Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fernsehen und Internet miteinander verknüpft

01.07.2014

Forscher verbinden im Projekt »LinkedTV« das Angebot von Fernsehen und Internet nahtlos miteinander. Der Zuschauer profitiert von einem informativen und personalisierten Fernseherlebnis.

Die Diskussion in der Talkrunde wird immer hitziger – doch was genau steht eigentlich in dem neuen Gesetzentwurf, über den die Experten im Fernsehen gerade so heftig streiten? Solche spontanen Fragen, die während einer Sendung auftauchen, lassen sich bislang nur durch eigene Recherchen im Internet klären.


Beim Fernsehen über mobile Geräte auf passende Webinhalte zugreifen: Forscher arbeiten daran, beide Welten so zu verbinden, dass der Verbraucher die neuen Möglichkeiten einfach und komfortabel nutzen kann. (© Fraunhofer IAIS)

Wenn es nach Forschern des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS in Sankt Augustin geht, sollen Zuschauer zukünftig nicht mehr lange nach passenden Zusatzinformationen suchen müssen. Im Projekt »LinkedTV« arbeitet das Institut mit elf Partnern aus sieben Ländern an einem neuen Fernsehkonzept.

»Wir wollen Fernsehen und Internet nahtlos verbinden, so dass die Zuschauer direkt während der Sendung auf Hintergrundinformationen zum aktuellen Programm zugreifen können, ohne selbst aufwändig danach suchen zu müssen«, erklärt Projektleiterin Heike Horstmann. Zwar gibt es bei manchen Sendern schon Ansätze zu solch einer Vernetzung von TV und Web – allerdings ist damit ein relativ hoher personeller Aufwand verbunden: Die Redaktionsmitarbeiter müssen das Internet oder das Senderarchiv nach geeignetem Material durchforsten und die Verknüpfungen zur Sendung manuell vornehmen.

Software beschleunigt Recherche der Redakteure

Die Projektpartner haben eine intelligente Software entwickelt, welche die mühsame Recherche künftig deutlich vereinfachen soll. Das Programm scannt den Inhalt einer Sendung vor deren Ausstrahlung mittels Sprachanalyse und Bildverarbeitung nach themenverwandten Inhalten aus dem Web. Da die Software ungefiltert eine sehr große Anzahl an Treffern und semantischen Verknüpfungen liefert, haben die Forscher Me-
thoden entwickelt, um die Ergebnisse nach bestimmten Kriterien eingrenzen zu können.

»Es werden dann beispielsweise nur Inhalte angezeigt, die mit dem Jugendschutz in Einklang stehen und deren Verwendung urheberrechtlich unproblematisch ist«, erläutert Horstmann. Den letzten Feinschliff übernimmt die Redaktion: Sie überprüft die vorgeschlagenen Inhalte auf ihre Relevanz und streicht eventuelle Dopplungen aus der Trefferliste.

Parallel zur Ausstrahlung findet der Zuschauer dann zu jedem Beitrag einer Sendung nach Themen sortierte Zusatzinformationen. Auf Wunsch kann er Filterkriterien festlegen, welche Inhalte ihm angezeigt werden sollen – also etwa Themen definieren, die ihn besonders interessieren oder Treffer zu bestimmten Inhalten ausblenden. Darüber hinaus ist die Software auch lernfähig und passt das Informationsangebot dem Nutzerverhalten an. »Greift der Zuschauer beispielsweise immer wieder auf den Wetterbericht oder Informationen zu einem bestimmten Thema zu, werden ihm diese Inhalte priorisiert angezeigt«, so Horstmann.

Der Zuschauer kann Sendung und Zusatzcontent sowohl direkt auf dem Bildschirm eines internetfähigen Fernsehers ansehen oder auf einem anderen Endgerät mit Web-Zugang wie Tablet oder Laptop. Für die optimale Nutzung eignet sich die Verwendung von zwei Bildschirmen parallel und miteinander synchronisiert. In der Regel läuft dann die Sendung auf dem Fernseher, während die weiterführenden Inhalte auf dem zweiten Endgerät – dem »second screen« – angezeigt werden. »Über den second screen steuert der Nutzer beide Geräte. Er kann dann beispielsweise die Sendung auf dem Fernseher unterbrechen, um sich auf dem Tablet über ein bestimmtes Detail zu informieren«, erklärt Horstmann.

Um einen praktischen Eindruck zu vermitteln, wie das verlinkte Fernsehen aussehen könnte, haben die IAIS-Forscher gemeinsam mit den Projektpartnern zwei reale Formate – eine Nachrichtensendung des Rundfunk Berlin-Brandenburgs und eine Doku-Serie des niederländischen Senders AVRO – mit virtuellen Zusatzinhalten angereichert. Die Ergebnisse werden dieses Jahr auf mehreren Fachveranstaltungen vorgestellt – unter anderem auf der IBC 2014 in Amsterdam.

Heike Horstmann | Fraunhofer Forschung Kompakt
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2014/Juli/Fernsehen_und_Internet.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Forschungsprojekt VidUX: Verbesserte User Experience beim Video-Streaming
04.03.2020 | Hochschule RheinMain

nachricht Mehr Fokus und Komfort am Telefonarbeitsplatz
21.02.2020 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Harnessing the rain for hydrovoltaics

Drops of water falling on or sliding over surfaces may leave behind traces of electrical charge, causing the drops to charge themselves. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz have now begun a detailed investigation into this phenomenon that accompanies us in every-day life. They developed a method to quantify the charge generation and additionally created a theoretical model to aid understanding. According to the scientists, the observed effect could be a source of generated power and an important building block for understanding frictional electricity.

Water drops sliding over non-conducting surfaces can be found everywhere in our lives: From the dripping of a coffee machine, to a rinse in the shower, to an...

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Im Focus: Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis

90 Millionen Jahre alter Waldboden belegt unerwartet warmes Südpol-Klima in der Kreidezeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Geowissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)...

Im Focus: A sensational discovery: Traces of rainforests in West Antarctica

90 million-year-old forest soil provides unexpected evidence for exceptionally warm climate near the South Pole in the Cretaceous

An international team of researchers led by geoscientists from the Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI) have now...

Im Focus: Blockierung des Eisentransports könnte Tuberkulose stoppen

Tuberkulose-Bakterien brauchen Eisen zum Überleben. Wird der Eisentransport in den Bakterien gestoppt, so kann sich der Tuberkulose-Erreger nicht weiter vermehren. Nun haben Forscher der Universität Zürich die Struktur des Transportproteins ermittelt, das für die Eisenzufuhr zuständig ist. Dies eröffnet Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Medikamente.

Einer der verheerendsten Erreger, der sich im Inneren menschlicher Zellen vermehren kann, ist Mycobacterium tuberculosis – der Bazillus, der Tuberkulose...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

“4th Hybrid Materials and Structures 2020” findet web-basiert statt

26.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Hightech für Natur

03.04.2020 | Interdisziplinäre Forschung

Mit haptischen Reizen tiefer in virtuelle Welten eintauchen

03.04.2020 | Informationstechnologie

Die Mimik der Mäuse

03.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics