Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Programmanalyse auf der Spur von Terroristen

05.12.2005


"IT-Sicherheit ist eine nationale Aufgabe", erklärte vor kurzem der bisherige Bundesinnenminister Otto Schily. Spektakuläre Szenarien handeln von Terroristen, die sich in die Software eines Flugzeugs einhacken und dieses dann zum Absturz bringen. Im Alltag viel bedeutsamer sind aber Viren, Würmer, Phishing, Spyware und andere Formen von Computersabotage, die immer mehr Schaden verursachen. Für eine Software muss deshalb sichergestellt sein, dass vertrauliche Daten nicht nach außen gelangen können, und dass kritische Berechnungen nicht von außen manipuliert werden können.

... mehr zu:
»Analyseverfahren »Control »Flow »Terrorist

"Information Flow Control" nennt man die letzten beiden, lebenswichtigen Bedingungen. Sie können für realistische Programme nur automatisch geprüft werden, denn eine manuelle Inspektion des Programmtextes ist sehr fehleranfällig. Weltweit werden erhebliche Anstrengungen unternommen, mit automatischen Analyseverfahren Sicherheitslücken zu erkennen. Die Forschungsergebnisse haben Software viel sicherer gemacht, auch wenn nicht alle großen Hersteller diese Ergebnisse umsetzen. Am Lehrstuhl Softwaresysteme der Universität Passau finanziert die Deutsche Forschungsgemeinschaft seit mehreren Jahren ein Forschungsprojekt zur "Information Flow Control". Lehrstuhlinhaber Prof. Dr.-Ing. Gregor Snelting erläutert: "Unser Analyseverfahren ist zwar aufwändiger als Standard-Prüfmethoden. Dafür entgeht uns garantiert kein Sicherheitsloch, wir können genaue Bedingungen für illegalen Informationsfluss bestimmen, und es gibt keine falschen Alarme." Dies wird durch eine Kombination von sogenannten "Programmabhängigkeitsgraphen" mit algebraischen Verfahren erreicht. "Wir sind mit unserem Projekt international eingebunden und können heute reale C- oder Java-Programme mittlerer Größe analysieren", sagt Snelting.

Universität Passau plant Interdisziplinäres Zentrum für IT-Sicherheit


Prof. Snelting hat auch den Vorschlag gemacht, an der Universität ein interdisziplinäres Zentrum für IT-Sicherheit einzurichten. Denn auch die Juristische Fakultät beschäftigt sich mit den Konsequenzen von Computersabotage und illegalem Informationsfluss. Der Lehrstuhl von Prof. Dr. Dirk Heckmann (Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbesondere Sicherheitsrecht und Internetrecht) untersucht Haftungsfragen und erstellt Sicherheitskonzepte, die die gesetzlichen Obliegenheiten mit dem technisch Machbaren verbinden. Prof. Heckmann ist nicht nur Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs, sondern hat auch den Begriff "IT-Sicherheitsrecht" in die juristische Forschung eingeführt. Zusammen mit Wirtschaftsinformatikern aus Passau und Regensburg soll so ein Forschungszentrum entstehen, das durch seine interdisziplinäre Ausrichtung bundesweit einmalig ist. Die Universität hofft, dafür einen zusätzlichen Informatik-Lehrstuhl zu bekommen. "Nicht zuletzt damit wird wieder einmal das Vorurteil widerlegt, dass in Passau angeblich nicht geforscht wird", so Snelting.

Thoralf Dietz | idw
Weitere Informationen:
http://www.infosun.fmi.uni-passau.de/st/

Weitere Berichte zu: Analyseverfahren Control Flow Terrorist

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Starre Bindungen für neue Smartphone-Datenspeicher
14.06.2019 | European XFEL GmbH

nachricht MPSD-Team entdeckt lichtinduzierte Ferroelektrizität in Strontiumtitanat
14.06.2019 | Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: MPSD-Team entdeckt lichtinduzierte Ferroelektrizität in Strontiumtitanat

Mit Licht lassen sich Materialeigenschaften nicht nur messen, sondern auch verändern. Besonders interessant sind dabei Fälle, in denen eine fundamentale Eigenschaft eines Materials verändert werden kann, wie z.B. die Fähigkeit, Strom zu leiten oder Informationen in einem magnetischen Zustand zu speichern. Ein Team um Andrea Cavalleri vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg, hat nun Lichtimpulse aus dem Terahertz-Frequenzspektrum benutzt, um ein nicht-ferroelektrisches Material in ein ferroelektrisches umzuwandeln.

Ferroelektrizität ist ein Zustand, in dem die Atome im Kristallgitter eine bestimmte Richtung "aufzeigen" und dadurch eine makroskopische elektrische...

Im Focus: MPSD team discovers light-induced ferroelectricity in strontium titanate

Light can be used not only to measure materials’ properties, but also to change them. Especially interesting are those cases in which the function of a material can be modified, such as its ability to conduct electricity or to store information in its magnetic state. A team led by Andrea Cavalleri from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg used terahertz frequency light pulses to transform a non-ferroelectric material into a ferroelectric one.

Ferroelectricity is a state in which the constituent lattice “looks” in one specific direction, forming a macroscopic electrical polarisation. The ability to...

Im Focus: Konzert der magnetischen Momente

Forscher aus Deutschland, den Niederlanden und Südkorea haben in einer internationalen Zusammenarbeit einen neuartigen Weg entdeckt, wie die Elektronenspins in einem Material miteinander agieren. In ihrer Publikation in der Fachzeitschrift Nature Materials berichten die Forscher über eine bisher unbekannte, chirale Kopplung, die über vergleichsweise lange Distanzen aktiv ist. Damit können sich die Spins in zwei unterschiedlichen magnetischen Lagen, die durch nicht-magnetische Materialien voneinander getrennt sind, gegenseitig beeinflussen, selbst wenn sie nicht unmittelbar benachbart sind.

Magnetische Festkörper sind die Grundlage der modernen Informationstechnologie. Beispielsweise sind diese Materialien allgegenwärtig in Speichermedien wie...

Im Focus: Schwerefeldbestimmung der Erde so genau wie noch nie

Forschende der TU Graz berechneten aus 1,16 Milliarden Satellitendaten das bislang genaueste Schwerefeldmodell der Erde. Es liefert wertvolles Wissen für die Klimaforschung.

Die Erdanziehungskraft schwankt von Ort zu Ort. Dieses Phänomen nutzen Geodäsie-Fachleute, um geodynamische und klimatologische Prozesse zu beobachten....

Im Focus: Determining the Earth’s gravity field more accurately than ever before

Researchers at TU Graz calculate the most accurate gravity field determination of the Earth using 1.16 billion satellite measurements. This yields valuable knowledge for climate research.

The Earth’s gravity fluctuates from place to place. Geodesists use this phenomenon to observe geodynamic and climatological processes. Using...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Doc Data – warum Daten Leben retten können

14.06.2019 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - August 2019

13.06.2019 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz in der Materialmikroskopie

13.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

German Innovation Award für Rittal VX25 Schaltschranksystem

14.06.2019 | Förderungen Preise

Fraunhofer SCAI und Uni Bonn zeigen innovative Anwendungen und Software für das High Performance Computing

14.06.2019 | Messenachrichten

Autonomes Premiumtaxi sofort oder warten auf den selbstfahrenden Minibus?

14.06.2019 | Interdisziplinäre Forschung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics