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Räume voller Möglichkeiten für Innovationen

19.09.2019

Gleich drei „Helmholtz Innovation Labs“ starten in den nächsten Monaten am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). Damit verbunden ist eine Förderung von jeweils drei bis fünf Millionen Euro für bis zu fünf Jahre. In diesem Zeitraum sollen die Innovationslabore in Kooperation mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft als eigenständige Forschungs- und Entwicklungseinheiten aufgebaut werden. Mehrere große und mittelständische Unternehmen haben bereits Interesse bekundet, sich an den Labs auch finanziell zu beteiligen. Insgesamt kürte die Helmholtz-Gemeinschaft im Rahmen ihrer zweiten Ausschreibung 2019 deutschlandweit neun Helmholtz Innovation Labs, die erste Runde startete 2016.

„Innovationslabore streben die frühe Einbindung von Unternehmen in die Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Wissenschaftler an. Mit der Einrichtung von gleich drei Labs erweitert das HZDR seine Möglichkeiten, neue Technologien und Anwendungsfelder zu erproben und für die Wirtschaft nutzbar zu machen“, freut sich Dr. Björn Wolf, Leiter der Abteilung Technologietransfer und Innovation am HZDR über die Bewilligung.


Helmholtz Innovation Lab UltraTherm: Projektleiter Dr. Lars Rebohle will mit seinem Team eine innovative Methode zur Erzeugung neuartiger Halbleitermaterialien etablieren.

Rainer Weisflog / HZDR

Gemeinsam mit Wissenschaftlern des HZDR haben die Transfer-Experten des HZDR die Innovationslabore mit den Kurznamen „CLEWATEC“, „FlexiSens“ und „UltraTherm“ konzipiert. „Dass alle drei Anträge bewilligt wurden, ist ein Riesenerfolg und zeigt auch, wie groß das Potenzial des HZDR im Technologietransfer ist“, erklärt Wolf.

Die Leitung der Innovationslabore liegt in der Hand erfahrener Forscher. Mit der Verwertung der Forschungsergebnisse sind Manager betraut, die auch Kontakte zu infrage kommenden Firmen anbahnen und das Labor langfristig im jeweiligen Geschäftsfeld erfolgreich aufstellen sollen.

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen in der Region, die kaum eigene Kapazitäten für Forschung und Entwicklung haben, können langfristig von den Innovationslaboren profitieren. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit mit potenziellen Kunden, Nutzern und Partnern aus der Wissenschaft, etwa der Hochschule Mittweida oder dem Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik Dresden.

„Wir wollen die Labore zu thematischen Innovations-Netzwerken entwickeln, aus dem alle Beteiligten einen Vorteil ziehen können“, beschreibt Wolf die Zukunftspläne.

Sauberes Abwasser mit weniger Energie

„CLEWATEC“ steht für CLean WAter TEChnology Lab und befasst sich mit neuartigen, nachhaltigen Technologien zur flexiblen und ressourcenschonenden Abwasserbehandlung. Im Fokus stehen die Rückgewinnung wertvoller Ressourcen im Abwasser, fortschrittliche Mess- und Analysetechniken sowie die Energieeffizienz aller Prozesse. Basis sind neue Begasungskonzepte für Kläranlagen, die die Arbeitsgruppe um Dr. Sebastian Reinecke vom Institut für Fluiddynamik des HZDR entwickelt:

„In Deutschland verbrauchen mehr als 13.000 kommunale und industrielle Kläranlagen 4.400 Gigawattstunden Elektroenergie pro Jahr – das entspricht dem Haushalts-Strombedarf von 2,5 Millionen Menschen. Das von uns entwickelte Begasungskonzept kann bis zu 30 Prozent Energie einsparen“, erklärt Reinecke, der das Innovation Lab als wissenschaftlicher Leiter betreuen wird. Aktuell stehen die Entwicklung intelligenter Steuerungs- und Regelungsstrategien sowie flexible Anlagekonzepte auf der Agenda der Forscher. „CLEWATEC“ startet am 1. Januar 2020.

Im Innovation Lab „FlexiSens“ sollen neuartige Magnetfeldsensoren im Miniaturformat entwickelt und vermarktet werden. Das Besondere: Die Sensoren, die nur einen Tausendstel Millimeter messen, werden auf ultradünnen, flexiblen Substraten aufgebracht.

