Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FairPay erhöht Sicherheit und Vertrauen beim elektronischen Bezahlen

23.01.2002


Beim heutigen FairPay-Kongress in Berlin werden neue Methoden, Verfahren und Modelle im Softwarebereich vorgestellt, mit denen das Sicherheitsniveau elektronischer Zahlungssysteme drastisch erhöht werden kann. Ziel ist es, bereits die Entwicklungsphase solcher Systeme so zu formalisieren, dass spezifische Sicherheitseigenschaften nachvollzogen und - vergleichbar einem TÜV - geprüft werden können.

Der Kongress wendet sich an Entscheidungsträger und Führungskräfte von Entwicklern und Betreibern sicherheitskritischer IT-Infrastrukturen sowie an praxisorientierte Wissenschaftler.

Margareta Wolf, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, erklärte heute bei Eröffnung des Kongresses: "Beim Verkauf materieller Güter und Dienstleistungen setzt - nach Angaben von empirica - inzwischen jedes fünfte Unternehmen in Deutschland auf Online-Vertrieb. Deutschland hat damit zur Spitzengruppe aufgeschlossen. Das Potenzial des Electronic-Commerce ist enorm. Zunehmender Komfort, z.B. bequemes Zahlen via Internet, haben die Attraktivität des E-Commerce beschleunigt. Für die erfolgreiche weitere Erschließung des Marktpotenzials kommt es nun darauf an, das Vertrauen bei Anbietern und Nutzern in die neuen Technologien weiter zu stärken. Vor allem die Sicherheit und Verlässlichkeit elektronischer Zahlungssysteme spielt eine bedeutende Rolle."

Die mögliche Gefährdung der Informationsgesellschaft durch Sicherheitslücken in informationstechnischen Systemen steigt mit der rasch wachsenden Zahl von neuen Anwendungen vor allem im Internet, die zunehmend alle Lebensbereiche betreffen. Mit FairPay sollen die vielen - oft erst im akademischen Bereich - vorliegenden Erkenntnisse für die Entwicklung sicherer IT-Systeme gebündelt und für die Praxis nutzbar gemacht werden. Ziel ist dabei, die Systematik von Fairpay in einem Vorgehensmodell festzulegen, das so routinemäßig und effizient bei der Entwicklung sicherheitsempfindlicher IT-Anwendungen eingesetzt werden kann.

Margareta Wolf: "Wir haben das Thema IT-Sicherheit und insbesondere Internet-Sicherheit im Dialog mit der Wirtschaft frühzeitig aufgegriffen. Der Rechtsrahmen ist gesetzt. Mit dem Signaturgesetz wurden die Voraussetzungen für den rechtsverbindlichen elektronischen Geschäftsverkehr geschaffen. Jetzt muss die zugehörige Technik entwickelt und vertrauenswürdig gestaltet werden. Fairpay zeigt einmal mehr die technologische Kompetenz Deutschlands. Nun kommt es auf die Umsetzung und die Schaffung konkurrenzfähiger Produkte an. Hier sehe ich gute Chancen, auch international Standards zu setzen."

Das Verbundvorhaben FairPay wird seit zwei Jahren vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit insgesamt ca. 5,5 Mio. ? gefördert. Dem interdisziplinären Konsortium gehören die Deutsche Bank AG und die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG, vier auf Internet- und Sicherheitstechnologie spezialisierte Softwarehäuser (GFT Financial Solution GmbH, SECUDE GmbH, T-Systems ISS GmbH, EUROSEC GmbH), sowie vier Hochschulinstitute an. Konsortialführer ist das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) mit Sitz in Kaiserslautern und Saarbrücken.

Seitens der Deutsche Bank AG war das von der paybox.net AG entwickelte Paybox-System, bei dem die Deutsche Bank AG strategischer Partner ist und u.a. die Abwicklung der Transaktionen übernimmt, Untersuchungsgegenstand in FairPay. Exemplarische Abläufe bei Paybox wurden anhand des Vorgehens bei FairPay überprüft. So konnte nachgewiesen werden, dass hohe Sicherheitseigenschaften erfüllt werden.

Die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG bearbeitete im Rahmen von FairPay den Einsatz digitaler Signaturen auf Basis des deutschen Signaturgesetzes. Die HypoVereinsbank wird als Vorreiter in den kommenden Monaten mit der Ausgabe von 10.000 EC- und Servicekarten mit digitaler Signatur ein Pilotprojekt im Privatkundenbereich starten. Mit den Karten können digitale Dokumente signiert werden, die sie für Anwendungen im Online-Banking sowie für das elektronische Unterschreiben von Verträgen nutzbar machen. Ergebnis der Arbeit in FairPay ist die systematische Konstruktion des Sicherheitskonzepts für den signaturgesetzkonformen Betrieb der Registration Authority. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen für eine verlässliche Integration von qualifizierten elektronischen Signaturen in Banking-Applikationen.

In Zusammenarbeit mit 4FriendsOnly.com Internet Technologies AG wurde das innovative Bezahlsystem Paybest in FairPay behandelt. Paybest erlaubt vertrauenswürdiges und anonymes Bezahlen im Internet. Wesentliche Systembestandteile wurden mit der FairPay-Methode formal umgesetzt. Das System wird nun auf der Basis des FairPay-Vorgehensmodells für den internationalen Einsatz weiterentwickelt.

Die Fairpay-Methodik ist universell und kann auf andere Bereiche übertragen werden. Die GFT Financial Solution GmbH zeigt dies an Hand eines Dokumentensafes zur sicheren Übertragung von Dokumenten im Internet, der auf Basis von FairPay entwickelt wurde.

Dr. Oliver Keller | BMWi NEWSLETTER
Weitere Informationen:
http://fairpay.dfki.de

Weitere Berichte zu: FairPay Paybest Sicherheitseigenschaft Signatur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Gegen das Verblassen historischer Dokumente
11.07.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics