Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innsbrucks Quantencomputer unterstützen Quantensoftware-Tool Qiskit

05.11.2019

Die Quantencomputer von Alpine Quantum Technologies GmbH und Universität Innsbruck unterstützen nun Qiskit, eine führende Open-Source-Programmiersprache, die ursprünglich von IBM entwickelt und von Wissenschaftlern aus aller Welt weiterentwickelt wurde. Qiskit besitzt eine Vielzahl von Algorithmen und Anwendungen, die nun über die Cloud auf den Quantencomputern in Innsbruck verfügbar sind.

Quantencomputer werden Anwendungen in der Chemie, Logistik, Finanzen und vielen anderen Bereichen finden. Aktuell gibt es einen Wettlauf zwischen verschiedenen Technologien zur Realisierung eines Quantencomputers - darunter gespeicherte Ionen, supraleitende Schaltungen, einzelne Photonen und viele mehr.


Einer der Ionenfallen-Quantencomputer an der Universität Innsbruck, zugänglich mit Qiskit

C. Lackner

Im Gegensatz zur Vielfalt der technischen Ansätze gibt es nur sehr wenige Quantenprogrammiersprachen, wobei Qiskit das am häufigsten verwendete Entwicklungskit für Quantensoftware ist.

Qiskit enthält eine große Bibliothek von Algorithmen, Routinen und Anwendungen. Bislang konzentrierte sich Qiskit vor allem auf die supraleitende Plattform - was sich nun ändert.

Innsbruck und IBM

Im Anschluss an ein internationales Qiskit-Camp in der Schweiz haben Studierende der Universität Innsbruck und Mitarbeiter von Alpine Quantum Technologies (AQT) mit IBM an der Erweiterung der Fähigkeiten von Qiskit gearbeitet.

Quantenentwickler können nun auf Knopfdruck Verschränkung erzeugen und untersuchen, neue Quantenalgorithmen entwickeln und neuartige Quantenanwendungen auf Geräten von IBM, AQT und der Universität Innsbruck realisieren.

„Als wir Qiskit im März 2017 auf den Markt brachten, war unser Ziel ehrgeizig, aber einfach - eine offene Softwareplattform zu schaffen, um Quantenprogramme zu erstellen, sie auf verschiedene Geräte abzubilden und sie auf Simulatoren und verschiedenen Arten von echter Hardware auszuführen", sagte Dr. Walter Riess, Manager von IBM Q Europe und IBM Research.

„Diese offene Strategie hat es uns nun ermöglicht, unsere Community über unsere eigenen supraleitenden Qubit-Geräte hinaus auf Ionenfallen mit AQT auszudehnen, die die Qiskit-Schnittstelle für ihr Gerät in nur drei Tagen entwickelt und ausgeführt haben.“

Dr. Philipp Schindler von der Universität Innsbruck erklärt: „Mehrere unserer Forschungspartner setzen Qiskit bereits ein. Durch die Integration der Innsbrucker Quantencomputer als Backend in Qiskit können unsere Partner ihre Ideen direkt auf unseren Geräten umsetzen. Das wird unsere wissenschaftliche Forschung deutlich stärken.“

Neben der Grundlagenforschung profitieren auch anwendungsorientierte Entwickler von diesen neuen Möglichkeiten. Das Quantencomputer-Startup AQT in Innsbruck hat eine wachsende Anzahl von Kunden mit unterschiedlichen Interessen.

AQT-Geschäftsführer Dr. Thomas Monz freut sich „unseren Kunden mitzuteilen, dass wir Qiskit nun als Programmiersprache unterstützen. Qiskit wird uns und unseren Partnern die Entwicklung neuer Anwendungen erleichtern.“

Thomas Monz und Philipp Schindler sind überzeugt, dass die Unterstützung von Qiskit dem Standort Innsbruck helfen wird, die Zahl der Forschungspartner und Kunden zu erhöhen.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Philipp Schindler
Institut für Experimentalphysik
Universität Innsbruck
Tel.: +43 512 507 52466
E-Mail: philipp.schindler@uibk.ac.at
Web: https://www.uibk.ac.at/

