Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit ein paar Klicks zum Produktionsnetzwerk

25.01.2012
Software-Tool soll Hersteller von XXL-Produkten bei der Auswahl ihrer Zulieferer unterstützen

Mit wenigen Klicks die besten Zulieferer und den optimalen Produktionsstandort finden? Ingenieure des IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover erforschen seit kurzem, wie sich Produktionsnetzwerke von XXL-Produkten einfach gestalten lassen. Entwickelt werden soll ein Software-Tool, das Herstellern von großskaligen Produkten bei dem Aufbau ihres Produktionsnetzwerks hilft und die Lieferketten effizienter macht.

Mit welchen Partnern ein produzierendes Unternehmen zusammen arbeitet, entscheidet sich meist anhand der Logistikleistung der Zulieferer. Die Wahl des Standorts hingegen fällt oft aufgrund der Rohstoffvorkommen vor Ort oder aus geopolitischen Gründen. Nicht zuletzt können auch die Entfernung zum Einsatzort des Produkts und mögliche Transportwege Kriterien sein. Aufgrund der geringen Fertigungstiefe von XXL-Produkten ist die Gestaltung der Produktionsnetzwerke für diese Hersteller noch etwas komplexer. Denn an der Entstehung von XXL-Produkten ist ein ganzes Netzwerk von Unternehmen beteiligt. Die Wahl des Produktionsstandorts und der Zulieferer will dabei gut überlegt sein, da zum Beispiel die Transportkosten der XXL-Produkte einen erheblichen Teil der Produktkosten ausmachen. Eine große Entfernung zwischen den Standorten kann den Produktpreis schnell nach oben treiben.

Am IPH in Hannover beschäftigen sich Ingenieure erstmals damit, wie die Produktionsnetzwerke von XXL-Produkten sinnvoll gestaltet werden können und welche Anforderungen dabei zu beachten sind. Ein Software-Tool soll Hersteller von großskaligen Produkten zukünftig bei der Planung der Lieferketten unterstützen und ihnen zeigen, wo und mit wem sie ihr Produkt am besten fertigen. Die Produktionsnetzwerke sollen dadurch effizienter werden, die Logistikkosten sinken.

In dem Forschungsprojekt, das zum 1. Oktober 2011 angelaufen ist, untersuchen die Ingenieure die Besonderheiten der Lieferketten von XXL-Produkten. Berücksichtigt werden sollen dabei die speziellen Anforderungen der großskaligen Produkte an die Produktionsumgebung, die Randbedingungen der Standortentscheidung und die Herausforderungen des Bauteiltransports nach Fertigstellung. Welche Faktoren einen maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung der Produktionsnetzwerke haben, soll so herausgefunden werden. Im Anschluss werden Grundmodelle der Lieferketten von XXL-Produkten erstellt und hinsichtlich Logistikleistung und Logistikkosten bewertet. Als Beispiele dienen den Ingenieuren Windenergieanlagen und ein weiteres XXL-Produkt.

Aus den Bewertungsergebnissen kann abschließend auf geeignete Standorte und deren Wertschöpfungsverteilung geschlossen werden. Auf Basis dieser Grundmodelle wird ein Software-Tool entwickelt, das die produktabhängige Gestaltung von Produktionsnetzwerken mit wenigen Klicks erlaubt.

Das Forschungsprojekt „Gestaltung und Bewertung von Lieferketten zur Herstellung von XXL-Produkten“ ist eins von insgesamt neun Teilprojekten aus dem Verbundprojekt „Innovationen für die Herstellung großskaliger Produkte“. Es ist zum 1. Oktober 2011 angelaufen und endet am 30. September 2013. Das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr unterstützen das Verbundprojekt bis zum Jahr 2013 insgesamt mit mehr als 1,2 Mio. Euro. Bislang ist das IPH das einzige Institut, das sich aus wissenschaftlicher Sicht und branchenübergreifend mit dem Thema XXL-Produkte beschäftigt.

Unternehmen, die sich für eine Teilnahme an dem projektbegleitenden Ausschuss interessieren, können sich an Dipl.-Wirtschaftsing. (FH) Tobias Hemm wenden.

Kontakt: hemm@iph-hannover.de bzw. (0511) 27976-447.

Meike Wiegand | idw
Weitere Informationen:
http://www.iph-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht IT-Sicherheit beim autonomen Fahren
22.06.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schneller und sicherer Fliegen
21.06.2018 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics