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Forscher entwickeln Vollbild-Display für Blinde

30.03.2010
Elektroaktive Polymere könnten IT zugänglicher machen

Webseiten und andere Informationen am Computer sind für Blinde bisher nur begrenzt zugänglich. "Derzeitige elektronische Braille-Displays zeigen in der Regel nur eine Zeile Text und sind sehr teuer", erklärt Nei Di Spinga, Forschungsassistent an der North Carolina State University (NC State). Zusammen mit Kollegen will er Abhilfe in Form eines günstigen Vollbild-Displays zur Darstellung der Blindenschrift schaffen.

Dabei setzt das Team auf elektroaktive Polymere als Material für das neue Braille-Display. Das Material wird uns ermöglichen, Punkte auf die richtige Höhe zu bringen, damit sie gelesen werden können", erklärt Peichung Yang, ein blinder, am Projekt beteiligter Forscher. So werden Texte und Bilder ertastbar und das bei praktikablen Bildschirmauffrischungsraten.

Bewegliche Bildpunkte

Bislang ist das NC-State-Display noch ein Konzept, doch mittels eines elektroaktiven Polymers soll es Realität werden. Zunächst würden dabei die richtigen Bildpunkte hydraulisch angehoben, um einen fühlbarer Text anzuzeigen. Damit die Punkte unter dem Fingerdruck beim Lesen nicht absinken, setzt das Team auf ein mechanisches Einrasten.

"Das Material reagiert sehr schnell, sodass ein Leser schnell durch ein Dokument oder eine Webseite scrollen könnte", sagt Yang. Außerdem wäre das Display nicht nur dazu geeignet, Text in Braille darzustellen. Auch Bilder könnten taktil wiedergegeben werden, indem die Pixel geeignet durch gehobene Bildpunkte repräsentiert werden.

Als ersten Schritt in Richtung dieses Blinden-Bildschirm haben die Forscher gezeigt, dass das hydraulische Heben der Bildpunkte funktioniert. Nun soll das Einrasten folgen und innerhalb eines Jahres ein funktionsfähiger Prototyp des Gesamtmechanismus entstehen. Damit wollen die Wissenschaftler den Weg für ein großes Display ebnen.

Besserer Zugang zu Information

„Der Denkansatz ist gut, weil damit zu erschwinglichen Kosten Displays auch für blinde Menschen in größerem Ausmaß zugänglich würden“, meint Daniele Marano, Projektleiter der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs http://www.hilfsgemeinschaft.at , gegenüber pressetext. Gerade die taktile Darstellung von bildlichen Informationen wäre damit erstmals möglich und ein enormer Vorteil gegenüber herkömmlichen Braillezeilen und Screen-Reader-Programmen.

Der Prototyp werde zeigen, ob die Ansprüche bezüglich einfacher Bedienung und kostengünstiger Produktion erfüllbar sind. „Die Endgeräte müssen für blinde User erschwinglich sein, daran sind alle technischen Lösungen bisher gescheitert“, betont Marano abschließend.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ncsu.edu
http://www.hilfsgemeinschaft.at

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