Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BioTac: Robo-Finger fühlt genauer als Mensch

20.06.2012
Neue Technologie könnte Prothesen verbessern

Forscher der Viterbi School of Engineering an der University of Southern California haben einen Sensor entwickelt, der in der Lage ist, Oberflächen zu erfühlen. "BioTac" ist der menschlichen Fingerspitze nachempfunden und schlägt die humane Wahrnehmung an Genauigkeit. Nun möchte man die Erfindung über das Tech-Start-up SynTouch http://syntouchllc.com vermarkten.


BioTac: Sensor-Finger fühlt genauer als menschliches Pendant (Foto: SynTouch)

Vibration verrät Oberfläche

"Unsere große Herausforderung war: Wie kann man Oberflächen erfassen und wie bekommt man einen Roboter dazu, das zu tun?", so der am Projekt beteiligte Biomedizin-Techniker Gerald Loeb. Die Lösung hat das Team in der Vibrationsanalyse gefunden.

BioTac besteht aus einer elastischen Kunsthaut, die über eine Fingerabdruck-artige Rillung verfügt. Darunter verbergen sich eine Reihe winziger Unterwassermikrofone, die von Flüssigkeit umhüllt sind. Fährt der robotische Finger nun über eine Oberfläche, so nehmen die Mikrofone die entstehenden Vibrationen auf, die anschließend von einem lernfähigen Algorithmus ausgewertet werden. Weitere Sensoren lassen den künstlichen Finger auch Formen und Temperaturen unterscheiden.

Erkennung mit 95-prozentiger Genauigkeit

"Es handelt sich um eine neue Geräteklasse", gibt sich Loeb überzeugt. "Mit BioTac könnten sich etwa prothetische Hände erweitern lassen." Die Zuordnung von Vibrationsmuster zur tatsächlichen Textur funktioniert bereits sehr präzise. Das biomimetische System wurde anhand von 117 Samples mit je fünf Tastbewegungen trainiert. In einem Testlauf erreichte es schließlich eine Genauigkeit von 95 Prozent und stellte damit alle menschlichen Probanden in den Schatten. Lediglich extrem ähnliche Texturen bereiten noch Probleme.

Die Forscher haben nun ihre Entwicklung im Journal "Frontiers in Neurorobotics" vorgestellt. Anwendung finden könnte BioTac nicht nur in Prothesen, sondern auch in der Industrie, wo er wichtige Informationen im Herstellungs- und Qualitätssicherungsprozess liefern könnte. SynTouch verkauft die Technologie nun an Unternehmen und andere Forschungseinrichtungen.

BioTac-Video: http://vimeo.com/43688296

Georg Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://viterbi.usc.edu

Weitere Berichte zu: BioTac Genauigkeit Prothese Robo-Finger Sensor SynTouch Textur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Skihelm mit neuartigem Luftpolstersystem und Augmented Reality: „Air Ride“ auf Hannover Messe
29.03.2019 | Hochschule Darmstadt

nachricht Feuerwehrmaske mit Datenbrille ermöglicht Navigation in verrauchten Räumen
25.03.2019 | Westsächsische Hochschule Zwickau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics