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Weltweit erstes DECT-Telefon mit Verschlüsselungstechnik

03.05.2006



Siemens hat das weltweit erste schnurlose Telefon mit Verschlüsselungstechnik entwickelt. Das Gigaset SL74X macht Telefonate abhörsicher und verfügt gleichzeitig über die bequemen Merkmale und die gleiche Sprachqualität eines DECT-Telefons.


Mit technischem Equipment und dem nötigen Know-how können sich unerwünschte Zuhörer immer einfacher in eine nicht geschützte Telefonleitung einhacken. Vor allem Finanz- und Technologieunternehmen, die über streng vertrauliche Informationen verfügen, greifen deshalb zunehmend auf Geräte mit einer Verschlüsselungstechnik zurück.

Bei bisherigen Verschlüsselungstelefonen im Festnetz nimmt ein am Gerät installiertes Modem simultan das analoge Gespräch auf und digitalisiert es. Diese Informationen versieht der kleine Kasten mit einem 1024-Bit Schlüssel und schickt dann das digitale Datenpaket durch die Festnetzleitung inklusive eines Identifikationscodes zum Gesprächspartner. Den meist vierstelligen Code, den er auf dem Display seines Telefons sieht, gibt er zur Dechiffrierung in das Tastenfeld seines Telefons ein, bevor er das Telefonat annimmt.


Siemens Home and Office Communication Devices hat die Verschlüsselungstechnik auf einen kleinen Digital Signal Processor (DSP) in das Mobilteil eines Gigaset-Telefons verlagert und damit die Funkverbindung zwischen Handset und Basisstation ebenfalls sicher gemacht. Dabei verwendet der DSP mit 3072 Bit einen dreimal größeren Schlüssel als seine schnurgebundenen Vorgänger. Im Herbst dieses Jahres kommt das Gerät für etwa 1.700 Euro auf den Markt.

Trotz der sehr effizienten Verschlüsselung gibt es keinen Verlust bei der Sprachqualität. Normalerweise stößt die Kapazität einer analogen Festnetzleitung beim abhörsicheren Telefonieren an ihre Grenzen. Sie ist nur für die Sprachübertragung ausgerichtet. Ein herkömmliches Verschlüsselungstelefon verkleinert deshalb die Sprachdaten auf ein Minimum – ein unüberhörbarer Qualitätsverlust der Stimme ist das Resultat. Der DSP hingegen filtert Frequenzen der Stimme heraus, die für das menschliche Gehör praktisch unhörbar sind. Das verringert ähnlich der Kompression von Musik bei MP3-Dateien die übertragene Datenmenge, ohne die Qualität zu schmälern. (IN 2006.05.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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