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EU-Projekt MAFFIX entwickelt neuartiges Werkstück-Spannsystem

27.11.2006
Der Lehrstuhl für Prozessautomatisierung (LPA) bearbeitet seit September dieses Jahres zusammen mit sieben europäischen Partnern ein von der EU gefördertes Verbundprojekt mit dem Titel: "Completely flexible and reconfigurable fixturing of complex shaped workpieces with magnetorheological fluids" - abgekürzt: MAFFIX.

Das Ziel von MAFFIX besteht darin, ein neues Spannsystem für Werkstücke zu entwickeln, das weitgehend unabhängig von der Werkstückgestalt eingesetzt werden kann.

Während ihrer Bearbeitung auf Werkzeugmaschinen müssen Werkstücke fest eingespannt werden. Die Fixierungseinheit für Werkstücke, die MAFFIX entwickeln will, soll nicht nur unabhängig von deren Form und Beschaffenheit flexibel einstellbar, sondern auch mehrfach verwendbar sein. Eine solche Fixierung soll von den Eigenschaften so genannter magnetorheologischer Flüssigkeiten profitieren.

Magnetorheologische Flüssigkeiten ändern ihre Konsistenz durch Anlegen eines Magnetfeldes: Im flüssigen Zustand ist die Konsistenz ähnlich der eines zähflüssigen Öls, mit wachsender Feldstärke verwandelt sich die Flüssigkeit in eine nahezu feste Masse, die ihrer mechanischen Verformung einen Widerstand entgegensetzt. Die Idee ist, diese Eigenschaft der Flüssigkeit effektiv zu nutzen und zu optimieren, um Werkstücke zu fixieren.

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Aufgabe des Lehrstuhls für Prozessautomatisierung (LPA) ist es, innovative Konzepte für Werkstück-Spannsysteme zu untersuchen und eine der Möglichkeiten zu realisieren. Zusätzlich soll ein elektronisches Ansteuerungskonzept entwickelt und aufgebaut werden. Enger Projektpartner wird hierbei ein Fraunhofer-Institut sein, das über jahrelange Erfahrungen mit der Herstellung von magnetorheologischen Flüssigkeiten verfügt. Firmen aus Spanien, Deutschland, Italien und Rumänien steuern die zu fixierenden Werkstücke bei und unterstützen die Projektpartner bei dem Bau eines Labormusters; die Projektleitung liegt bei einer spanischen Firma.

MAFFIX ist im Programmteil CRAFT des 6. Rahmenprogramms für Forschung und technologische Entwicklung der Europäischen Union angesiedelt. CRAFT hat produktnahe Entwicklungen im Fokus, d. h. dass in dem relativ kurzen Förderzeitraum von zwei Jahren ein voll funktionsfähiges Labormuster erstellt wird, das über eine anschließende Prototyp-Entwicklung sehr schnell von den beteiligten Unternehmen zur Marktreife gebracht werden soll. Wie auch schon bei früheren EU-Verbundprojekten des LPA wurde die Phase der Antragstellung durch das European Project Office der Universität des Saarlandes unterstützt.

Weil MAFFIX ausgeprägt anwendungsorientiert ist, werden die FuE-Arbeiten des LPA in der Abteilung Prozessautomatisierung im Zentrum für Innovative Produktion (ZIP) in Saarbrücken-Burbach durchgeführt. Die dort tätigen Mitarbeiter, die unmittelbar an den Forschungsergebnissen des LPA partizipieren, bringen ihre Kompetenz auf dem Gebiet der Automatisierungstechnik überwiegend in bi- oder multilaterale Kooperationsprojekte mit interessierten Unternehmen ein.

Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. habil. H. Janocha
E-Mail: janocha@lpa.uni-saarland.de
Tel.: (0681)302-2880

Saar - Uni - Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

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