Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Welt durch eine unterstützende Brille sehen

02.07.2015

Forschende am Exzellenzcluster CITEC entwickeln mobiles Hilfs-System

Eine unauffällige und einfache Hilfe bei alltäglichen Handlungen verspricht ein neues Forschungsprojekt am Exzellenzcluster für Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld. Die Forschenden entwickeln ein mobiles Assistenzsystem in Form einer Brille.


ADAMAAS bietet individuelle Hilfe zum Beispiel beim Mixen eines Kuchenteigs. Die Virtuelle Ebene wird direkt im Gesichtsfeld der Brillennutzerin eingeblendet. Foto: CITEC

Foto: CITEC/Universität Bielefeld

Die Basis-Technologie dafür wird vom Eye Tracking Spezialisten SensoMotoric Instruments (SMI) bereitgestellt ( www.smivision.com ). In einem Display an der Brille sollen die Nutzerin und der Nutzer bei ihren Handlungen direkte Unterstützung bekommen, und zwar in Form von Texten, Bildern oder durch einen virtuellen Assistenten.

Das Projekt heißt ADAMAAS, das steht für Multi-modales Assistenz- und Diagnostiksystem für die Mensch-Technik-Interaktion im demografischen Wandel (Adaptive and Mobile Action Assistance in Daily Living Activities). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit 1,2 Millionen Euro.

„ADAMAAS ist das erste anpassungsfähige und mobile System, das während der Handlungsausführung unterstützt“, sagt Professor Dr. Thomas Schack, Leiter der Forschungsgruppe Neurokognition und Bewegung - Biomechanik (NCA) am CITEC. So bemerkt das System noch während der Handlung, wo es Probleme gibt und schlägt über ein Display direkt Handlungsanweisungen vor.

Die Brille soll Tätigkeiten wie Kuchen backen, Kaffee kochen, Fahrrad reparieren oder auch Bewegungsabläufe wie Yoga unterstützen. Gerade für ältere oder beeinträchtigte Menschen soll ADAMAAS den Alltag erleichtern. Mit der unterstützenden Brille können sie trotz Einschränkungen ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben führen.

„Für die Entwicklung werden verschiedene Technologien miteinander kombiniert: Gedächtnisforschung, Blickbewegungsmessung, Überwachen der Herz- und Pulsfrequenz, Objekt- und Handlungserkennung. Die Augmented Reality wird also um moderne Diagnostik und korrigierende Interaktionstechnologie erweitert“, sagt CITEC-Forscher Thomas Schack. Augmented Reality heißt übersetzt erweiterte Realität. Das bedeutet, dass der Realität zum Beispiel noch eine Grafik, ein Erklärvideo oder ein Bild hinzugefügt wird. Für den Betrachter sieht es dann so aus, als ob sich die virtuellen Objekte in den Blickwinkel schieben.

Ziel ist es, ein stationäres Diagnosesystem zu einem mobilen, dynamischen und adaptiven System weiter zu entwickeln. Es soll individuell auf den Einzelnen abgestimmt werden können und stetig dazulernen. Dies unterscheidet es von herkömmlichen am Kopf befestigten Anzeigen (Head-Mounted Displays).

Bei ADAMAAS arbeiten verschiedene Fakultäten der Universität Bielefeld mit externen Partnern zusammen. Neben Professor Dr. Helge Ritter (AG Neuroinformatik), Professor Dr. Thomas Schack (NCA), Dr.-Ing. Sven Wachsmuth (Zentrallabor) und Dr. Kai Essig (NCA) vom CITEC ist die Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft sowie die Technische Fakultät und das Netzwerk Bielefeld 2000plus beteiligt. Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften unterstützt ADAMAAS mit dem Institut für Technologische Innovation, Marktentwicklung und Entrepreneurship (iTI-ME) bei der Entwicklung eines Marketing- und Vertriebskonzeptes.

Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, insbesondere proWerk Bethel und Altenhilfe Bethel, stellen ihre Expertise in Diagnostik, Handlungsassistenz und Inklusion zur Verfügung. Sie bieten durch den Schwerpunkt in der Pflege von alten und behinderten Menschen und die Eingliederung von beeinträchtigen Menschen ins Berufsleben eine gute Forschungsumgebung.

Die Velamed GmbH - Medizintechnik und Biomechanische Konzepte entwickelt ein System zur ressourceneffizienten und robusten Aufnahme von Vitalparametern. Ein weiterer Partner ist die Hettich Holding GmbH und Co. oHG, die die Anwendung der Brille beim Erfassen und Unterstützen von Montageprozessen begleitet.

Kontakt:
Professor Dr. Thomas Schack, Universität Bielefeld
Koordinator AG Neurokognition und Bewegung – Biomechanik (CITEC)
Telefon: 0175/ 5764791
E-Mail: thomas.schack@uni-bielefeld.de

Weitere Informationen:

http://www.uni-bielefeld.de/sport/arbeitsbereiche/ab_ii/research/adamaas.html

Sandra Sieraad | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation
17.07.2018 | Eierund GmbH / HoseOnline.de

nachricht Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest
21.06.2018 | Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics