Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BMELV-Verbundprojekt OPDIS: Mobile-Commerce-Dienste zum Nutzen der Verbraucher

29.10.2012
Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz kooperiert die Augsburger Forschungsgruppe wi-mobile mit drei Praxispartnern bei der Entwicklung eines offenen Produktinformationssystems.
Verbraucher ist das Ziel eines neuen Verbundprojektes des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Der wissenschaftliche Anteil dieses Projekts wird von der Forschungsgruppe wi-mobile der Universität Augsburg geleistet wird, die hierfür vom BMELV Mittel in Höhe von 236.000 Euro erhält. Praxispartner der Augsburger Forscher sind die Ascora GmbH in Ganderkesee, die sofd GmbH in Berlin und die snoopmedia GmbH in Bonn.

Anwendungen zum mobilen Datenabruf (Apps) bieten ein hohes Potential zur Verbesserung der Verbraucherinformationen vor Ort. Besonderes Potential entsteht durch die Kombination mit RFID-Technologien - insbesondere mit der Near Field Communication (NFC) -, über die künftig jeder Verbraucher in seinem Mobiltelefon verfügen wird. Bisherige Anwendungen, die über reine Preisvergleiche hinausgehen, beschränken sich auf den Lebensmittelbereich. Die hohen Nutzerzahlen zeigen jedoch, dass diese Ansätze nicht nur einen hohen Mehrwert bieten, sondern auch eine hohe Akzeptanz bei Endverbrauchern finden. Naheliegend ist deshalb auch eine Anwendung in anderen Bereichen des privaten Ge- oder Verbrauchs im Konsumgüterbereich.

OPDIS – Open Source Product Data Information System

Das offene Produktinformationssystem OPDIS hat die Schaffung mobiler Anwendungen der produktbezogenen Information für Verbraucher zum Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen, umfasst OPDIS drei Komponenten. Zunächst soll ein offenes serverbasiertes Produktinformationssystem (OPDIS-KNOW) erstellt werden, das Informationen zu einem Produkt in strukturierter Form verwaltet. Dieses System kann zudem andere Informationsquellen einbinden und erlaubt es Anwendungen, Anfragen an das System zu stellen. So kann beispielsweise eine Anfrage anhand eines Barcode-Wertes gestellt werden. OPDIS-KNOW wird diese Anfrage mit allen bekannten strukturierten, unstrukturierten und nutzerbasierten Informationen über das Produkt beantworten.

Die zweite Komponente baut auf OPDIS-KNOW auf und ist ein Framework für die Anwendungsentwicklung. Diese Rahmenstruktur (OPDIS-FRAME) vereinfacht die Implementierung mobiler Anwendungen in diesem Bereich. OPDIS-FRAME wird innerhalb des Projektes sowohl für iPhone/iOS- als auch für Android-Plattformen umgesetzt werden.

Die dritte Komponente (OPDIS-APP) umfasst schließlich die exemplarische Anwendung. Es wird eine mobile Anwendung entwickelt, die die Bestandteile von OPDIS-KNOW und OPDIS-FRAME im Praxiseinsatz zeigt. Die so umgesetzte Anwendung wird es Anwendern erlauben, Produkte mit dem iPhone oder Android-Handy zu scannen und anschließend Informationen zu den Inhaltsstoffen sowie zur praktischen Bedeutung eventueller Qualitätslabel und des herstellenden Unternehmens zu erhalten.

Zu jeder Zeit an jedem Ort verfügbare Informationen über Produkte und ihre Hersteller

"Das OPDIS-Projekt wird dazu beitragen, Produktdaten auf strukturierte Art zugänglich zu machen und dadurch neue Informationsmöglichkeiten für Verbraucher schaffen. Produktinformationen werden dadurch zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar gemacht", so Dr. Sven Abels, OPDIS-Gesamtprojektleiter und Geschäftsführer der Ascora GmbH. Zudem können Verbraucher mit dieser Anwendung Informationen über die ethische Verhaltensweise des herstellenden Unternehmens, etwa durch die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung oder durch hohe freiwillige Umweltschutzstandards, erhalten.
Entscheidend für die Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Online-Handel

Um die wissenschaftliche Qualität des Ansatzes, der Spezifikation und auch der Umsetzung zu gewährleisten, ist die Forschungsgruppe wi-mobile der Universität Augsburg an dem Projekt beteiligt. Sie wird dieses Projekt als Forschungspartner über seine gesamte Laufzeit hinweg begleiten. "Die Bereitstellung von Produktinformationen für Verbraucher ist ein idealtypisches Anwendungsfeld für mobile Anwendungen", so PD Dr. Key Pousttchi, Leiter der Augsburger Forschungsgruppe wi-mobile, die seit über zehn Jahren im Bereich der Entwicklung mobiler Anwendungen tätig ist und international zu den führenden wissenschaftlichen Gruppen auf diesem Gebiet zählt. "Auf mittlere Sicht sollten Handelsunternehmen innovative Anwendungen für Endkunden bereitstellen können, die Produktinformationen, M-Payment und Mobile Marketing zusammenführen und mit verschiedenen weiteren Funktionen verbinden, um den stationären Handel kundenfreundlicher zu machen. Sonst", so Pousttchi, "werden sie mit dem Online-Handel nicht mithalten können. Das Projekt OPDIS ist auf diesem Weg ein wesentlicher Schritt. Und es adressiert zugleich das Verbraucherbedürfnis nach Transparenz und neutraler Produktinformation."
Die OPDIS-Projektpartner

• Die Ascora GmbH hat ihren Sitz im norddeutschen Raum und unterhält Niederlassungen in Delmenhorst und Oldenburg. Ascora GmbH (vormals Abelssoft GmbH) ist seit 1994 am Markt aktiv. Seit 2007 firmiert das Unternehmen als GmbH und bietet IT-Lösungen für Unternehmen und Endnutzer an. Die Ascora GmbH zählt mit über 500.000 registrierten Endnutzern zu einem der größten Anbieter von Windows-Tools in Deutschland und vertreibt Lösungen sowohl im Direktvertrieb als auch als White-Label-Lösungen für Softwareunternehmen und Zeitschriften. Ascora GmbH hat umfangreiche Erfahrungen in der Durchführung komplexer IT-Projekte und engagiert sich in verschiedenen Forschungsprojekten. Mitarbeiter der Ascora GmbH sind als Experten in unterschiedlichen Initiativen aktiv wie bspw. der OISV oder dem CEN (European Committee for Standardization)

• Die snoopmedia GmbH ist eine inhabergeführte Agentur für digitale Kommunikation mit Sitz in Bonn. Seit mehr als 13 Jahren sind die Experten für nutzerzentrierte Gestaltung und reibungslose Interaktion im Markt etabliert. Neben Kunden aus Industrie und Handel vertrauen Spitzenorganisationen aus Bildung und Forschung auf die Kompetenzen und Leistungen von snoopmedia. Konzeption und Umsetzung von mobilen Anwendungen sind zunehmend bedeutende Bestandteile im Leistungsportfolio der snoopmedia GmbH. Zudem verfügt die snoopmedia GmbH über tiefgehendes Wissen im Bereich der IT-Systeme.

• Die sofd GmbH ist seit 6 Jahren als Anbieter von IT-Beratung und Softwareentwicklung aktiv. Dabei verfügt das Berliner Unternehmen über Expertise in der Konzeption, Realisierung und Optimierung kundenspezifischer Anwendungen für betriebliche und wissenschaftliche Aufgabenstellungen. Die Kernkompetenzen werden durch den Einsatz etablierter Standardtechnologien, Frameworks und Methoden des Software-Engineerings sowie des Projekt- und Qualitätsmanagements abgerundet.

• Die Forschungsgruppe wi-mobile der Universität Augsburg ist seit vielen Jahren spezialisiert auf Analyse und Bewertung von Technologien und Konzepten im Bereich der Mobilfunk- und weiterer drahtloser Kommunikationstechnologien. Gegründet 2001 am Augsburger Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering, integriert sie als Forschungsgruppe modernen Typs in einem Drei-Säulen-Modell Forschung auf internationalem Niveau, Beratungsprojekte für nationale und internationale Unternehmen sowie Lehrveranstaltungen für Studenten und Industrieteilnehmer. Besondere thematische Schwerpunkte bilden Mobile Payment/Mobile Banking, Mobile Marketing, mobile Geschäftsprozesse und die Weiterentwicklung von Mobilfunkmärkten und Geschäftsmodellen. Besonderen Wert legt die Forschungsgruppe auf die Kombination wissenschaftlich fundierter Analysen und Konzeption mit deren praktischer Anwendung.

Projekt-Homepage: http://www.opdis.de


Pressekontakt:

PD Dr. Key Pousttchi
Forschungsgruppe wi-mobile
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon +49(0)177-6319508
key.pousttchi@wi-mobile.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.opdis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Glasses Guide: Neues Tool zur Auswahl von Datenbrillen und Anwendungen
15.10.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Einzigartige Infrastruktur für Deep Learning – DFKI erhält ersten NVIDIA DGX2 Supercomputer Europas
11.10.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Im Focus: Chemiker der Universitäten Rostock und Yale zeigen erstmals Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen

Die Forschungskooperation zwischen der Universität Yale und der Universität Rostock hat neue wissenschaftliche Ergebnisse hervorgebracht. In der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ berichten die Wissenschaftler über eine Dreierkette aus Ionen gleicher Ladung, die durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden. Damit zeigen die Forscher zum ersten Mal eine Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen, die sich im Grunde abstoßen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Professoren Mark Johnson, einem weltbekannten Cluster-Forscher, und Ralf Ludwig aus der Physikalischen Chemie der...

Im Focus: Storage & Transport of highly volatile Gases made safer & cheaper by the use of “Kinetic Trapping"

Augsburg chemists present a new technology for compressing, storing and transporting highly volatile gases in porous frameworks/New prospects for gas-powered vehicles

Storage of highly volatile gases has always been a major technological challenge, not least for use in the automotive sector, for, for example, methane or...

Im Focus: Materiezustände durch Licht verändern

Forscherinnen und Forscher der Universität Hamburg stören die kristalline Ordnung

Physikerinnen und Physikern der Universität Hamburg ist es gelungen, mithilfe von Laserpulsen die Ordnung von Quantenmaterie so zu stören, dass ein spezieller...

Im Focus: Disrupting crystalline order to restore superfluidity

When we put water in a freezer, water molecules crystallize and form ice. This change from one phase of matter to another is called a phase transition. While this transition, and countless others that occur in nature, typically takes place at the same fixed conditions, such as the freezing point, one can ask how it can be influenced in a controlled way.

We are all familiar with such control of the freezing transition, as it is an essential ingredient in the art of making a sorbet or a slushy. To make a cold...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2018

16.10.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz in der Medizin

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Multiresistente Keime aus Abwasser filtern

16.10.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Pilz schlägt sich mit eigenen Waffen

16.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics