Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Altes Instrument macht modernes Mikroskop schneller

27.11.2001


Utrechter Wissenschaftler haben im Rahmen eines Projekts der Niederländischen Forschungsorganisation NWO bei der Fluoreszenzmikroskopie einen entsprechend angepassten Spektrographen eingesetzt. Dieses seit mehreren hundert Jahren bekannte Gerät wurde an einen Rechner gekoppelt. Mit der Anordnung wird ein gezieltes Einzoomen und schnelles Scannen kleiner Gebiete ermöglicht. Geschwindigkeit ist hierbei wichtig, weil viele biologische Prozesse nur wenige Sekunden dauern.

Ein Spektrograph zerlegt weißes Licht in die Spektralfarben und sorgt außerdem für einen guten Kontrast. Diese Eigenschaften sind bei Fluoreszenzmikroskopen sehr willkommen. Die Utrechter Biophysiker erwarten, dass ihr rechnergekoppelter Spektrograph in Zukunft bei medizinischen, biologischen, chemischen und physikalischen Untersuchungen Anwendung finden wird.
Ein moderner Spektrograph ist ein relativ einfaches Gerät. Ein Glasfaserkabel leitet das Licht aus dem Mikroskop durch ein Glasprisma. In dem Dreiecksprisma findet die Aufspaltung des Lichts in die Spektralfarben statt. Eine empfindliche CCD-Kamera fängt die einzelnen Farben auf. Danach berechnet ein normaler Computer, wie die Farben ursprünglich ausgesehen haben und macht so kleine Farbdifferenzen besser sichtbar.
Das Besondere an dem Utrechter Spektrographen ist, dass zur Zerlegung des Lichts ein Prisma verwendet wird. Andere auch an einem Spektrographen an Fluoreszenzmikroskopen arbeitende Forschungsgruppen nutzen dafür meist Gitter. Gitter haben den Vorteil, im Vergleich zu Prismen den schärferen Kontrast zu liefern. Ein Prisma führt hingegen zu weniger Lichtverlusten und ist daher der schnellere Bildgeber.
Inzwischen testeten Biophysikern der Universität Utrecht bei der Untersuchung von Proteinen aus Muskelfasern den Spektrographen. Mit seiner Hilfe konnten sie nachweisen, dass beim Belichten überraschende chemische Reaktionen auftreten.
Nähere Informationen:
Patrick Frederix (Universitätszentrum Utrecht, Medizinische Physiologie, und Universität Utrecht, Molekulare Biophysik, inzwischen an der Universität Basel tätig)
T +41 61 267 0949
F +41 61 267 2109 
E-Mail: patrick.frederix@unibas.ch
oder Kopromoter Dr. Evert de Beer (Universitätszentrum Utrecht, Bereich Medizinische Physiologie)
T +31 30 253 8900 
E-Mail: e.l.debeer@med.uu.nl

Msc Michel Philippens | idw

Weitere Berichte zu: Fluoreszenzmikroskop Mikroskop Spektrograph

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Modellierung zeigt optimale Größe für Platin-Katalysatorpartikel Aktivität von Brennstoffzellen-Katalysatoren verdoppelt
03.07.2019 | Technische Universität München

nachricht Autonomes Premiumtaxi sofort oder warten auf den selbstfahrenden Minibus?
14.06.2019 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: MOF@SAW oder: Nanobeben und molekulare Schwämmchen zum Wiegen und Trennen winzigster Massen

Augsburger Chemiker und Physiker berichten, wie ihnen die extrem schwierige Trennung von Wasserstoff und Deuterium in einem Gasgemisch gelungen ist.

Dank der hier vor Ort entwickelten und bereits vielfach angewendeten Surface Acoustic Waves-Technologie (SAW) ist die Universität Augsburg international als...

Im Focus: MOF@SAW: Nanoquakes and molecular sponges for weighing and separating tiny masses

Augsburg chemists and physicists report how they have succeeded in the extremely difficult separation of hydrogen and deuterium in a gas mixture.

Thanks to the Surface Acoustic Wave (SAW) technology developed here and already widely used, the University of Augsburg is internationally recognized as the...

Im Focus: Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

Die Anpassung der Wärmeleitfähigkeit von Materialien ist eine aktuelle Herausforderung in den Nanowissenschaften. Forschende der Universität Basel haben mit Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden und Spanien gezeigt, dass sich allein durch die Anordnung von Atomen in Nanodrähten atomare Vibrationen steuern lassen, welche die Wärmeleitfähigkeit bestimmen. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse kürzlich im Fachblatt «Nano Letters».

In der Elektronik- und Computerindustrie werden die Komponenten immer kleiner und leistungsfähiger. Problematisch ist dabei die Wärmeentwicklung, die durch...

Im Focus: Better thermal conductivity by adjusting the arrangement of atoms

Adjusting the thermal conductivity of materials is one of the challenges nanoscience is currently facing. Together with colleagues from the Netherlands and Spain, researchers from the University of Basel have shown that the atomic vibrations that determine heat generation in nanowires can be controlled through the arrangement of atoms alone. The scientists will publish the results shortly in the journal Nano Letters.

In the electronics and computer industry, components are becoming ever smaller and more powerful. However, there are problems with the heat generation. It is...

Im Focus: Nanopartikel mit neuartigen elektronischen Eigenschaften

Forscher der FAU haben Konzept zur Steuerung von Nanopartikeln entwickelt

Die optischen und elektronischen Eigenschaften von Aluminiumoxid-Nanopartikeln, die eigentlich elektronisch inert und optisch inaktiv sind, können gesteuert...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Ein Schlüsselelement der Umwelt: Phosphor

22.07.2019 | Veranstaltungen

Testzone für die KI-gestützte Produktion

18.07.2019 | Veranstaltungen

„World Brain Day“ zum Thema Migräne: individualisierte Therapie statt Schmerzmittelübergebrauch

18.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Programmierbare Strukturdynamik

22.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

MOF@SAW oder: Nanobeben und molekulare Schwämmchen zum Wiegen und Trennen winzigster Massen

22.07.2019 | Physik Astronomie

FH Dortmund entwickelt für das CERN

22.07.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics