Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Industriepartner übergibt Modell-Rover zur Schülerwerbung

06.04.2010
Achtung, es kommt zum Crash! Nein. Im letzten Moment kriegt der selbstständig fahrende Modell-Rover die Kurve und passiert das Hindernis. Das beeindruckende Technologie-Exponat der TU Clausthal wird künftig in norddeutschen Gymnasien und berufsbildenden Schulen präsentiert. Es soll Schüler für ein technisches Studium im Harz begeistern, insbesondere in den Studiengängen Informatik und Informationstechnik. Die Einrichtungen können den Modell-Rover bereits buchen, Telefon 05323/72-7755.

Der Modell-Rover, der den Wert eines Mittelklassewagens besitzt, ist ein Demonstrationsobjekt für technische Informatik. Damit es Fahrt aufnehmen konnte, arbeiteten Wissenschaft und Wirtschaft Hand in Hand.

Im Rahmen des Workshops "Fahrzeuge und Fahrzeugtechnik" nahm Universitätspräsident Professor Thomas Hanschke das Modell von Wolfgang Reimann, dem Bereichsleiter Fahrzeugelektronik bei der Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr (IAV), entgegen.

Die IAV, ein Technikpartner der Autoindustrie mit weltweit 3000 Beschäftigten und Gifhorn als größtem Standort, "lebt vom Ingenieurnachwuchs", betonte Reimann. "Wenn Deutschland weiter hochentwickelte Autos verkaufen will, dann brauchen wir qualifizierte Mitarbeiter." Aus diesem Grund unterstützte das Unternehmen den Clausthaler Lehrstuhl für Technische Informatik und Rechnersysteme von Professor Harald Richter bei der Entwicklung des 80 Zentimeter großen Vorführwagens. "Eine Technische Universität lebt von solchen Initiativen", freute sich Professor Hanschke über die Kooperation.

"Wir haben die Steuerung und die Geschwindigkeitsregelung des autonom fahrenden Modell-Rovers per Simulation entwickelt und erprobt, Mechanik und Antriebskomponenten stammen aus dem Modellbau", erklärt Thomas Hauschild. Der Clausthaler Student, sein Betreuer bei der IAV, Diplom-Ingenieur Axel Schultze, und Professor Richter haben viel Arbeit in den weißen Flitzer gesteckt. Die Mühe soll sich auszahlen, indem das Fahrzeug Schülern aufzeigt, welche beruflichen Perspektiven in Informatik und Informationstechnik bestehen.

Denn die Kommunikation innerhalb von Autos, also das Zusammenspiel von Elektronik, Hardware und Software, ist ein wichtiges Zukunftsfeld. Im Jahr 2004 zeigte die ADAC-Pannenstatistik: 40 Prozent aller Unfälle waren auf Probleme mit Elektronik und Software zurückzuführen. "Wie lässt sich dies ändern?", fragt sich seither Professor Richter, der Veranstalter des Workshops, und forscht an modernen, zuverlässigen und umweltfreundlichen Technologien für die autointerne Kommunikation. Zuletzt habe sich zwar einiges getan, aber noch immer befänden sich beispielsweise mehr als sechs Kilometer Kupferdraht, Hunderte Stecker und bis zu 100 Steuergeräte in einem Oberklasse-Fahrzeug. Ziel seiner Forschung sei es unter anderem, das bisherige Kabelbaumsystem in ein einfacheres Ringsystem zu überführen und so zum Beispiel rund fünf Kilometer an Kupferdraht einzusparen. Des Weiteren beschäftigt er sich mit der Rezentralisierung von Steuergeräten, um deren hohe Zahl auf zwei bis vier herabzusetzen.

Neben den Ausführungen von Professor Richter bot der Workshop fünf weitere Fachvorträge zu Zukunftstechnologien in der Automobilbranche, etwa von Professor Markus Fidler (Leibniz Universität Hannover), Professor Wolf Rüdiger Canders (TU Braunschweig) oder Professor Christian Bohn (TU Clausthal). Dabei wurde deutlich, dass es rund um das Auto von morgen noch viel zu erforschen gibt. Der Modell-Rover, der in Zukunft bei den Auftritten des Clausthaler Wissenschaftszirkus' gezeigt wird, kann also gar nicht genug Schüler für ein technisches Studium motivieren.

Christian Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-clausthal.de
http://www.in.tu-clausthal.de/abteilungen/technische-informatik-und-rechnersysteme/forschung/beschreibung-modellrover/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cyber-Schutz für Stromtankstellen
13.12.2018 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Fraunhofer FIT wird offizielle I4KMU Industrie 4.0-Testumgebung
13.12.2018 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Data use draining your battery? Tiny device to speed up memory while also saving power

The more objects we make "smart," from watches to entire buildings, the greater the need for these devices to store and retrieve massive amounts of data quickly without consuming too much power.

Millions of new memory cells could be part of a computer chip and provide that speed and energy savings, thanks to the discovery of a previously unobserved...

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Im Focus: An energy-efficient way to stay warm: Sew high-tech heating patches to your clothes

Personal patches could reduce energy waste in buildings, Rutgers-led study says

What if, instead of turning up the thermostat, you could warm up with high-tech, flexible patches sewn into your clothes - while significantly reducing your...

Im Focus: Tödliche Kombination: Medikamenten-Cocktail dreht Krebszellen den Saft ab

Zusammen mit einem Blutdrucksenker hemmt ein häufig verwendetes Diabetes-Medikament gezielt das Krebswachstum – dies haben Forschende am Biozentrum der Universität Basel vor zwei Jahren entdeckt. In einer Folgestudie, die kürzlich in «Cell Reports» veröffentlicht wurde, berichten die Wissenschaftler nun, dass dieser Medikamenten-Cocktail die Energieversorgung von Krebszellen kappt und sie dadurch abtötet.

Das oft verschriebene Diabetes-Medikament Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern hat auch eine krebshemmende Wirkung. Jedoch ist die gängige...

Im Focus: Lethal combination: Drug cocktail turns off the juice to cancer cells

A widely used diabetes medication combined with an antihypertensive drug specifically inhibits tumor growth – this was discovered by researchers from the University of Basel’s Biozentrum two years ago. In a follow-up study, recently published in “Cell Reports”, the scientists report that this drug cocktail induces cancer cell death by switching off their energy supply.

The widely used anti-diabetes drug metformin not only reduces blood sugar but also has an anti-cancer effect. However, the metformin dose commonly used in the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungen

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

14.12.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Rittal heizt ein in Sachen Umweltschutz - Rittal Lackieranlage sorgt für warme Verwaltungsbüros

14.12.2018 | Unternehmensmeldung

Krankheiten entstehen, wenn das Netzwerk von regulatorischen Autoantikörpern aus der Balance gerät

14.12.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics