Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

6,5 UMTS-Millionen für Genomforschungszentrum in Göttingen - Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen

18.04.2001


Göttingen wird eines von vier nationalen Genomforschungszentren auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Der Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen, zwei Göttinger Abteilungen der Max-Planck-Institute und eine Abteilung der Martin-Luther-Universität Halle haben gemeinsam den Zuschlag vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erhalten, eines von vier nationalen Zentren für Genomforschung auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu werden. Sechs Abteilungen des Bereichs Humanmedizin der Georg-August-Universität Göttingen erhalten mit ihren Kooperationspartnern circa 6,5 Millionen Mark aus den UMTS-Erlösen, den Geldern aus der Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen. Diese Mittel werden den Wissenschaftlern über die nächsten drei Jahre hinweg für gemeinsame Forschungsprojekte auf dem Herz-Kreislauf-Gebiet zur Verfügung stehen. Das Göttinger Genomforschungsnetz setzt sich zusammen aus den Abteilungen Kardiologie und Pneumologie, Hämatologie und Onkologie, Klinische Pharmakologie und Pharmakogenetik, Humangenetik, der Abteilung Bioinformatik und der Abteilung für Biochemie II. Partner der Göttinger Universitätsabteilungen sind die Göttinger Max-Planck-Institute für Experimentelle Medizin (Abteilung Molekulare Neuroendokrinologie) und Biophysikalische Chemie (Abteilung Molekulare Biologie der Zelle) sowie als externer Partner die Abteilung Pharmakologie der Martin-Luther Universität Halle.

Herzversagen steht an erster Stelle der Todesursachen in Deutschland und ist häufig die Folge eines Herzinfarktes. So entwickeln 22 Prozent der Männer und 46 Prozent der Frauen eine Herzschwäche nach Infarkt. Die Göttinger Wissenschaftler gehen davon aus, dass genetische Veranlagungen von wesentlicher Bedeutung dafür sind, ob sich nach einem Herzinfarkt ein Herzversagen entwickelt. Während der kommenden drei Jahre wollen sie daher diese genetischen Veranlagungen erforschen und einen Bluttest entwickeln, der darüber Auskunft geben soll, wer genetisch für die Entwicklung eines Herzversagens vorbelastet ist. Der Bluttest soll außerdem Aufschluss darüber geben, von welchem Medikament und in welcher Dosierung der Patient aufgrund seiner individuellen genetischen Veranlagung am meisten profitiert.

Prof. Dr. Gerd Hasenfuß, Sprecher des Göttinger Genomforschungsprojektes und Leiter der Abteilung Kardiologie und Pneumologie im Bereich Humanmedizin, sagt: "Die Kenntnis der genetischen Veranlagung zur Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird in Zukunft entscheidend dazu beitragen, die Entwicklung dieser Erkrankungen zu verhindern oder ihr Fortschreiten aufzuhalten. Auch werden wir in der Lage sein, Medikamente gezielter und effektiver einzusetzen."

Der von den Forschern zu entwickelnde Bluttest soll auch Krebspatienten zugute kommen, die mit Anthracyclinen behandelt werden. Anthracycline sind die meist verwendeten und effektivsten Krebsbekämpfungsmittel. Jedoch führen sie bei fünf bis zehn Prozent der Patienten zu einem Herzversagen. Aufgrund des Bluttests, der vor der Behandlung durchgeführt wird, können Ärzte feststellen, ob der Patient gefährdet ist, unter der Behandlung mit Anthracyclinen ein Herzversagen zu entwickeln und dementsprechend andere Medikamente einsetzen. Umgekehrt kann bei Patienten ohne genetische Veranlagung eine höhere Dosis von Anthracyclinen eingesetzt und somit die Krebserkrankung effektiver behandelt werden.

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) gab am 30.3.2001 die Verteilung der 350 Millionen Mark aus den UMTS-Erlösen für die Genomforschung bekannt. Von einer internationalen Jury wurden 22 deutsche Forschungsstandorte auf den Gebieten Krebs, Herz-Kreislauf, Infektionen, Nervensystem und Umwelt ausgewählt. Göttingen ist einer von vier Standorten in Deutschland, die Mittel für die Herz-Kreislauf-Forschung erhalten.

