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Sternenstaub gefunden?

16.03.2010
NASA vermutet Ursprung der Staubkörner in anderen Regionen unserer Galaxie/ Frankfurter Forscher an Identifikation beteiligt

Auf der "Lunar and Planetary Science Conference" in Houston, Texas, wurden in der vergangenen Woche zwei äußerst wertvolle Staubkörner präsentiert. Sie stammen aus der Stardust Mission der NASA, die 2006 Proben des interstellaren Materiestroms zur Erde zurückbrachte.

Seither suchen Forscher und auch Amateure weltweit nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen: Staubkörnern, die über den interstellaren Strom aus anderen Regionen unserer Galaxie in unser Sonnensystem getragen wurden. Das sind jährlich mehrere Tonnen Material, und darunter vermuten Wissenschaftler auch Boten aus der Kinderstube unseres Sonnensystems. Geowissenschaftler der Goethe-Universität halfen dabei, die beiden vielversprechenden Staubkörner zu identifizieren.

Die Partikel, die in dem Tennisschläger förmigen Detektor die Einschlagspur mit der Nummer 30 hinterließen, heißen nun Orion und Sirius. Ein Teil der spannenden Untersuchungen, die sie als Kandidaten für Sternenstaub qualifizieren, unternahm das Forschungsteam von Prof. Frank Brenker von der Goethe-University gemeinsam mit Kollegen der belgischen Gent University an der europäischen Synchrotronstrahlungsquelle ESRF in Grenoble. Dort wurden die Staubpartikel wie in einem rieseigen Röntgen-Mikroskop zerstörungsfrei auf ihre Struktur und chemische Zusammensetzung untersucht. Nach dieser Voruntersuchung ging die Probe für weitere Analysen zurück nach Berkeley.

Dr. Andew Westphal von der University of California in Berkley, der vergangene Woche die Ergebnisse verkündete, räumte zwar ein, dass der Fund auch "ein falscher Alarm" sein könnte, bemerkte aber, die Partikel seien bislang einzigartig: "fielen sie uns auf den Boden, würde es etwa 300 Millionen Dollar kosten, Neue zu erhalten". Falls künftige Messungen die interstellare Herkunft der Partikel bestätigen, wäre die ESRF der Ort, an dem erstmalig chemische Informationen eines heutigen interstellaren Korns gemessen wurden.

Informationen: Prof. Frank Brenker, Facheinheit Mineralogie, Campus Riedberg, Tel.: (069) 798-40134, f.brenker@em.uni-frankfurt.de oder Prof. Laszlo Vincze, Universität Gent, laslo.vincze@ugent.be

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigte sie sich als eine der forschungsstärksten Hochschulen.

Herausgeber: Der Präsident
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Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation
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Dr. Anne Hardy | idw
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