Dr. Thomas Monz
Alpine Quantum Technologies (AQT)
Tel.: +43 512 507 52452
E-Mail: thomas.monz@aqt.eu
Web: https://www.aqt.eu/

Barbara Jax
IBM Austria
Tel.: +43 1 21145 3686
E-Mail: barbara.jax@at.ibm.com
Web: https://www.ibm.com/

Dr. Christian Flatz | Universität Innsbruck

Weitere Berichte zu: Algorithmen Ionen Logistik Photonen Quantencomputer Quantum Quantum Technologies

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Fünf Institute der Innovationsallianz Baden-Württemberg forschen an KI-basierter Tumordiagnostik
05.11.2019 | FZI Forschungszentrum Informatik

nachricht Schnelltest für hohe Milchqualität
04.11.2019 | Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme ENAS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit erster Nachweis von strominduzierten Kräften zwischen zwei Molekülen

Einem Forscherteam um Professor Jörg Kröger, Leiter des Fachgebietes Experimentalphysik der TU Ilmenau, ist es in enger Zusammenarbeit mit theoretischen Physikern der Technischen Universität Dänemark gelungen, strominduzierte Kräfte in einem Kontakt aus genau zwei C60-Molekülen nachzuweisen. Die erzielten weltweit einzigartigen Ergebnisse sind bedeutsam für das grundlegende Verständnis kleinster elektrischer Kontakte und damit ihre Anwendung in miniaturisierten elektronischen Bauelementen. Sie wurden in der jüngsten Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Nano Letters“ veröffentlicht.

In ihrem Artikel „Nonequilibrium Bond Forces in Single-Molecule Junctions“ zeigen die Wissenschaftler auf, dass die strominduzierten Kräfte deutlich...

Im Focus: Chemische Photokatalyse geht baden

Licht, Wasser und Seife reichen aus, um stabile chemische Bindungen zwischen Kohlenstoff und Chloratomen zu spalten und für Reaktionen zu aktiveren. Das haben Regensburger Chemiker herausgefunden. Ihre Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Nature Catalysis publiziert.

Chemische Synthesen werden meist in organischen Lösemitteln, wie z. B. Alkohol, durchgeführt.

Im Focus: Gedächtniseffekt auf Einzelatom-Ebene

Eine internationale Forschungsgruppe hat an einem künstlichen Riesenatom neue Quanteneigenschaften beobachtet und ihre Ergebnisse nun im hochrangigen Fachjournal Nature Physics veröffentlicht. Das untersuchte Quantensystem weist offenbar ein Gedächtnis auf – eine neue Erkenntnis, die man für den Bau eines Quantencomputers nutzen könnte.

Die Forschergruppe aus deutschen, schwedischen und indischen Wissenschaftlern hat ein künstliches Quantensystem untersucht und dabei neue Eigenschaften...

Im Focus: A Memory Effect at Single-Atom Level

An international research group has observed new quantum properties on an artificial giant atom and has now published its results in the high-ranking journal Nature Physics. The quantum system under investigation apparently has a memory - a new finding that could be used to build a quantum computer.

The research group, consisting of German, Swedish and Indian scientists, has investigated an artificial quantum system and found new properties.

Im Focus: Shedding new light on the charging of lithium-ion batteries

Exposing cathodes to light decreases charge time by a factor of two in lithium-ion batteries.

Researchers at the U.S. Department of Energy's (DOE) Argonne National Laboratory have reported a new mechanism to speed up the charging of lithium-ion...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hochentropie-Legierungen für heiße Turbinen und unermüdliche Pressen

05.11.2019 | Veranstaltungen

Herrenhausen Late: „It’s Laser-Time! Über die Vorzüge gebündelten Lichts“

04.11.2019 | Veranstaltungen

Zukunft HR - Die Online Fokus Herbstkonferenz 2019 vom 4. bis 8. November

01.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Chemische Photokatalyse geht baden

05.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Thüringer Innovationszentrum Mobilität erforscht Umweltbelastung im Straßenverkehr der Zukunft

05.11.2019 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Veränderungen südpazifischer Höhenwinde beeinflussen Antarktis langfristig

05.11.2019 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics