Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung zur Nanomechanik etabliert sich in Düsseldorf

14.11.2012
Berufung von Gerhard Dehm an das Max-Planck-Institut für Eisenforschung
Das Düsseldorfer Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) hat seit Anfang Oktober eine neue Abteilung. Prof. Gerhard Dehm verstärkt das Team der Materialforscher um den Bereich der Nanomechanik. Seine neue Abteilung mit dem Namen „Struktur und Nano-/Mikromechanik von Materialien“ hat das Ziel die mechanischen Eigenschaften von Werkstoffen ausgehend von der atomaren Struktur grundlegend zu verstehen und die neuen Erkenntnisse für die Entwicklung von schädigungstoleranten Werkstoffen zu nutzen.

Bei der Entwicklung neuer Konzepte für Materialien mit exzellenten mechanischen Eigenschaften konzentriert sich Dehm vor allem auf die Untersuchung atomarer Defektstrukturen und ihren Wechselwirkungen. Dadurch kann er Rückschlüsse auf den Zusammenhang zwischen Struktur und mechanischen Eigenschaften herstellen. Neue und unerwartete Erkenntnisse liefern insbesondere Materialien im Mikro- und Nanometerbereich, da ihr Verhalten von dem massiver Werkstoffe abweicht.
Die zu untersuchenden Dimensionen werden so klein, dass zum Beispiel Defekte im Material mit der puren Geometrie der Probengröße wechselwirken und zu ungewöhnlichen Materialeigenschaften führen, die im entsprechenden Massivmaterial nicht auftreten. Dehms Forscherteam erhofft sich die an den nanoskaligen Materialien gewonnenen Erkenntnisse auch für Massivmaterialien nutzen zu können. So sollen bisher gegensätzliche Eigenschaften, wie zum Beispiel extreme Härte und große Verformbarkeit, zukünftig für technische Werkstoffe realisierbar werden.

Für solche Untersuchungen werden in den nächsten zwei Jahren gravierende Umbauten am MPIE stattfinden. Unter anderem sollen neue hochauflösende Transmissionselektronenmikroskope dabei helfen in situ nano- und mikromechanische Experimente durchzuführen. In situ Methoden ermöglichen es den Forschern mechanische Veränderungen vorzunehmen und gleichzeitig deren Auswirkungen auf die Mikrostruktur zu beobachten.

Anwendung findet das Forschungsinteresse von Dehm vor allem in der Nano- und Mikroelektronik zum Beispiel für Automobile, in der Energietechnik und für flexible Elektronik. Aber auch die Lebensdauer von Hochtemperaturwerkstoffen und komplexen Stählen hängt von den lokalen mechanischen Eigenschaften ab. Deshalb sind auch diese Untersuchungsgegenstand der neuen Abteilung. Des Weiteren können Dehms Methoden beitragen die Verbindung von Keramiken und Polymeren mit Metallen zu verbessern. Dies ist unter anderem für den Korrosionsschutz und für die Veredelung von Oberflächen interessant.

Dehm promovierte 1995 am Stuttgarter Max-Planck-Institut für Metallforschung im Fach Werkstoffwissenschaft. Bevor er 2005 zur Montanuniversität Leoben wechselte, war er neben einem Auslandsaufenthalt am Technion in Haifa/Israel, Gruppenleiter in Stuttgart. In Leoben war Dehm Professor für Materialphysik und Leiter des Erich-Schmid-Instituts für Materialwissenschaft der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Yasmin Ahmed Salem | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpie.de

Weitere Berichte zu: Eisenforschung MPIE Max-Planck-Institut Nanomechanik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik
17.10.2018 | Max-Planck-Institut für Polymerforschung

nachricht Tiefsee ergründen – erstmalige LIBS-Messung bei 600 bar
16.10.2018 | Laser Zentrum Hannover e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Im Focus: Chemiker der Universitäten Rostock und Yale zeigen erstmals Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen

Die Forschungskooperation zwischen der Universität Yale und der Universität Rostock hat neue wissenschaftliche Ergebnisse hervorgebracht. In der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ berichten die Wissenschaftler über eine Dreierkette aus Ionen gleicher Ladung, die durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden. Damit zeigen die Forscher zum ersten Mal eine Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen, die sich im Grunde abstoßen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Professoren Mark Johnson, einem weltbekannten Cluster-Forscher, und Ralf Ludwig aus der Physikalischen Chemie der...

Im Focus: Storage & Transport of highly volatile Gases made safer & cheaper by the use of “Kinetic Trapping"

Augsburg chemists present a new technology for compressing, storing and transporting highly volatile gases in porous frameworks/New prospects for gas-powered vehicles

Storage of highly volatile gases has always been a major technological challenge, not least for use in the automotive sector, for, for example, methane or...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2018

16.10.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz in der Medizin

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fehlerzustände frühzeitig erkennen dank innovativer akustischer Verfahren zur Qualitätsprüfung

18.10.2018 | Verfahrenstechnologie

Pflanzen stoßen das Treibhausgas Lachgas in klimarelevanten Mengen aus

18.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sinneswahrnehmung ist keine Einbahnstraße

17.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics