bedürfnissen des Marktes und der Notwendigkeit, Innovationspotenziale frühzeitig zu erkennen und für die Industrie nutzbringend zu erschließen. Weitere Informationen über das IWP finden Sie im Internet unter www.tu-chemnitz.de/mb/iwp/index.php.

Kontakte

Leser und Kunden:
Hegewald & Peschke Meß- und Prüftechnik GmbH
Dipl.-Ing. Volker Peschke
Geschäftsführer
Am Gründchen 1
01683 Nossen/Sa.
Tel.: 035242 / 445 10
Fax: 035242 / 445 11
E-Mail: info@hegewald-peschke.de
Web: www.hegewald-peschke.de
Presse:
Daylight Public Relations International
Stefan Lange, M.A.
Geschäftsführer
Königstr. 2
01097 Dresden
Tel.: +49 (0)351 / 563 413 00
Fax: +49 (0)351 / 563 413 09
E-Mail: stefan.lange@daylight-pr.com
Web: www.daylight-pr.com

Stefan Lange | Daylight Public Relations Intern
Weitere Informationen:
http://www.daylight-medienserver.com
http://www.hegewald-peschke.de/aktuell/presse-publikationen/presse.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Lösung für saubere Mobilität: Bremsbeläge ohne Kupfer oder Nickel
13.05.2020 | Fraunhofer IFAM Dresden

nachricht Neue Moleküle für innovative Hightech-Materialien
12.05.2020 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wenn aus theoretischer Chemie Praxis wird

Thomas Heine, Professor für Theoretische Chemie an der TU Dresden, hat 2019 zusammen mit seinem Team topologische 2D-Polymere vorhergesagt. Nur ein Jahr später konnten diese Materialien von einem italienischen Forscherteam synthetisiert und deren topologische Eigenschaften experimentell nachgewiesen werden. Für die renommierte Fachzeitschrift Nature Materials war das Anlass, Thomas Heine zu einem News and Views Artikel einzuladen, der in dieser Woche veröffentlicht wurde. Unter dem Titel "Making 2D Topological Polymers a reality" beschreibt Prof. Heine, wie aus seiner Theorie Praxis wurde.

Ultradünne Materialien sind als Bausteine für nanoelektronische Bauelemente der nächsten Generation äußerst interessant, da es viel einfacher ist, Schaltungen...

Im Focus: When predictions of theoretical chemists become reality

Thomas Heine, Professor of Theoretical Chemistry at TU Dresden, together with his team, first predicted a topological 2D polymer in 2019. Only one year later, an international team led by Italian researchers was able to synthesize these materials and experimentally prove their topological properties. For the renowned journal Nature Materials, this was the occasion to invite Thomas Heine to a News and Views article, which was published this week. Under the title "Making 2D Topological Polymers a reality" Prof. Heine describes how his theory became a reality.

Ultrathin materials are extremely interesting as building blocks for next generation nano electronic devices, as it is much easier to make circuits and other...

Im Focus: Mikroroboter rollt tief ins Innere des Körpers

Mit einem Leukozyten als Vorbild haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme in Stuttgart einen Mikroroboter entwickelt, der in Größe, Form und Bewegungsfähigkeit einem weißen Blutkörperchen gleicht. In einem Labor simulierten sie dann ein Blutgefäß – und es gelang ihnen, den Mikroroller durch diese dynamische und dichte Umgebung zu steuern. Der Roboter hielt dem simulierten Blutfluss stand und brachte damit das Forschungsgebiet rund um die zielgenaue Medikamentenabgabe einen Schritt weiter: Es gibt keinen besseren Zugangsweg zu allen Geweben und Organen im menschlichen Körper als den Blutkreislauf.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme (MPI-IS) in Stuttgart haben einen winzigen Mikroroboter entwickelt, der einem weißen...

Im Focus: Rolling into the deep

Scientists took a leukocyte as the blueprint and developed a microrobot that has the size, shape and moving capabilities of a white blood cell. Simulating a blood vessel in a laboratory setting, they succeeded in magnetically navigating the ball-shaped microroller through this dynamic and dense environment. The drug-delivery vehicle withstood the simulated blood flow, pushing the developments in targeted drug delivery a step further: inside the body, there is no better access route to all tissues and organs than the circulatory system. A robot that could actually travel through this finely woven web would revolutionize the minimally-invasive treatment of illnesses.

A team of scientists from the Max Planck Institute for Intelligent Systems (MPI-IS) in Stuttgart invented a tiny microrobot that resembles a white blood cell...

Im Focus: Schnüffel-Roboter als Katastrophenhelfer

Wo Menschenleben gefährdet sind, kommen künftig neuartige Roboter zum Einsatz, die an der TU Dresden entwickelt werden

Wissenschaftler an der TU Dresden arbeiten seit Juni 2019 an künstlichen Helfern, die in einem Katastrophengebiet Gefahren erkennen, beseitigen und somit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dresden Nexus Conference 2020 - Gleicher Termin, virtuelles Format, Anmeldung geöffnet

19.05.2020 | Veranstaltungen

Urban Transport Conference 2020 in digitaler Form

18.05.2020 | Veranstaltungen

Erfolgreiche Premiere für das »Electrochemical Cell Concepts Colloquium«

18.05.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Techniker Krankenkasse, EuPD Research und Handelsblatt starten Bewerbung für die Sonderpreise "Gesunde Hochschule" im Rahmen des Corporate Health Award 2020

22.05.2020 | Förderungen Preise

Werkstattbericht #1: Head Mounted Displays (HMDs) – Schwerpunktpositionen und Drehmomente

22.05.2020 | Informationstechnologie

Biochemie-Absolvent der Universität Bayreuth hat Antigen für hochspezifischen Corona-Antikörpertest entwickelt

22.05.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics