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Konzentration und Schrumpfung prägen den deutschen Tageszeitungsmarkt

24.02.2010
Immer mehr lokale und regionale Tageszeitungen in Deutschland sind gezwungen, ihre Redaktionen zu verkleinern und die überregionale Berichterstattung an größere Zeitungen abzugeben.

Ursächlich hierfür sind die gravierenden Auflagen- und Einnahmeverluste, die die Zeitungsverlage in den vergangenen zehn Jahren hinnehmen mussten. Aktuelle Deutschlandkarten, die das Leibniz-Institut für Länderkunde jetzt auf http://http:\aktuell.nationalatlas.de veröffentlicht hat, belegen die Konzentrations- und Schrumpfungsprozesse auf dem Abo-Zeitungsmarkt.

Die Verkaufsauflagen der deutschen Tageszeitungen sind seit 1999 um rund ein Fünftel gesunken. Gleichzeitig brachen die Anzeigen- und Werbeeinnahmen ein, sodass viele Verlage ihre Redaktionen verkleinern und zusammenlegen mussten, um rentabel zu bleiben. Die Auflagenentwicklung und die räumlichen Verflechtungen der deutschen Abo-Tageszeitungen werden auf den jetzt unter http://http:\aktuell.nationalatlas.de verfügbaren Karten und Grafiken des Leibniz-Instituts für Länderkunde erkennbar. Es zeigt sich, dass besonders viele ostdeutsche Tageszeitungen von hohen Auflageverlusten betroffen sind. Auch beim Vergleich der Marktstrukturen werden wesentliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland deutlich, die ein Erbe der stark divergierenden Zeitungslandschaften in der DDR und der Bundesrepublik sind. Während im Osten - nach wie vor - wenige Zeitungen mit vergleichsweise großen Verbreitungsregionen den Markt dominieren, teilen sich im Westen viele kleinere, meist miteinander verflochtene Verlage eine Region.

Doch auch die kleinen Lokalblätter verschwinden zusehends vom Markt oder gehen in größeren Zeitungen auf. Vor dem Hintergrund von Langzeitarbeitslosigkeit auf der einen Seite und hoher beruflicher Mobilität auf der anderen Seite wollen sich immer weniger Menschen ein Zeitungsabonnement leisten: Es fehlt entweder am Geld oder an der Zeit, um Zeitung zu konsumieren. Das Interesse der Leser wie Anzeigenkunden verlagert sich zudem immer stärker von den gedruckten Medien auf den Online-Markt. Den Verlagen gehen so nicht nur Vertriebs-, sondern auch Werbeeinnahmen verloren.

"Fast alle Zeitungen in Deutschland haben in der Vergangenheit große finanzielle Einbußen hinnehmen müssen, von einem Zeitungssterben kann aber dennoch nicht die Rede sein", sagt Volker Bode, der die Internetseite Nationalatlas aktuell verantwortet und der auch die Inhalte des aktuellen Beitrags zusammengetragen hat. Der überwiegende Teil der Tagespresse trotzt der Krise - und sei es mit Hilfe von Entlassungen, redaktionellen Kooperationen oder Fusionen. Bode hält es jedoch für wahrscheinlich, dass sich die Einsparmaßnahmen der Tageszeitungen negativ auf die Qualität auswirken.

Nationalatlas aktuell erreichen Sie unter http://aktuell.nationalatlas.de. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Volker Bode, Leibniz-Institut für Länderkunde, Tel. +49 (0)341 255-6543, nadaktuell@ifl-leipzig.de.

In der Online-Zeitschrift Nationalatlas aktuell veröffentlicht das Leibniz-Institut für Länderkunde regelmäßig Beiträge zu Ereignissen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Politik und Umwelt. Im Mittelpunkt stehen eigene Karten und Grafiken sowie von Experten geschriebene Begleittexte. Alle Karten und Diagramme können auf Wunsch in Druckqualität zur Verfügung gestellt werden. Jüngere Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit den Themen Cross-Border-Leasing, Klima und Wintersport sowie Suizidhäufigkeit.

Dr. Peter Wittmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifl-leipzig.de
http://aktuell.nationalatlas.de

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