Das Ausgangsmaterial für diese neue Sensorgeneration lässt sich bisher nur am HZDR mit einer speziellen Methode herstellen. Die Eigenschaften der Sensoren und das damit verbundene technologische Potenzial sind noch längst nicht erschöpfend ausgelotet. Die Antragsteller erwarten eine Vielzahl neuer Anwendungsgebiete, von der Elektromobilität bis hin zum Fassadenbau. Entsprechend groß ist das Interesse aus der Wirtschaft.

„Gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen und Forschungspartnern wollen wir im Innovation Lab ein Produktionsverfahren entwickeln, um die Sensoren in die industrielle Fertigung zu überführen“, erläutert Projektleiter Dr. Denys Makarov vom Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung. Das Lab geht am 1. Dezember 2019 an den Start.

Schaufenster für die Industrie

Das Innovation Lab „UltraTherm“ widmet sich der ultrakurzen thermischen Behandlung von Materialien mit Blitzlampen- und Laserausheilung. Die Technologie, bei der Werkstoffe für Nano- bis Millisekunden sehr hohen Temperaturen ausgesetzt sind, verspricht massive Energieeinsparungen und die Schaffung neuer Materialstrukturen.

Die beteiligten Wissenschaftler wollen das Innovation Lab als ein Vorzeigelabor und „Schaufenster“ für die Industrie etablieren: „UltraTherm wird weltweit das erste Kompetenzzentrum für Blitzlampen- und Laserausheilung sein“, erwartet Projektleiter Dr. Lars Rebohle vom HZDR-Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung.

„UltraTherm“ wird seine Arbeit zum 1. Februar 2020 aufnehmen. Industriepartner ist die Rovak GmbH (Grumbach), Spezialist im Vakuum- und Anlagenbau und Vorreiter auf dem Gebiet der Blitzlampenausheilung. Als wissenschaftlicher Partner ist zudem das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) involviert; das Forschungsinstitut entwickelt hochleistungsfähige Mikroelektronik etwa für industrielle Anwendungen im Telekommunikationsbereich.

Weitere kleine und mittelständische Unternehmen haben ihr Interesse an einer Kooperation bekundet, darunter die Frolyt Kondensatoren- und Bauelemente GmbH. Das Freiberger Unternehmen produziert Aluminium-Elektrolytkondensatoren und ist, als potenzieller Anwender im Bereich Speicherkomponenten, auch an der Weiterentwicklung von Energiespeichern interessiert.

Weitere Informationen:
Dr. Björn Wolf, Leiter Technologietransfer und Innovation am HZDR
Tel.: +49 351 260 2615 | E-Mail: b.wolf@hzdr.de

Medienkontakt:
Dr. Christine Bohnet | HZDR-Pressesprecherin
Tel.: +49 351 260 2450 | E-Mail: c.bohnet@hzdr.de

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) forscht auf den Gebieten Energie, Gesundheit und Materie. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
• Wie nutzt man Energie und Ressourcen effizient, sicher und nachhaltig?
• Wie können Krebserkrankungen besser visualisiert, charakterisiert und wirksam behandelt werden?
• Wie verhalten sich Materie und Materialien unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?
Das HZDR ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, hat fünf Standorte (Dresden, Freiberg, Grenoble, Leipzig, Schenefeld bei Hamburg) und beschäftigt 1.200 Mitarbeiter – davon rund 500 Wissenschaftler inklusive 170 Doktoranden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Sebastian Reinecke, Projektleiter CLEWATEC
Institut für Fluiddynamik am HZDR
Tel.: +49 351 260 2320 | E-Mail: s.reinecke@hzdr.de

Dr. Denys Makarov, Projektleiter FlexiSens
Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung am HZDR
Tel.: +49 351 260 3273 | E-Mail: d.makarov@hzdr.de

Dr. Lars Rebohle, Projektleiter UltraTherm
Institut für Ionenstrahlphysik und Materialforschung am HZDR
Tel.: +49 351 260 3368 | E-Mail: l.rebohle@hzdr.de

Weitere Informationen:

https://www.hzdr.de/presse/innolabs
https://www.helmholtz.de/transfer/technologietransfer/projekte_und_initiativen/i...

Dr. Christine Bohnet | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

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