Weitere Informationen:

Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin
Abteilung Kardiologie und Pneumologie
Prof. Dr. Gerd Hasenfuß
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Tel.: 0551/39 - 6351

Rita Wilp | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Nicht so stabil wie gedacht: UDE-Forscher testen gängiges Flammschutzmittel
10.01.2019 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Wie Hirnregionen einander zuhören
02.01.2019 | Universität zu Lübeck

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

Mit additiven Verfahren wie dem 3D-Druck lässt sich nahezu jede beliebige Struktur umsetzen – sogar im Nanobereich. Diese können, je nach verwendeter „Tinte“, die unterschiedlichsten Funktionen erfüllen: von hybriden optischen Chips bis zu Biogerüsten für Zellgewebe. Im gemeinsamen Exzellenzcluster „3D Matter Made to Order” wollen Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Heidelberg die dreidimensionale additive Fertigung auf die nächste Stufe heben: Ziel ist die Entwicklung neuer Technologien, die einen flexiblen, digitalen Druck ermöglichen, der mit Tischgeräten Strukturen von der molekularen bis zur makroskopischen Ebene umsetzen kann.

„Der 3D-Druck bietet gerade im Mikro- und Nanobereich enorme Möglichkeiten. Die Herausforderungen, um diese zu erschließen, sind jedoch ebenso gewaltig“, sagt...

Im Focus: Diamanten, die besten Freunde der Quantenwissenschaft - Quantenzustand in Diamanten gemessen

Mithilfe von Kunstdiamanten gelang einem internationalen Forscherteam ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Hightech-Anwendung von Quantentechnologie: Erstmals konnten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen den Quantenzustand eines einzelnen Qubits in Diamanten elektrisch zu messen. Ein Qubit gilt als die Grundeinheit der Quanteninformation. Die Ergebnisse der Studie, die von der Universität Ulm koordiniert wurde, erschienen jüngst in der renommierten Fachzeitschrift Science.

Die Quantentechnologie gilt als die Technologie der Zukunft. Die wesentlichen Bausteine für Quantengeräte sind Qubits, die viel mehr Informationen verarbeiten...

Im Focus: Wasser ist homogener als gedacht

Um die bekannten Anomalien in Wasser zu erklären, gehen manche Forscher davon aus, dass Wasser auch bei Umgebungsbedingungen aus einer Mischung von zwei Phasen besteht. Neue röntgenspektroskopische Analysen an BESSY II, der ESRF und der Swiss Light Source zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Bei Raumtemperatur und normalem Druck bilden die Wassermoleküle ein fluktuierendes Netz mit durchschnittlich je 1,74 ± 2.1% Donator- und Akzeptor-Wasserstoffbrückenbindungen pro Molekül, die eine tetrahedrische Koordination zwischen nächsten Nachbarn ermöglichen.

Wasser ist das „Element“ des Lebens, die meisten biologischen Prozesse sind auf Wasser angewiesen. Dennoch gibt Wasser noch immer Rätsel auf. So dehnt es sich...

Im Focus: Licht von der Rolle – hybride OLED ermöglicht innovative funktionale Lichtoberflächen

Bislang wurden OLEDS ausschließlich als neue Beleuchtungstechnologie für den Einsatz in Leuchten und Lampen verwendet. Dabei bietet die organische Technologie viel mehr: Als Lichtoberfläche, die sich mit den unterschiedlichsten Materialien kombinieren lässt, kann sie Funktionalität und Design unzähliger Produkte verändern und revolutionieren. Beispielhaft für die vielen Anwendungsmöglichkeiten präsentiert das Fraunhofer FEP gemeinsam mit der EMDE development of light GmbH im Rahmen des EU-Projektes PI-SCALE auf der Münchner LOPEC (19. bis 21. März 2019), erstmals in Textildesign integrierte hybride OLEDs.

Als Anbieter von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der organischen Elektronik setzt sich das Fraunhofer FEP schon lange mit der...

Im Focus: Light from a roll – hybrid OLED creates innovative and functional luminous surfaces

Up to now, OLEDs have been used exclusively as a novel lighting technology for use in luminaires and lamps. However, flexible organic technology can offer much more: as an active lighting surface, it can be combined with a wide variety of materials, not just to modify but to revolutionize the functionality and design of countless existing products. To exemplify this, the Fraunhofer FEP together with the company EMDE development of light GmbH will be presenting hybrid flexible OLEDs integrated into textile designs within the EU-funded project PI-SCALE for the first time at LOPEC (March 19-21, 2019 in Munich, Germany) as examples of some of the many possible applications.

The Fraunhofer FEP, a provider of research and development services in the field of organic electronics, has long been involved in the development of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Unendliche Weiten: Geophysiker nehmen den Weltraum ins Visier

21.02.2019 | Veranstaltungen

Tagung rund um zuverlässige Verbindungen

20.02.2019 | Veranstaltungen

LastMileLogistics Conference in Frankfurt befasst sich mit Lieferkonzepten für Ballungsräume

19.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

21.02.2019 | Verfahrenstechnologie

Neue Mechanismen der Regulation von Nervenstammzellen

21.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Fledermäusen auf der Spur: Miniatur-Sensoren entschlüsseln Mutter-Kind-Beziehung

21.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics