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Zahl der über 80-Jährigen steigt stark an - BBSR veröffentlicht Bevölkerungsprognose 2030

19.11.2012
Die Deutschen werden immer älter. Bis 2030 steigt das Durchschnittsalter der Bevölkerung von derzeit 43 Jahre auf über 47 Jahre, in weiten Teilen Ostdeutschlands auf über 50 Jahre. Die größten Zunahmen gibt es bei den über 80-Jährigen. Ihre Zahl wird bis 2030 um rund 60 Prozent zunehmen. Das geht aus der neuen Bevölkerungsprognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor.

Lebten in Deutschland 2010 noch 81,2 Millionen Menschen, werden es der Prognose zufolge 2030 nur noch 79,2 Millionen Menschen sein. Der Rückgang der Bevölkerungszahl ist mit drei Prozent zwar moderat, dennoch sind die regionalen Unterschiede immens:


Wie die Bevölkerung altert
BBSR


Wie sich die Bevölkerungszahl verändert
BBSR

Einer immer größer werdenden Gruppe von schrumpfenden Kommunen steht eine kleiner werdende Gruppe mit teils kräftigem Wachstum gegenüber. Dazu gehören die wirtschaftstarken Metropolen Frankfurt, Stuttgart und Hamburg. München erwartet mit zehn Prozent bis 2030 das stärkste Bevölkerungsplus. Ganz anders ist der Trend in vielen ländlichen Landkreisen. Sie werden teilweise mehr als ein Fünftel an Bevölkerung verlieren.

„Der demografische Wandel droht, die Unterschiede zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen zu vertiefen. Gerade Regionen mit stark abnehmender Bevölkerung benötigen auch weiterhin eine gute Infrastrukturausstattung“, sagte Harald Herrmann, Direktor und Professor des BBSR, bei der Vorstellung der Prognose.

Trotz abnehmender Bevölkerungszahl mehr Haushalte

Zwar werden 2030 weniger Menschen in Deutschland leben, die Zahl der privaten Haushalte wird hingegen auf 41,3 Millionen steigen (2010: 40,3 Millionen). Der Zuwachs speist sich vor allem aus 1-bis 2-Personen-Haushalten, deren Zahl bis 2030 um fünf Prozent steigen wird. Während in den ländlichen Räumen immer mehr ältere Menschen in kleineren Haushalten leben, zieht es junge Paare und Singles in die Großstädte. „Gerade in Ballungsräumen wird die Nachfrage nach Wohnraum weiter wachsen. Zudem war die Bautätigkeit in den vergangenen Jahren zu gering. Schon jetzt fehlen mancherorts besonders für Studierende bezahlbare Wohnungen. Regionale Engpässe werden sich möglicherweise noch verschärfen, wenn nicht durch eine Ausweitung des Angebots gegengesteuert wird“, so Harald Herrmann.

Der Unterschied zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen zeigt sich auch auf den Arbeitsmärkten. Insgesamt wird nach den Berechnungen des BBSR die Zahl der Erwerbspersonen von derzeit 41,6 Millionen auf 38,4 Millionen zurückgehen, was einem Minus von 7,5 Prozent entspricht. Während der Rückgang in den alten Ländern mit vier Prozent moderat ist, nimmt in den neuen Ländern bis 2030 die Zahl der Erwerbspersonen um mehr als 20 Prozent ab, die der jüngeren Erwerbspersonen (unter 45 Jahre alt) um 25 Prozent.

Unter http://www.raumbeobachtung.de können ab sofort die Prognosedaten für alle Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland abgerufen werden. Die Veröffentlichung ist als Band 9 der Reihe „Analysen Bau.Stadt.Raum“ erschienen. Sie kann per E-Mail an service@steiner-verlag.de zum Preis von 20 Euro bestellt werden.

Weiterführende Informationen

Prognosedaten auf Kreisebene sowie thematische Karten http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Raumbeobachtung/UeberRaumbeobachtung/Komponenten/Raumordnungsprognose/Downloads/DL__uebersicht.html

Inhalt und Bezugshinweise
http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/Analysen/2012__2013/Bd9.html
Kontakt:
Christian Schlag
Stab Wissenschaftliche Dienste
Tel. :+49 228 99401-1484
christian.schlag.@bbr.bund.de
Ansprechpartner im Fachreferat:
Dr. Claus Schlömer
Referat I 1 - Raumentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2331
claus.schloemer@bbr.bund.de
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Es berät die Bundesregierung bei Aufgaben der Stadt- und Raumentwicklung sowie des Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens.

Christian Schlag | idw
Weitere Informationen:
http://www.bbr.bund.de

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