Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Softwareentwicklung im Wandel - Forschungsverbund FORSOFT zieht erfolgreiche Bilanz

05.02.2003


Nach sechs Jahren endet der bayrische Forschungsverbund FORSOFT über Softwareentwicklung. Die Forschungsergebnisse wie beispielsweise das Aufsplitten des Softwareentwicklungsprozesses in viele Bausteine sind richtungsweisend.



Von Anfang an hielten die Wissenschaftler von FORSOFT engen Kontakt zur Industrie und stellten so den Praxisbezug sicher. Zu der positiven Ergebnisbilanz zählen ebenso die Gründung mehrerer Spin-Off-Unternehmen wie die Qualifizierung von Mitarbeitern in Unternehmen, was letztendlich die heimische Industrie und damit den Technologiestandort Bayern stärkt.



"Wir haben alle gesteckten Ziele erreicht. In einzelnen Bereichen sind wir sogar weiter gekommen als ursprünglich geplant. Besonders freut mich die inzwischen äußerst enge und zielgerichtete Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis," so der Sprecher von FORSOFT, Professor Manfred Broy vom Institut für Informatik der Technischen Universität München.

Folgte die Softwareentwicklung nach DIN-Normen und V-Modell früher einem starren System, das weder die Größe noch den Detaillierungsgrad eines Softwarevorhabens berücksichtigte, zeigt FORSOFT jetzt neue Wege auf: Der so genannte Prozessmusteransatz gliedert den Softwareentwicklungsvorgang in zahlreiche Bausteine bzw. Process Patterns (Prozessmuster). Hinter jedem Baustein steht eine Problembeschreibung mit Lösungsweg auf der Modellebene des Softwareentwicklungsprozesses. Die Bausteine werden in einer Bibliothek abgelegt und Softwareentwickler können darauf jederzeit zugreifen. Konnte bei der bisherigen DIN-Verordnung beispielsweise nur ein spezielles Fehlerprüfverfahren zur Kontrolle der Funktionstüchtigkeit der entwickelten Software eingesetzt werden, wird der Softwareentwickler zukünftig aus einem Baustein-Pool von Fehlerprüfmustern eines auswählen, das auf seine speziellen Gegebenheiten zugeschnitten ist.

Dieses Bausteinsystem erlaubt ein hohes Maß an Flexibilisierung: So wird auch weiterhin zu Beginn eines Entwicklungsprojektes das Vorgehen detailliert beschrieben. Ändern sich allerdings während der Umsetzung die Rahmenbedingungen, kommt beispielsweise durch einen neuen Mitarbeiter zusätzliches Know-how in die Firma, erlaubt die modulare Zusammensetzung eine Neubeschreibung des weiteren Entwicklungsweges. FORSOFT arbeitet seit Jahren mit dem eigens entwickelten Werkzeug LiSa am Aufbau einer Bibliothek von Prozessmustern. Die Industriepartner 4Soft GmbH und Iteratec GmbH setzen dieses Werkzeug bereits in der industriellen Praxis ein.

Wie weit FORSOFT mit diesem Ansatz bereits fortgeschritten ist, zeigt die Auftragsvergabe des Bundesministeriums für Verteidigung: Die Forscher sollen das V-Modell 97 in diesem Sinne weiterentwickeln. Das V-Modell ist eine Richtschnur für die Organisation und Durchführung von IT-Vorhaben, die neben dem Verteidigungsministerium von Unternehmen und Behörden genutzt wird.

Wandlungsfähigkeit, Durchgängigkeit der Gestaltung des Softwareprozesses und Software in Netzen - das waren die Hauptthemen des Forschungsverbunds FORSOFT. Software kann nur langfristig eingesetzt werden, wenn sie wandlungsfähig ist, sich also veränderten äußeren Bedingungen anpasst. Mitarbeiter von FORSOFT entwarfen beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Firma Rohde&Schwarz GmbH&Co.KG eine Realzeitdatenbank, die in einem Messgerät integriert ist. Diese hochspezialisierten Geräte werden in kleinen Chargen verkauft und müssen stetig optimiert werden; demnach muss Software wandlungsfähig sein.

FORSOFT betrachtete nicht nur die Entwicklungstechniken, sondern auch betriebswirtschaftliche Aspekte wie Qualitäts-, Kosten- und Zeitmanagement. Forscher aus den Fachbereichen Informatik, Betriebswirtschaftslehre, Elektro- sowie Informationstechnik und Maschinenbau arbeiteten in sieben interdisziplinären Teilprojekten gemeinsam mit mittelständischen und Großunternehmen wie BMW AG, Robert Bosch GmbH und Océ. Diese intensiven Industriekooperationen sorgten für die Praxisrelevanz der Forschungsarbeiten.

Die Ergebnisse sind in weit über 200 Publikationen zusammengefasst und werden am 10.02.2003 von den FORSOFT-Mitarbeitern und den Industriepartnern auf der FORSOFT-Abschlussveranstaltung "Erfolgsfaktoren der Softwareentwicklung: Architektur, Prozess, Management, Werkzeuge" präsentiert.

Technische Universität München
MI-Gebäude, Fakultät für Informatik, Hörsaal 3
Boltzmannstraße 3, 85748 Garching
9.00 Uhr bis 15.30 Uhr

Kontakt:

Forschungsverbund FORSOFT II
Herbert Ehler
Technische Universität München
Boltzmannstraße 3
85748 Garching bei München
Telefon: 089 - 289-17187
E-mail: ehler@in.tum.de

Dipl.-Chem. Christine Kortenbruc | idw
Weitere Informationen:
http://www.forsoft.de

Weitere Berichte zu: Baustein FORSOFT Softwareentwicklung V-Modell

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht IT-Sicherheit beim autonomen Fahren
22.06.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Schneller und sicherer Fliegen
21.06.2018 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics